CD-Tipp

Kaiser Chiefs - "Yours Truly, Angry Mob"

published: 14.03.2007

Kaiser Chiefs - "Yours Truly, Angry Mob" (Foto: Universal) Kaiser Chiefs - "Yours Truly, Angry Mob" (Foto: Universal)

Keine Überraschungen, dafür das ein oder andere Highlight, so präsentiert sich das zweite Album "Yours Truly, Angry Mob" der Kaiser Chiefs. Wer Blur mag, mag Ricky, Andrew, Simon und die beiden Nicks, das dürfte sich auch hier wieder bewahrheiten. Leider vermischen sich die 45 Minuten im Klanggedächtnis zu einem eher gleichförmigen Erlebnis, dessen zwölf Einzeltracks sich nur noch schwer trennen lassen. Denn trotz angenehmer Depeche-Mode-Attitüde und typischem Kaiser-Chiefs-Tempo, fehlt vielen Nummern der letzte Kick zur Diva.

Der erste Track "Ruby" hebt (sich) allerdings ab. Raketenmäßig schießt er durch den Gehörgang direkt in die Beine. Wer ein Album so beginnt, weckt große Erwartungen. "Ruby" rockt, treibt Beatles-like und ist einfach eine große Nummer, wenn nicht die größte des Albums. "The Angry Mob" als Folge-Titel tritt ein schweres Erbe an, dem er durchaus gewachsen scheint. Sein etwas psychedelischerer Klang liegt zwar deutlich unter dem Partypotenzial von "Ruby", zeigt dafür aber mehr blur´sche Abenteuerlust.

Leider sinkt die Stimmungskurve kontinuierlich. Auch gelegentliche Ausflüge bei "Heat Dies Down" in alte Stoneszeiten à la "Painted Black" überdecken die unangenehme Frage nicht: Haben sie am Anfang gar ihr gesamtes Pulver verschossen? Einen unverkennbaren Impuls nach oben liefert "Loves Not A Competition (But I´m Winning)": Voilà, die Ballade des Albums. Friedlich, freundlich und schön verträumt schlagen die Jungs hier ruhigere Töne an, was ihnen wunderbar zu Gesicht steht. Ähnlich in Gedanken aber wesentlich softer kommt "Boxing Champ" daher, nicht als eigener Track sondern nur als Interlude. Als angenehme Abwechslung greift hier Drummer und Songwriter Nick Hodgson einmal zum Mikrophon.

Weitere mittelprächtige Songs geleiten schließlich zum zweiten Knüller der Scheibe, "Everything Is Average Nowadays". Hier verbinden sich Festival-Laune mit Elvisseufzern und coolem Bass, heraus kommen die Kaiser Chiefs wie sie leben und Spaß haben. Ein durchwachsenes Album: weniger "Ohs" und "Ahs" als üblich, kaum echte Tiefpunkte und leider einsame Spitzen.

[Franzisca Teske]

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Links

www.kaiser-chiefs.de

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