Buch-Tipp

„Das persische Café“ von Marsha Mehran

published: 23.03.2005

"Das persische Café" von Marsha Mehran (Foto: Limes)

Über den Roman
In dem verschlafenen irischen Küstenstädtchen Ballinacroagh passiert selten etwas Aufregendes. Doch jetzt brodelt die Gerüchteküche, denn aus den verhängten Fenstern der ehemaligen Bäckerei dringen fremdartige, betörende Düfte. Drei junge persische Schwestern haben dort Einzug gehalten und planen - wie sich bald herausstellt - ein Restaurant zu eröffnen: Marjan, die älteste der Schwestern und eine begnadete Köchin, die sehr verschlossene Bahar und die junge romantische Layla.

Ein gefundenes Fressen für die Klatschbasen des Ortes - allerdings nur im übertragenen Sinn, denn dem Restaurant bleiben sie fern. Schon der Name "Café Babylon" weckt in den engstirnigen Einwohnern die wildesten Assoziationen: Sodom und Gomorrha leben auf, und brave Ehefrauen fürchten, dass ihre rechtschaffenen Ehemänner durch köstliche Düfte und die Schönheit der exotischen Schwestern verwirrt werden könnten.

Außerdem gibt es noch den heimlichen Herrscher Ballinacroaghs, Thomas McGuire, einen tyrannischen Gastronom, der nicht nur sein Imperium bedroht, sondern auch seinen Lebenstraum einer Diskothek dahinschwinden sieht. Als er zu seiner Schande noch erfahren muss, dass sein jüngerer Sohn Malachy mit Layla anbandelt, setzt er seinen älteren Sohn auf die beiden an.

In dem ganzen Durcheinander behält nur die besonnene Marjan die Ruhe. Kurz entschlossen lädt sie Freund und Feind zu einem gemeinsamen Fest ein und serviert ihre berühmte Granatapfelsuppe, der magische Kräfte zugeschrieben werden. Denn der Granatapfel ist die Frucht der Hoffnung und des Neubeginns...

Mit ihrem Debütroman ist Marsha Mehran eine hinreißende Schlemmerorgie zwischen „Babettes Fest“ und „Chocolat“ gelungen: eine warmherzige, humorvolle und sinnliche Hymne an die Liebe und die Freude am Essen - und ein Plädoyer gegen Engstirnigkeit und Fremdenfeindlichkeit. Jedem Kapitel ist ein köstliches persisches Rezept vorangestellt - ein sinnliches Lesevergnügen, vom verlockenden Hors d’œuvre bis zum traumhaft sündigen Dessert.

Über die Autorin
Marsha Mehran ist am Vorabend des Umsturzes im Iran mit ihrer Familie nach Argentinien geflohen. In Buenos Aires betrieben ihre Eltern ein Café mit Spezialitäten aus ihrer Heimat, während die Tochter eine schottische Privatschule besuchte. Nachdem Marsha Mehran dann in den USA und Australien lebte, hat sie sich kürzlich mit ihrem Mann in Irland niedergelassen. Sie schreibt an ihrem nächsten Roman.

[PA]

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