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Bayreuther Festspiele

Wirbel um Katharina Wagner

published: 28.07.2007

So inszeniert sich die Regisseurin Katharina Wagner selbst. Die Urenkelin des Komponisten Richard Wagner wird womöglich die neue Festspielleiterin  (Foto: Bayreuther Festspiele/Enrico Nwarath) So inszeniert sich die Regisseurin Katharina Wagner selbst. Die Urenkelin des Komponisten Richard Wagner wird womöglich die neue Festspielleiterin (Foto: Bayreuther Festspiele/Enrico Nwarath)

Buhrufe und Applaus erfüllten das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth, als der Vorhang bei der Premiere von "Die Meistersinger von Nürnberg" fiel, inszeniert von Richard Wagners Urenkelin Katharina Wagner. Die von ihr auf der Bühne dargestellte Diskussion um Kunst heizte die Debatte um Modernes und Tradition in der Opernwelt auch im echten Leben an.

Katharina Wagners Versuch, das starre Korsett der traditionellen "Meistersinger"-Inszenierung aufzubrechen, machte vielen Hoffnung darauf, dass das Image der Bayreuther Festspiele entstaubt wird und zukünftig mehr Interessantes für ein jüngeres Publikum zu sehen sein wird. Allerdings: Feuilleton-Spezialisten kritisierten, ihre Inszenierung wirke teilweise überladen, während in anderen Szenen Lücken in der Umsetzung klafften. In Besprechungen der Premierenaufführung warf man ihr zudem Holzhammersymbolik vor. Katharina Wagner gilt als wahrscheinlichste Nachfolgerin von Festivalleiter Wolfgang Wagner

Erstmals fanden die Bayreuther Festspiele noch unter der persönlichen Leitung von Richard Wagner im Jahr 1876 im gerade eingeweihten Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth statt, jedoch ohne großen finanziellen Erfolg. Nachdem Richard Wagner 1983 verstarb, wurde an einer Fortsetzung gearbeitet. Schließlich fanden die Richard-Wagner-Festspiele 1886 wieder statt. Bis heute wird jährlich ein Teil der zehn Hauptwerke ("Der fliegende Holländer", "Tannhäuser", "Lohengrin", der vierteilige Zyklus "Der Ring des Nibelungen", "Tristan und Isolde", "Die Meistersinger von Nürnberg" und "Parsifal") des Komponisten im Rahmen der Festspiele aufgeführt.

Traditionell wird die Festivalleitung von einem direkten Verwandten von Richard Wagner übernommen. Die Aufgabe hielt zuerst seine zweite Ehefrau Cosima Wagner inne. Danach führten sein Sohn Siegfried Wagner, seine Schwiegertochter Winifred Wagner und sein Enkel Wieland Wagner die Spiele. Seit 1967 leitet Enkel Wolfgang Wagner die Bayreuther Festspiele. Da dieser inzwischen das 87. Lebensjahr erreicht hat, ist die Diskussion um seine Nachfolge voll entbrannt. Als seine bevorzugte Kandidatin gilt seine Tochter, Richard Wagners Urenkelin Katharina Wagner.

Daher wurde Katharina Wagners Einstand als Regisseurin auf dem Grünen Hügel mit Spannung erwartet. Der Erfolg bzw. Misserfolg ihrer kontroversen Inszenierung der Nationaloper "Die Meistersinger von Nürnberg" wird von zahlreichen Kommentatoren vor allem hinsichtlich der zukünftigen Leitung der Bayreuther Festspiele gedeutet. Die überwiegend negativen Kritiken bedeuten jedoch nicht zwangsläufig, dass Katharina Wagner aus dem Rennen um die Nachfolge ausgeschieden ist. Die Stimmen mehren sich, dass die Festspielleiterin nicht zwangsläufig eine gute Regisseurin sein müsse.

Eines zeigt die erhitzte Debatte: Katharina Wagners Neuinszenierung traf direkt ins Spannungsfeld zwischen den überwiegend älteren Opernfans, die traditionell inszenierte Opern bevorzugen, und avantgardistischen Regisseuren, die mit ihren manchmal skurrilen Neuinszenierungen das konservative Publikum verärgern. Wer hat Recht? Am besten bildet ihr euch eine eigene Meinung. Wer sich im Rahmen der Festspiele, die vom 25. Juli bis 28. August stattfinden, eine Oper ansehen möchte, sollte Ausdauer mitbringen: Eine Aufführung von "Die Meistersinger von Nürnberg" dauert fast fünf Stunden.

[Jan van Hamme]

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