Buch-Tipp

"Im Namen der Toten" von Ian Rankin

published: 09.12.2007

"Im Namen der Toten" von Ian Rankin  (Manhattan) "Im Namen der Toten" von Ian Rankin (Manhattan)

Bevor er mit Mitte Vierzig zu einem der meistgelesenen Autoren der britischen Krimiliteratur wurde, schlug sich Ian Rankin zeitweise mit kuriosen Nebenjobs durch. Als Alkoholtester zum Beispiel. Die Vorliebe für Scotch teilt er mit seinem beliebten Serienhelden Rebus, einem harten Inspektor, der sich seiner Rente schneller nähert, als ihm lieb ist.

Im neusten Rebus-Abenteuer, dem Polit-Krimi "Im Namen der Toten", bringt Rankin zum ersten Mal wahre politische Ereignisse in die fiktive Welt seiner durchaus realitätsnahen Verbrechen ein. Vor dem Hintergrund des G8-Gipfels, der 2005 tatsächlich in Schottland abgehalten wurde, entwickelt Rankin eine Verstrickung persönlicher, kriminalistischer und politischer Konflikte.

Inspektor Rebus spürt zusammen mit seiner Kollegin Siobhan Clarke einen Serienmörder auf, der es offenbar auf Sexualstraftäter abgesehen hat. Die Ermittlungen führen die beiden Kollegen immer tiefer in die Welt der G8-Organisation und ihrer Top-Akteure. Ungünstig für Rebus, der von den schottischen Behörden die Anweisung erhielt, sich möglichst fernab des Gipfels eine nicht kontroverse Beschäftigung zu suchen. Eine weitere sozialkritische Komponente entfaltet sich durch Siobhans persönliche Bredouille: Ein Polizist prügelt bei einer G8-Gegendemonstration ihre Mutter nieder.

Sogar reale Personen sind in den Plot eingebaut. Präsident Bush erkennt man wieder, als dessen Pendant im Buch einen Sicherheitsbeamten mit dem Fahrrad anfährt. Für diesen Vorfall musste sich auch der wirkliche US-Präsident verantworten, er trug sich 2005 in Gleneagles zu.

Humor, Spannung und eine Portion Moral sind die Kernelemente des Buches. Sie halten sich gegenseitig die Waage. Dabei ist es zum Großteil der Charakterisierung des Inspector Rebus zu verdanken, dass sich der Roman trotz seiner Komplexität locker lesen lässt. Rebus ist stur, depressiv und hat ein Problem mit Autorität. Trotzdem ist er sympathisch, weil er einen guten Kern und vor allem viel Verstand besitzt. Dieser wird leider nur allzu oft getrübt von seinen weniger angenehmen Vorlieben: saufen und pöbeln.

Ian Rankin, übersetzt von Juliane Gräbener-Müller:
"Im Namen der Toten"
Verlag: Manhattan, 2007
Hardcover, 592 Seiten, 19,95 Euro


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