Ostern weltweit

Skurrile Osterbräuche — Teil 1

published: 13.04.2017

Australien: Bilby - der etwas andere Osterhase (Foto: Public Address) Australien: Bilby - der etwas andere Osterhase (Foto: Public Address)

Als man Kind war, war Ostern noch cool. Geschenke und Eier suchen — das waren noch Zeiten. Als Studierender sucht man heute höchstens noch verzweifelt nach dem Vorlesungsskript, das ein Dozent irgendwo hochgeladen haben will, oder der letzten abgewaschenen Tasse in der WG-Küche. Dabei kann es echt lustig und vor allem skurril sein, dieses vermeintlich langweilige Osterfest. Wir stellen dir in einer zweiteiligen Serie zehn verschiedene Osterbräuche aus der ganzen Welt vor, die dir vielleicht wieder Lust auf Ostern machen. Also: Trommel deine WG und Kommilitonen zusammen und geht wie die Niederländer Mobel kaufen, begießt eure Angebetete mit Wasser oder begrabt in irischer Tradition einen Hering. Wieso, weshalb, warum? Das erfahrt ihr jetzt in Teil 1 unserer skurrilen Osterbräuche.
 

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1. Dänemark: Eltern zum Narren machen

In Dänemark werden nicht die Eltern kreativ beim Eierverstecken, sondern die Kinder beim Schreiben eines "Narrenbriefes“ — "Gækkebrev“ genannt. Der Brief ist natürlich handgeschrieben und wird mit bunten Bildern und Gedichten aufgehübscht. Diese Tradition ist schon mehrere Jahrhunderte alt und soll die Eltern vor ein Rätsel stellen, denn: Der Narrenbrief wird nur mit Punkten unterschrieben. Mama und Papa müssen dann erraten, von wem der Brief stammt — schaffen sie natürlich nicht. Als Strafe müssen sie dem Narrenbriefschreiber ein Schokoladenei schenken. — Noch ein Grund mehr, öfter mal wieder einen Brief statt WhatsApp zu schreiben, oder?

2. Niederlande: erstmal Möbel kaufen

Getreu dem abgewandelten IKEA-Motto "Feierst du noch oder kaufst du schon?“ ist es am Ostermontag in den Niederlanden seit Jahrzehnten Brauch, Möbel kaufen zu gehen. Äh, ja, warum auch nicht. Sind Couch und Federkernmatratze dann verstaut, geht’s weiter zum größten Osterfeuer der Welt — dies findet im Ort Espelo statt und steht seit 2012 sogar im, natürlich, Guinnessbuch der Rekorde. Aber da dies den Niederländern an Ostern immer noch nicht genug ist, findet dann obendrein noch das "Paaspop“-Festival mit über 50.000 Besuchern statt.

3. Australien: der Oster-Bilby

Da Australien nach der Einwanderung des Hasen aus Europa jahrelang mit einer Plage zu kämpfen hatte, die einheimische Tierarten zunehmend bedrohte, entschied man: Wir wollen ein anderes Ostertier! Nicht diesen bösen bösen Hasen. Und, voilà — der Oster-Bilby war erfunden. Erfunden stimmt nicht ganz, denn der Bilby existiert tatsächlich und heißt auf deutsch so viel wie "Kaninchennasenbeutler“. So kauft man in Australien an Ostern im Supermarkt eben den Schoko- oder Plüsch-Bilby. Das Beste daran: Ein Teil des Geldes wird für Bilby-Tierschutzprojekte genutzt.
 

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4. Irland: Fische begraben

Und immer wenn man denkt, es geht nicht noch skurriler, dann — ja, ihr wisst schon. So kaufen die Iren an Ostern nicht etwa Möbel oder schreiben rätselhafte Briefe. Nein, die Iren, die begraben einfach mal Heringe in kleinen, vorher ausgehobenen Gräbern. Warum? — Das symbolische Heringsbegräbnis beendet gleichzeitig die Fastenzeit, während der auf Fleisch verzichtet werden muss und nur Fisch gegessen werden darf. Und sind die Heringe dann begraben, geht’s traditionell weiter mit Tanzwettbewerben auf den Straßen um zu feiern, dass die Fastenzeit nun endlich vorbei ist. Tja, es gibt wohl kaum einen besseren Grund abzutanzen als: Essen!

5. Ungarn: Frauen gießen

Wer bisher dachte, Gleichberechtigung von Mann und Frau endet spätestens beim Gehalt, der sollte an Ostern mal nach Ungarn fahren. Hier gibt es an Ostermontag den Brauch des "Ostergießens“ — Männer begießen die in traditionelle Kleider gehüllten Frauen und Mädchen mit kaltem Wasser, damit diese nicht verwelken, sondern immer so wunderschön bleiben #ahja. Dieser uralte Fruchtbarkeitszauber, der seelisches Saubermachen symbolisieren soll, endet für die Männer mit einem bunt bemalten Osterei, das sie von den Frauen geschenkt bekommen.

Bei all den fancy Bräuchen kann man dann doch irgendwie auch ganz froh sein, einfach nur mit Eiersuchen aufgewachsen zu sein. Obwohl — so ein Oster-Bilby ist wirklich sweet. Die nächste Portion Oster-Wahnsinn gibt's dann in Teil 2. Wer's bis dahin nicht aushält, kann die Zeit mit dem Pointer-Quiz "Was weißt du über Osterbräuche?" überbrücken. Viel Spaß und vor allem: Skurrile sowie frohe Ostern, ihr Hasen, äh, Bilbys!

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Zur Website des "Paaspop“-Festivals
Zum Pointer-Quiz "Was weißt du über Osterbräuche?"

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