Corona-Krise

Medizinstudenten: Krisenhelfer statt Semesterferien

published: 26.03.2020

Medizinstudenten helfen an den Telefonen im Gesundheitsamt Jena (Foto: Uta von der Gönna/UKJ) Medizinstudenten helfen an den Telefonen im Gesundheitsamt Jena (Foto: Uta von der Gönna/UKJ)

"Die Resonanz ist überwältigend", sagt Florian Hickl, Vertreter der Studierenden im Krisenstab des Universitätsklinikums Jena. Er meint die über 800 Kommilitoninnen und Kommilitonen, die sich in den vergangenen Tagen als Helfer in der Corona-Krise gemeldet haben. Kaum waren die Anregungen, auch Medizinstudenten um Unterstützung zu bitten, über die Corona-Newsticker gelaufen, richteten Studiendekanat, Fachschaft und Krisenstab pragmatisch eine Online-Plattform zur Rekrutierung ein. Nach der Registrierung können sich die hilfsbereiten Studierenden dann je nach Kenntnisstand für verschiedene Einsatzorte und –zeiten einschreiben. Bereits am vorvergangenen Wochenende verstärkten die ersten studentischen Helfer die Pflege in der Zentralen Notaufnahme des Klinikums, teilte das Klinikum mit.
 

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"Damit waren wir Thüringer der Vorreiter und finden immer mehr Nachahmer, zum Beispiel auch in Bayern", so der Medizinische Vorstand am UKJ, PD Dr. Jens Maschmann sowie Studiendekan Professor Orlando Guntinas-Lichius. Das studentische Hilfsangebot werde in der Stadt und am Universitätsklinikum Jena gern angenommen: Die jüngeren Semester sitzen an der Hotline des Gesundheitsamtes und telefonieren Kontaktpersonen nach. Die Fortgeschritteneren helfen in der Notaufnahme oder der Fiebersprechstunde der Stadt, bald auch in der psychologischen Telefonbetreuung für Patienten und Angehörige und auf den Stationen am Universitätsklinikum, weitere Einsatzorte sind in der Vorbereitung.
 

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"Angesichts der noch zu erwartenden Belastungen für die Patientenversorgung an der Klinik können die Studierenden ein wichtiger Beitrag sein, um das medizinisches Fachpersonal kompetent zu unterstützen", sagt Maschmann. Als studentische Aushilfen sind die Krisenhelfer vertraglich abgesichert und werden entsprechend entlohnt. Und auch wenn der reguläre Lehrbetrieb derzeit eingestellt ist – lernen und Praxiserfahrung sammeln können die Studierenden bei diesem Einsatz auf alle Fälle.

[PA]

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