Bewerbungsfrust

Motiviert bleiben

published: 26.04.2009

Landet eine Absage nach der anderen im Briefkasten, bleibt der Frust oft nicht aus (Foto: Public Address)Landet eine Absage nach der anderen im Briefkasten, bleibt der Frust oft nicht aus (Foto: Public Address)

Bevor Schulabgänger ein neues, aufregendes Leben als "Azubi" starten können, schreiben sie häufig eine Vielzahl an Bewerbungen. Landet dann eine Absage nach der anderen im Briefkasten, sind viele Jugendliche verständlicherweise frustriert und enttäuscht. Wie man es schaffen kann, trotzdem motiviert am Ball zu bleiben, hat Scoolz den Psychologen York Scheller von der Techniker Krankenkasse gefragt.

Immer wieder Absagen von potenziellen Arbeitgebern zu erhalten, nagt am Selbstbewusstsein. Wie schaffen es Jugendliche, mit solchen Zurückweisungen umzugehen?
York Scheller: "Unser Selbstbild entsteht zum Teil aus Rückmeldungen, die wir aus unserem Umfeld erhalten. Ständige Absagen nagen deshalb natürlich an unserem Selbstwertgefühl. Daher ist es wichtig, sich immer wieder auch positives Feedback von Freunden, Eltern oder dem Partner zu holen. Gerade wenn beruflich nicht alles nach Wunsch läuft, sind solche Rückmeldungen ein gutes Gegengewicht."

Wie können sich Bewerber dazu motivieren, auch nach Absagen weiterhin durchzuhalten?
"Es ist wichtig, sich klarzumachen, dass man sehr viele Bewerbungen schreiben muss, um bei der geringen Zahl von Ausbildungsplätzen einen Treffer zu landen. Die Betriebe suchen sich heute ihre Auszubildenden sehr genau danach aus, ob sie auch zum Profil des Unternehmens passen. Also nicht vor der Zeit aufgeben, nur weil man drei Absagen bekommen hat."

York Scheller ist Diplom-Psychologe und arbeitet für die Techniker Krankenkasse (Foto: TK)York Scheller ist Diplom-Psychologe und arbeitet für die Techniker Krankenkasse (Foto: TK)

Ist es sinnvoll, nach einer Absage die Gründe des Arbeitgebers zu erfragen?
"Wenn man die Gründe für eine Absage erfährt, kann einem das für die nächste Bewerbung von Nutzen sein. Man hat dann die Chance, einen Fehler nicht zu wiederholen. Oder man sieht, dass man eigentlich einen sehr positiven Eindruck gemacht hat und nur ein Bewerber noch etwas besser ins Team gepasst hat. Das ist dann eine aufbauende Rückmeldung und stärkt das Selbstvertrauen."

Ein Bewerber hat es bis zum Vorstellungsgespräch geschafft und erhält dann trotzdem eine Absage. Wie schafft man es, diese nicht zu persönlich zu nehmen?
"Zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden ist schon ein Top-Ergebnis. Nur die wenigsten erreichen dieses Zwischenziel. Die Bewerbungsmappe scheint also schon ziemlich optimal gewesen zu sein. Ob die gegenseitige Chemie stimmt, kann man aber nur im direkten Gespräch feststellen.Man sollte ein Vorstellungsgespräch auch als Chance für sich selbst sehen, herauszufinden, ob man in das Unternehmen passt. Und als Training für die Fähigkeit, sich auch in einer Stresssituation ins rechte Licht zu setzen."

Bei Bewerbungen um den "Traumjob" tun Absagen besonders weh. Sollte man unter allen Umständen an seinem Ziel festhalten?
"Es kann sehr viel Sinn machen, nach einem Job im Umfeld seines ´Traumberufes´ zu schauen, manchmal ist die Nachfrage da größer. Und später kann sich vielleicht die Chance bieten, doch noch in die ursprünglich angestrebte Richtung zu wechseln."

[TK]

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