Depressionen

Wie gehe ich damit um?

published: 06.12.2005

Wenn die Seele leidet, hat das oftmals Auswirkungen auf den Körper (Foto: TK) Wenn die Seele leidet, hat das oftmals Auswirkungen auf den Körper (Foto: TK)


* Hallo, ich brauche einen Rat. Ich hab überhaupt kein Selbstvertrauen und hänge inzwischen nur noch an meinem Computer oder vor dem Fernseher ab. Das macht mich aber auch nicht glücklich. Was soll ich machen? Zur Schule muss ich ja, aber sonst traue ich mich kaum mehr raus.
„Manche glücklichen Zeitgenossen sind scheinbar von Haus aus mit einem gesunden, kräftigen Selbstwertgefühl ausgestattet. Wer in einer harmonischen Familie aufwächst, sich von seinen Eltern geliebt weiß, und genügend Anerkennung und Lob durch seine Umwelt erfährt, hat es dabei leichter, ein gutes Selbstvertrauen zu entwickeln als Kinder aus schwierigeren Familienverhältnissen. Wer in einer Familie groß wird, wo wenig Gefühle gezeigt, wenig gelobt, aber dafür viel kritisiert wird, hat es dagegen viel schwerer, sich liebenswert und selbstbewusst zu fühlen.
Ein schlechtes Selbstbewusstsein ist aber zum Glück kein unabänderliches Schicksal, sondern etwas, das sich erlernen lässt. Das geschieht allerdings nicht passiv zuhause vorm Fernseher und Computer, sondern nur aktiv im Umgang mit anderen. Du musst dir diese Entwicklung wie eine Treppe vorstellen. Jede Erfahrung, die du machst (auch wenn sie negativ ist), jede innere Hürde, jede Ängstlichkeit oder Hemmung, die du überwindest, ist eine Stufe auf dieser Treppe. Daher versuch, auch wenn es dir schwer fällt, über deinen Schatten zu springen, geh auf andere zu, verabrede dich, unternimm etwas. Überleg dir, welche Interessen und Fähigkeiten du hast - sag jetzt nicht, dass du eigentlich gar keine hast - und mach dich daran, sie zu entwickeln und auszubauen. Alles, was du geschafft hast, jeder Erfolg, auch wenn er dich viel Mühe gekostet hat, bringt dich eine Stufe auf der Selbstbewusstseinstreppe weiter. Aber auch jeder Misserfolg kann ein Erfolg sein - weil du nämlich etwas daraus lernen kannst!“

* Eigentlich gibt es für mein Problem gar keine Lösung. Ich bin total hässlich. Im Gesicht habe ich ziemlich unreine Haut und in die Klamotten, die mir gefallen, passe ich nie rein. Am liebsten würde ich mich umoperieren lassen, aber ich weiß, dass das Quatsch ist.
„Das Gefühl unattraktiv oder sogar hässlich zu sein, teilst du mit vielen anderen Mädchen in deinem Alter. Es gibt nämlich statistisch gesehen fast kein junges Mädchen, das ihren Körper nicht an irgendeiner Stelle unschön findet. Ein zu kleiner oder zu großer Busen, zu dicke oder zu dünne Oberschenkel, ein zu schlaffen Bauch, zu breite Hüften und Pickel sind die häufigsten Klagen.
Dein Eindruck, "total hässlich" zu sein, hat sicher eher etwas mit mangelndem Selbstwertgefühl zu tun, als mit einem wirklich abstoßenden Äußeren. Natürlich ist es unangenehm, Pickel zu haben und eine fleckige, gerötete oder entzündete Gesichthaut trägt sicherlich nicht gerade zu einem guten Selbstbewusstsein bei. Aber bei guter Pflege heilen Pickel meist nach einigen Tagen ab und in schwereren Fällen kann ein Hautarzt oder eine Kosmetikerin fast immer helfen, das Hautbild zu verbessern.
Attraktivität hat immer etwas mit der Ausstrahlung zu tun. Wer sich mit allen seinen Macken und Mängeln akzeptieren kann, wer mit sich selbst zufrieden ist, strahlt diese positiven Gefühle auch aus, und wirkt dadurch auf andere anziehend, egal ob er körperlich schön ist oder nicht. Wer dagegen unzufrieden mit sich und der Welt ist, hat eine negative Ausstrahlung und stößt andere eher ab, ob Modelfigur oder nicht.
Wenn nun ein großer Unterschied zwischen den Kleidungsstücken besteht, die du gern tragen würdest, und denen, die dir wirklich passen, hast du noch keinen eigenen Stil entwickelt und weißt nicht, was dir wirklich steht. Du schielst vermutlich ständig nach anderen Mädchen, die eine ganz andere Figur haben, beneidest sie, und fühlst dich ihnen gegenüber hässlich, anstatt ohne Vorurteil auszuprobieren, wie du das Beste aus dir machen kannst.
Jede Figur und jeder Typ hat seine Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass du ein Gefühl dafür entwickelst, welche Art von Kleidung für dich am vorteilhaftesten ist, und deinen Typ wirklich betont. Freundinnen haben dafür oft ein besseres Gespür, weil sie dich objektiver beurteilen und nicht durch deine "Ich-bin-hässlich"-Brille schauen. Frag deine Freundinnen, wo deine Stärken liegen und was du betonen solltest. Nimm eine Freundin mit zum Kleiderkauf. Und vor allem: Hab den Mut, du selbst zu sein, und nicht ein Herdentier, was jedem neuen Trend hinterherläuft.“

* Mein Hund Bonny ist letzte Woche gestorben. Natürlich war es für ihn besser, da er sehr krank war. Ich heule jede Nacht und muss immer an ihn denken. Ich hab ihn so lieb gehabt und vermiss ihn total. Ich habe Angst, dass ich nie mehr fröhlich sein kann.
„Wenn dein Lieblingstier gestorben ist, reißt das eine große Lücke in dein Leben. Dein guter Kamerad ist ja nicht mehr da, du vermisst seine Zuneigung, seine Wärme und Gesellschaft. Von einem Hund, einer Katze oder einem anderen Lieblingstier musst du genauso Abschied nehmen und trauern, wie wenn ein anderes Familienmitglied gestorben ist.
Auch wenn dir vom Verstand her klar ist, dass es für deinen Hund das Beste war, nicht mehr leiden zu müssen, fühlt dein Herz große Traurigkeit und braucht Zeit zu heilen. Daher ist es sehr verständlich, dass du weinen musst und dich nach deinem Kameraden sehnst, besonders nachts, wenn dein Hund vielleicht neben (oder auf) deinem Bett gelegen hat, und du beim Aufwachen wusstest, dass er da ist. Du darfst und solltest sogar weinen. Tränen helfen, die Traurigkeit zu lindern und den Schmerz aus dem Inneren nach außen zu befördern. Tränen helfen, Abschied zu nehmen.
Natürlich haben Hunde völlig unterschiedliche Charaktere, aber vor allem sind sie - Hunde. Wenn ein Familienmitglied oder ein Freund stirbt, gibt es keinen Ersatz, ein anderer Mensch kann nie völlig an die Stelle des Verstorbenen treten. Wenn dein Hund oder deine Katze sterben, kann zum Glück aber ein anderer Hund oder eine andere Katze deinen Verlust ausgleichen. Ein Hund, den du lieb hast und gut behandelst, wird immer dein Freund und Kamerad sein, wird sich immer freuen, wenn er dich sieht, wird dich immer trösten, wenn du traurig bist und glücklich sein, wenn du glücklich bist.Daher würde ich dir raten, wenn deine Trauer etwas nachgelassen hat, einen anderen Hund zu adoptieren. Wenn du einen Hund wählst, der die gleiche Rasse hat, wie dein verstorbener Kamerad, wird er ihm in vielen Charaktereigenschaften ähnlich sein. Wenn du dagegen einem Hund aus einem Tierheim ein neues Zuhause gibst, tust du etwas Gutes. Deinem Hund würde es bestimmt gefallen, wenn er wüsste, dass er dir soviel bedeutet hat, dass du auf Hundefreundschaft nicht verzichten möchtest.“

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[TK]

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