Buch-Tipp

"Keine Angst vor dem leeren Blatt"

published: 11.02.2008

Otto Kruses Ratgeber "Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium" gibt Tipps zum systematischen Schreiben einer Hausarbeit  (Foto: Campus-Verlag) Otto Kruses Ratgeber "Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium" gibt Tipps zum systematischen Schreiben einer Hausarbeit (Foto: Campus-Verlag)

Wer hat nicht schon einmal nach einer perfekt erstellten Gliederung auf die noch leere Seite eins auf seinem Bildschirm gestarrt? Meist ist es besonders schwer, den ersten Satz oder die erste Seite einer Hausarbeit zu schreiben. Doch auch nach den ersten Kapiteln kann der Schreibfluss ins Stocken geraten.

Was man im Uni-Alltag – besonders in den Geisteswissenschaften – mit jedem Semesterende wieder braucht, wird an kaum einer Uni systematisch gelehrt. Erschwerend kommt für Studierende mit mehreren Haupt- und Nebenfächern hinzu, dass jeder Fachbereich seinen eigenen Stil fordert.

Um etwas Ordnung ins Chaos zu bringen und die langen Hausarbeiten zu bewältigen, gibt es Ratgeber wie Otto Kruses "Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium". Das Buch erscheint immerhin bereits in der zwölften "völlig überarbeiteten" Auflage. In den letzten 15 Jahren hat sich auch einiges verändert: Der PC hat die Schreibmaschine ersetzt, beim Recherchieren helfen Online-Lexika und auch das Studium ist Dank Bologna-Prozess viel globaler aber auch schneller geworden. Für eine Hausarbeit ein - noch in der Erstausgabe empfohlenes - Schreibsemester einzulegen, wäre heute undenkbar.

Ziel des Ratgebers ist es, systematisches Schreiben zu lehren. Dazu werden so grundlegende Dinge wie Wissenschaftssprache und Textgenres erklärt. Der Schreibprozess an sich wird Schritt für Schritt erläutert. Für Geisteswissenschaftler und Austauschstudenten kann besonders das Kapitel zum Schreiben in fremden Sprachen hilfreich sein. Aber man muss nicht einmal das Land wechseln, um mit einer neuen wissenschaftlichen Schreibkultur konfrontiert zu werden – ein anderes Bundesland, eine neue Stadt, Hochschule, Fakultät oder auch nur ein anderer Fachbereich reichen schon.

Am häufigsten kann es Studierenden passieren, einen Aufsatz auf Englisch schreiben zu müssen. Hier ändern sich nicht nur die Zitierweise, sondern auch die Textstruktur und der Inhalt. Wie Kruse hervorhebt, stellt die kontinentaleuropäische Tradition eher Quellen in den Mittelpunkt ihrer Denktexte, während bei den leserfreundlicheren angloamerikanischen Texten die Problemlösung eine größere Rolle spielt. Wird von amerikanischen Studenten eher eine überzeugende, individuelle Argumentation erwartet, können ihre deutschen Kommilitonen vor allem mit wissenschaftlichen, tief in der Theorie des Faches verankerten Aufsätzen punkten.

Wer sich weniger für die detaillierten Ausführungen zu Genres und den unterschiedlichen Schreibkulturen der Länder und Fächergruppen interessiert, bekommt in anderen Kapiteln auch handfeste Tipps und Leitlinien für den Aufbau und das Zeitmanagement der eigenen Arbeit.

Manchmal wirkt Kruses Rat aber auch unfreiwillig komisch. Zum Beispiel, wenn man sich selbst bei fehlender Motivation fragen soll: "Welche energetischen Probleme treten bei mir auf? Wie kann ich mich besser energetisieren?". Schon mal darüber nachgedacht?

[Marlene Hofmann]

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