Evangelischer Kirchentag 2009

Trubel in Bremen

published: 28.05.2009

Etwa Hunderttausend Besucher kamen zum Evangelischen Kirchentag nach Bremen (Foto: PICT2037 von Presse.Nordelbien lizensiert durch CC BY 2.) Etwa Hunderttausend Besucher kamen zum Evangelischen Kirchentag nach Bremen (Foto: PICT2037 von Presse.Nordelbien lizensiert durch CC BY 2.)

"Mensch, wo bist du?" fragt die weiße Sprechblase im blauen, wolkenlosen Himmel, der das Programmheft des 32. Deutschen Evangelischen Kirchentages ziert. "Ich bin hier", hörte man es vom 20. bis zum 24. Mai von rund Hunderttausend evangelischen Christen tönen, die sich in der Hansestadt Bremen versammelt hatten. Fünf Tage lang ein volles Programm mit 2500 Veranstaltungen hielt die Kirchentagsbesucher sowie ganz Bremen und Umgebung ganz schön auf Trab.

Schulen und Sporthallen wurden zu Herbergen umfunktioniert und viele Bremer erklärten sich bereit, Kirchentagsbesucher bei sich aufzunehmen. Pfadfindergruppen aus ganz Deutschland kamen als Helfer zum Organisieren, Lotsen, und um für Sicherheit zu sorgen. Umso irritierender wirkte das große Polizeiaufgebot in diesem Jahr, das über die ganzen fünf Tage in Bremen präsent war. Dem einem oder anderen trübte der Anblick der Waffen in den Uniformsgürteln die friedliche Stimmung.

Die Themen des diesjährigen Kirchentag reichten von Glaube und Spiritualität über Gesellschaft und Politik bis hin zu Musik, Kunst und Kultur. In zahlreichen Podiumsdiskussionen, an denen sich unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler beteiligten, tauschten sich Tausende Besucher aus. Sie beschäftigten sich mit den Werten in dieser und anderen Gesellschaften, Ungerechtigkeiten, der Wirtschaftskrise und ihren Folgen.

Auch Klimawandel und Klimaschutz bilden seit Jahren einen der großen thematischen Schwerpunkte des Evangelischen Kirchentags. Nicht umsonst wurde das Umweltmanagementsystem beim Kirchentag 2007 in Köln mit dem europäischen EMAS-Zertifikat ausgezeichnet. Der Kirchentag ist die erste regelmäßige Großveranstaltung mit diesem Zertifikat und eine der umweltfreundlichsten Großveranstaltungen Deutschlands.

Musikalische Beiträge aus den Bereichen der Jazz-,Klezmer-, Klassik-, Rock und Pop-, und Gospelmusik sowie Kabarett und Theater rundeten den Kirchentag thematisch ab. Der Soloklarinettist Giora Feidman sorgte bei seinem besinnlichen und zugleich lebensfrohen Konzert für ein volles Haus im AWD-Dome auf dem Bremer Messegelände. Feidman verzauberte Tausende mit seinem Witz, Charme und Hingabe zur Musik.

Auch "Brot für die Welt" nutzte den Kirchentag zum Feiern: Zu ihrem 50-jährigen Bestehen lud die Hilfsorganisation Fanta-Vier-Mitglied Thomas D., den Newcomer der deutschen Singer-Songwriter-Szene, Philipp Poisel, sowie den Berliner Reggaekünstler Martin Jondo ein, um dem Bremer Regen zu trotzen und ausgelassen für eine bessere Welt zu tanzen.

Beim Abschlussgottesdienst am Sonntagmorgen sprach die Kirchentagspräsidentin und Hamburger Kultursenatorin Karin von Welck die 100.000 Besucher des Kirchentages direkt an." Lasst uns die Probleme anpacken, lasst uns Verantwortung für die Zukunft unser Welt übernehmen", sagte sie. "Lasst uns die Spaltung unserer Gesellschaft in jene, die Perspektiven haben, und andere, denen diese Perspektiven qua Geburt verwehrt oder zumindest enorm erschwert sind, nicht hinnehmen."

[Juliane Breiler]

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