Zimmerpflanzen

Natürlich schön

published: 28.01.2012

Für viele Pflanzen ist die Fensterbank ein idealer Ort für die völlige Entfaltung ihrer Pracht (Foto: Public Address)Für viele Pflanzen ist die Fensterbank ein idealer Ort für die völlige Entfaltung ihrer Pracht (Foto: Public Address)

In der dunklen Jahreszeit sind die Tage kürzer und die Außenwelt erscheint kühl und grau. Es gibt jedoch keinen Grund, deshalb Trübsinn zu blasen. Schaffe dir doch einfach deine eigene grüne Oase im heimischen Zimmer. Scoolz hat sich für dich durch den Dschungel der Pflanzenpflege gekämpft, damit deinem gelungenen Zimmerparadies nichts mehr im Wege steht.

Pflanzen für jeden Winkel

Zunächst solltest du dir überlegen, wo in deinem Zimmer du Pflanzen positionieren möchtest. Für ein optimales Wachstum ist es nämlich wichtig, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Wunschpflanzen zu kennen, da unsere grünen Lieblinge aus den unterschiedlichsten Teilen der Erde stammen. Man kann grob drei unterschiedliche Lichtbereiche unterscheiden:

Sonnige Standorte
Dies sind beispielsweise Fensterbänke, die nach Süden zeigen.Hier bieten sich am ehesten Kakteen an, weil sie wahre Sonnenanbeter sind. Vorteil: Sie sind sehr einfach in der Pflege, auch für faule Gießer geeignet (alle zwei bis drei Wochen genügt) und gedeihen gut bei trockener Heizungsluft. Allerdings solltest du ihnen spezielle Kakteenerde gönnen.

Halbschattige Standorte
In halbschattiger Fensternähe oder auf Fensterbänken in andere Himmelsrichtungen (etwa ein Meter Abstand) fühlen sich viele Zöglinge wie Efeutute, Fensterblatt, Veilchen, Orchidee, Farn, Gummibaum, Begonie oder Zimmerpalmen pudelwohl. Außerdem mögen sie Zimmertemperatur (etwa 20 Grad). Für eine optimale Entfaltung solltest du die Blätter alle drei bis vier Wochen einmal mit Wasser abbrausen, damit Staub und Schmutz die Poren nicht verstopfen können. Gegossen wird etwa alle zwei Wochen (in den Sommermonaten etwas häufiger). Am Besten ist es, wenn du regelmäßig den Boden kontrollierst: Ist er trocken, ist es Zeit, die Gießkanne zu zücken. Als Grundsatz gilt: Weniger ist mehr. Da diese blättrigen Freunde eine Luftfeuchtigkeit von circa 60 Prozent lieben, kannst du ihnen, falls die Zimmerluft sehr trocken ist, Wasserschalen oder einen Zimmerbrunnen aufstellen. Auf diese Weise erhöhst Du den Feuchtigkeitsgehalt der Luft und tust auch deinen Schleimhäuten – besonders im Winter – etwas Gutes. In den Sommermonaten schenkst du deinen Pflänzchen von Zeit zu Zeit etwas Zimmerpflanzendünger, im Winter hast du düngefreie Zeit. Flüssigdünger ist für alle Pflanzen empfehlenswert. Schwarzer Tee ist ein natürlicher Dünger, über den sich deine Pflanzen ab und zu freuen.

Schattige Standorte
Dies sind zum Beispiel Räume mit einem dunklen Nordfenster oder auch Badezimmer mit einem kleinen Fenster.Hier fühlen sich Kletterphilodendron, Grünlilie, Einblatt, Drachenbaum und Zimmerefeu wohl. Etwas Luftfeuchtigkeit und regelmäßiges Abbrausen danken sie dir mit prächtigem Wuchs. Allerdings bevorzugen sie eher kühle Raumtemperaturen von fünfzehn bis zwanzig Grad. Gerade mit den rankenden Arten kannst du tolle Farbtupfer in dunklen Ecken setzen, beispielsweise zwischen oder auf Regale. Diese Schatten liebenden Schützlinge brauchst du nur in den Sommermonaten mit Dünger zu verwöhnen.

Alles eine Topfsache

Mit Topfpflanzen wirkt ein kahler Raum schnell lebhaft (Foto: Public Address)Mit Topfpflanzen wirkt ein kahler Raum schnell lebhaft (Foto: Public Address)

Übrigens musst du deine Pflanzen, ganz gleich, aus welcher Lichtzone sie stammen, alle zwei bis drei Jahre umtopfen. Das heißt, sie bekommen einen größeren Topf, wobei du neue Erde verwendest, die aber von gleicher Qualität wie die alte sein sollte. Die Nährstoffe der alten Erde sind nämlich mittlerweile verbraucht und da reicht auch kein zusätzliches Düngen mehr. Bester Umtopfzeitpunkt ist das Frühjahr, bevor die Pflanzen vor dem Ausschlagen stehen. Wenn bereits junge Blätter oder Blüten vorhanden sind, ist das Umtopfen nicht so gut und kann sogar zur Verkümmerung führen. Für ein optimales Ergebnis kürzt du die weißen Wurzeln, bevor du sie in die neue Erde setzt, um zwei bis drei Zentimeter. Das lässt sie anschließend kräftiger werden. Auf das Abflussloch im Topf kannst du ein paar Tonscherben oder ein wenig Blähton legen. Das beugt Staunässe vor und sorgt für bessere Durchlüftung. Auf den Wurzelballen solltest du nur ein wenig Erde locker aufschütten, sonst kann das Wurzelwerk ersticken.

Nicht nur für Faule

Eine tolle Variante der Zimmerpflanzenpflege ist die Hydrokultur, bei der statt Erde Blähton verwendet wird. Der Wurzelstock steckt mit den Tonkügelchen in einem wasserdurchlässigen Topf, der in einem Übertopf steht. Dieser Übertopf ist mit Wasser gefüllt. Anhand einer Wasserstandsanzeige kannst du immer erkennen, wann es Zeit ist, wieder Wasser nachzufüllen. Zwar sind alle Zimmerpflanzen für diese Methode geeignet, doch auch hier gilt: Lieber sparsam mit der Gießkanne umgehen! Die Anzeige sollte die Markierung Optimum nicht überschreiten, nachgefüllt wird am Besten erst, wenn die Anzeige auf Minimum steht, da die Wurzeln auch dann noch Wasser aufsaugen können. Gedüngt wird in flüssiger Form, die passenden Dünger findest du überall, wo Hydrokultur-Systeme erhältlich sind. So beispielsweise in der Gartenabteilung eines jeden Baumarktes.

Schädlings-Alarm!

Achtung ist geboten, wenn du Schädlinge wie Läuse, Spinnmilben oder Thripse in deiner Oase entdecken solltest, denn dann ist eine schnelle Reaktion angesagt, damit die Pflanzen so wenig Schaden wie möglich nehmen. Schuld an der Schädlingsvermehrung sind oft Bedingungen, die der Pflanze nicht zusagen, etwa trockene, warme Heizungsluft. Sollten sich unerwünschte kleine Krabbler breitmachen, hast du verschiedene Möglichkeiten, ihnen zu Leibe zu rücken. Bei geringem Befall kannst du versuchen, die Biester einfach abzubürsten oder mit einem in Spiritus getränkten Wattestäbchen zu vernichten. Handelt es sich um Blattläuse, versuche einmal folgenden Tipp: Tauche die Pflanze kurz in ein Bad aus Wasser und etwas Schmierseife. Damit es keinen Dreck gibt, umwickelst du den Wurzelballen oder den ganzen Topf mit einer Plastiktüte, so verhinderst du, dass Erde herumfliegt. Diese Methode funktioniert allerdings nicht bei Schild- oder Wollläusen; hier müssen schon härtere Bandagen angezogen werden. Bewährt haben sich Mineralölprodukte, um den Plagegeistern den Garaus zu machen.

Nicht nur schön anzusehen

Du ahnst sicher schon, dass sich deine grünen Lieblinge nicht nur auf dein Gemüt positiv auswirken. Wie du schon weißt, profitierst auch du davon, wenn du die Luftfeuchtigkeit – besonders im Winter – erhöhst. Aber wusstest du auch, dass viele Pflanzen in der Lage sind, Schadstoffe aus der Luft zu filtern? Zunächst entzieht jede Pflanze der Luft Kohlendioxid, das wir ausatmen, und gibt Sauerstoff an die Luft ab, den wir wiederum zum Atmen benötigen. Außerdem leisten viele Pflänzchen noch weitere wertvolle Dienste, indem sie Gifte mithilfe besonderer Enzymen in ungefährliche Stoffe umwandeln. Wir haben dir diese Gifte und die Pflanzen, die sie abbauen, der Effektivität nach geordnet:

Formaldehyd (Rauch, einige Möbel, Lacke):
Aloe Vera, Grünlilie, Baumfreund, Drachenbaum, Efeutute, Purpurtute, Chrysantheme, Gerbera

Benzol (Rauch):
Efeu, Einblatt, Drachenbaum, Efeutute, Bogenhanf, Kolbenfaden

Trichloräthylen (ist ein Lösungsmittel):
Einblatt, Drachenbaum, Bogenhanf, Efeu

Solltest du Haustiere wie Hund, Katze, Vogel oder ein Nagetier haben, ist es wichtig, dass du dich vor dem Pflanzenkauf darüber informierst, ob die grüne Pracht eventuell giftig für das Tier sein könnte, damit du, wenn dein Hausgenosse daran knabbert, keine böse Überraschung erlebst. Wenn du diese Hinweise beherzigst, sollte deiner kleinen Oase im eigenen Heim nichts mehr im Wege stehen. Scoolz wünscht prächtiges Gedeihen.

[TK]

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