WG-Spezial

Deine Checkliste für gesundes Wohnen

published: 30.09.2005

Mit der Zahnbürste zu putzen ist wohl übertrieben, aber auf einige Punkte sollte man beim gesunden Wohnen achten (Foto: shutterstock.com/Africa Studio) Mit der Zahnbürste zu putzen ist wohl übertrieben, aber auf einige Punkte sollte man beim gesunden Wohnen achten (Foto: shutterstock.com/Africa Studio)


Hausstaub
Hausstaub ist eigentlich ein Sammelbegriff für viele verschiedene Dinge. Hausstaub besteht aus Haaren, Hautschuppen, Textilfasern, Pflanzenteilchen, Lebensmittelresten, Rußpartikeln. Er enthält aber auch Schadstoffe wie Flammschutzmittel und Weichmacher. Die Belastung des Körpers durch die Schadstoffe im Hausstaub ist bei Erwachsenen allerdings in der Regel gering. Das größere Problem: Hausstaub ist die Nahrungsgrundlage für Milben, deren Kot Allergien auslösen kann.

Die Milben vollständig aus der Wohnung zu vertreiben ist schlicht unmöglich. Dennoch gibt es einige Tipps, mit denen du die Belastung minimieren kannst:

- Staubfänger: sollten natürlich so weit wie möglich vermieden werden. Geschlossene Bücherregale sind besser als offene, Plüschtiere gehören in den Schrank (wirklich – es stört sie nicht). Auf Schrank- und Regaloberseiten sollte man Zeitungspapier legen und das Papier regelmäßig ersetzen.

- Lüften: mehrmals täglich, auch im Winter. Fünf Minuten stoßlüften, fünf mal am Tag - das ist eine brauchbare Faustformel.

- Boden: Parkett und Laminat sind die Belege der Wahl für Hausstauballergiker – so hieß es lang Zeit. Das gilt allerdings nur, solange diese Böden täglich feucht gewischt werden. Ansonsten sind Teppichböden sogar die bessere Alternative, weil sie die Staubpartikel binden und am Boden halten – und diese nicht wie bei Parkett mit jedem Luftzug aufgewirbelt werden.

- Staubsauger: Es gibt spezielle Staubsauger für Allergiker, die über einen speziellen Feinstaubsauger verfügen. Die ultimativen Milbenkiller sind aber auch diese Geräte nicht. Wichtiger ist es, häufig zu saugen und den Saugbeutel regelmäßig zu leeren.

- Bettwäsche: wöchentlich bei mindestens 60 Grad, besser noch 95 Grad, waschen und heiß bügeln. Es gibt auch milbenundurchlässige Bettwäsche, die ersetzt allerdings nicht die übrigen Maßnahmen. Ähnliches gilt für das häufig angepriesene Neembaumöl. Das Öl wird über das Bett gesprüht, wodurch die Nahrung für die Milben ungenießbar wird und sie verhungern. Der Wirkstoff eignet sich aber allenfalls als zusätzliches Mittel.

Putzmittel
Bitte nicht nach dem Motto „Viel hilft viel“ handeln. Die Chemiekeule mag effektiv sein, gesundheitsfördernd ist sie sicherlich nicht. Auch sollte man nicht zu viele verschiedene Mittel auf einmal verwenden. Die Kombination der verschiedenen Wirkstoffe kann eine durchaus ungesunde Mischung ergeben. Die verwendeten Putzmittel sollten frei von Duft- und Farbstoffen sowie von ätzenden Stoffen sein.

Mit diesen vier Reinigungsmitteln beseitigst du - fast - jede Art von Schmutz:

- Neutralreiniger für Fußböden und glatte Oberflächen
- Scheuermilch für die „schwierigen Fälle“
- Spülmittel für die Fenster
- Haushaltsessig gegen Kalk

Schimmel
Feuchte Wände in der Wohnung sind ideal – für Schimmelpilze. Wer nicht genügend lüftet oder ein Badezimmer ohne Fenster und vernünftigen Luftabzug hat, der wird irgendwann das Resultat in Form von hässlichen grau-grünen oder rötlichen-braunen Flecken an Wand oder Decke sehen. Der Schimmelpilz ist aber nicht nur ein ästhetisches Problem. Die Pilzsporen gehören – wie die Hausstaubmilben – zu den häufigsten Allergieauslösern. Um die ungewollten Mitbewohner gar nicht erst entstehen zu lassen, ist ausreichendes Lüften als Vorbeugemaßnahme Nummer eins Pflicht. Auch sollten so genannte Wärmebrücken – das sind offene Übergänge zwischen kalten und warmen Räumen – nach Möglichkeit vermieden werden.

Ist der Pilz erst mal da, sollte man nicht zur Chemiekeule (siehe: Putzmittel) greifen. Das wäre der Versuch, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, bei ungewissen Erfolgsaussichten. Ist die Schimmelbildung sehr gering, kann man versuchen, die Fläche mit Spiritus oder hochprozentigem Alkohol abzureiben. Der Alkohol soll dem Pilz die Feuchtigkeit entziehen. Eine ganz schlechte Idee ist es, den Schimmel abzukratzen. Damit erreicht man nur, mehr von den gefährlichen Sporen einzuatmen. Die sicherste, aber natürlich auch die teuerste Lösung ist es, den Pilz durch einen Fachbetrieb beseitigen zu lassen. Sprich mit deinem Vermieter darüber, ob er die Kosten – zumindest zum Teil – übernimmt.

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[Jens Findeisen]

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