Umgang mit behinderten Menschen

Erst fragen, dann helfen!

published: 02.07.2006

Erst fragen, dann helfen! (Foto: Public Address) Erst fragen, dann helfen! (Foto: Public Address)


Menschen im Rollstuhl kannst du eventuell bei der Überwindung von Stufen, Borsteinkanten bzw. anderen Hindernissen, bei stark fallendem oder steigendem Gelände oder beim Umsteigen aus dem Rollstuhl behilflich sein. Bedenke, dass der Rollstuhlfahrer einen anderen Blickwinkel hat als du, wenn du ihm etwas zeigen willst. Wenn ihr mit mehreren Leuten beisammen seid, dann stellt euch in einer Gruppe immer so hin, dass der Rollstuhlfahrer bequem am Gespräch teilnehmen kann. Schiebst du den Rollstuhl in einer belebten Umgebung, beispielsweise auf einem Festival oder im Kaufhaus, dann fahre besonders vorsichtig!

Damit blinde Menschen nicht erschrecken, solltest du sie immer von vorne ansprechen und nicht ohne Vorbereitung berühren. Geht ihr Seite an Seite, solltest du warten, dass sich die blinde Person bei dir einhakt oder dich dazu auffordert – direkter Körperkontakt kann sonst auch schnell bedrohlich wirken. Sage ruhig an, was du siehst, beispielsweise eine Pfütze, eine Stufe etc. Führe die Hand der Person an unbekannte Gegenstände heran und erkläre gleichzeitig, was es ist.

Von hörbehinderten und gehörlosen Menschen musst du gesehen werden. Du solltest ihnen also möglichst direkt gegenüber stehen, bevor du ihnen Hilfe anbietest oder bevor du sie berührst. Sonst können sie sich leicht erschecken. Meistens können sie dir das, was du sagst, vom Mund ablesen. Sprich daher langsam, deutlich, normal laut, ohne zu übertreiben und in kurzen Sätzen.

Ist ein Mensch sprachbehindert, dann höre ihm ganz selbstverständlich und geduldig zu, auch wenn er beim Sprechen Fehler macht. Sprich selbst normal und deutlich und vor allem nicht in Babysprache! Denk daran: Sprachbehinderte Menschen sind sich ihres Handicaps voll bewusst und leiden darunter, wenn sie sich nicht ernst genommen fühlen.

Noch geduldiger und verständnisvoller musst du im Umgang mit geistig behinderten Menschen sein. Bleibe stets höflich und freundlich, sprich in kurzen und klaren Sätzen und mache lieber etwas vor, wenn es schwierig zu erklären ist. Natürlich ist das kein Patentrezept, denn geistig behinderte Menschen haben, wie andere Menschen auch, ganz besondere Gewohnheiten und Eigenarten. Wenn du also längere Zeit mit einem geistig behinderten Menschen verbringen möchtest, solltest du dich vorher bei einer vertrauten Person erkundigen, um auf mögliche Eigenheiten deines Gegenübers entsprechend reagieren zu können.

Also: Behinderte Menschen brauchen nicht dein Mitleid, sondern manchmal einfach deine Hilfe. Dabei kannst du sie nicht oft genug nach ihrer Meinung und ihren Wünschen fragen, denn: Ein Patentrezept gibt es nun mal für keinen zwischenmenschlichen Kontakt!
Aber eigentlich dürfte das für dich selbstverständlich sein, oder?

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[TK]

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