Martin Böttcher (Foto: Public Address)Patrick Nuo (Foto: Public Address)Morcheeba - "The Antidote"  (Foto: Echo/Pias)Heinrich Breloer (Foto: Public Address)Patrice - "Nile"  (Foto: Yo Mama)Extrabreit (Foto: Public Address)Renate Dorrestein (Foto: Public Address)

Ausstellung in der Neuen Pinakothek

Italienbilder der Goethezeit

published: 19.05.2005

Carl Rottmann: „Taormina mit dem Ätna“ (1828/29) (Foto: München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek) Carl Rottmann: „Taormina mit dem Ätna“ (1828/29) (Foto: München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek)

"In diesen Gegenden muss man zum Künstler werden" – so resümiert Goethe in der "Italienischen Reise" seine Eindrücke von den Landschaften Italiens. Schon im 17. Jahrhundert war Italien Wiege der klassischen Landschaftsmalerei gewesen. In den Jahrzehnten um 1800 wurde dieses Land von Reisenden wie Künstlern neu entdeckt.

Hier nahm eine entscheidende Etappe in der Entwicklung der Landschaftsmalerei ihren Anfang, die von der idealen Landschaftsdarstellung über die genaue Naturbeobachtung zum Festhalten des spontanen, subjektiven Eindrucks führte und die traditionelle Hierarchie der Kunstgattungen mit ihrer Dominanz der Historienmalerei auflöste. Diesen Prozess anhand der Darstellung klassischer Orte und Landschaften Italiens in Werken von Jakob Philipp Hackert bis Carl Blechen zu veranschaulichen, ist das Anliegen der Ausstellung "Kennst Du das Land - Italienbilder der Goethezeit". Bis zum 31. Juli 2005 kann man sich die Bilder in der Neuen Pinakothek in München anschauen.

Ferdinand Georg Waldmüller: „Der Junotempel in Agrigent“ (um 1845) (Foto: Vaduz-Wien, Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein)Ferdinand Georg Waldmüller: „Der Junotempel in Agrigent“ (um 1845) (Foto: Vaduz-Wien, Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein)

In 14 Kapiteln werden dem Besucher mit 120 Gemälden, Ölstudien und Zeichnungen ausgewählte Orte und Landschaften in bedeutenden Bildschöpfungen vorgestellt. Das Augenmerk gilt dabei den Orten, die aus unterschiedlichen Gründen als bildwürdig erkannt und auf unterschiedliche Weise ins Bild gesetzt wurden: die klassischen Städte und Landschaften von Rom über Neapel bis Sizilien. An sie knüpften sich historische, literarische oder künstlerische Erinnerungen, und sie zogen durch die Schönheit und Vielfalt der Natur die Künstler in ihren Bann.

Als Auftakt führt das Kapitel der "Ideallandschaft" in die Ausstellung ein. Hier geht es um die Auseinandersetzung mit dem klassischen Italienbild, das noch ganz der im 17. Jahrhundert durch Nicolas Poussin und Claude Lorrain begründeten Tradition verpflichtet war. Es folgt in einem zweiten Schwerpunkt die „Ewige Stadt“ als Zentrum und Ausgangspunkt aller künstlerischen Unternehmungen. Zu den Motiven gehörten zum einen die Ausblicke auf Rom selbst, wie in Johann Georg von Dillis Werk "Blick von der Villa Malta auf St. Peter" (1818), zur künstlerischen Themenpalette. Zum anderen war es in der näheren Umgebung Roms vor allem die Landschaft der Campagna, die als neue Region künstlerisch erobert wurde. Mit ihren anspruchslosen, im herkömmlichen Sinn wenig spektakulären Motiven wurden die Kargheit und Einsamkeit dieser Landschaft vielen Malern zum Erlebnis.

Hier fanden sie die bevorzugten Motive für ihre weder von Mensch noch Tier belebten Landschaftsstudien, die unmittelbar der in den dreißiger Jahren entwickelten Naturwahrnehmung entsprach. In Tivoli hingegen ließen sich mit dem antiken Vestatempel über steiler Felsenschlucht, mit den Kaskaden des Anio und dem manieristischen Terrassengarten der Villa d’Este Urmotive römischer Vedutenkunst studieren. Das Malerische wilder Landschaft konnte man hier mit der Eleganz klassischer Baukunst verbinden und in effektvollen Bildern zur Darstellung bringen.

Johan Christian Dahl: „Ausbruch des Vesuvs“ (1826) (Foto: Frankfurt Main, Staedelsches Kunstinstitut und Staedtische Galerie)Johan Christian Dahl: „Ausbruch des Vesuvs“ (1826) (Foto: Frankfurt Main, Staedelsches Kunstinstitut und Staedtische Galerie)

Der Golf von Neapel und seine Umgebung ist der zweite Schwerpunkt der Ausstellung. Hier faszinierte neben der südlich üppigen Fülle der Vegetation die wunderbare Lage der Stadt an der Bucht, wie sie Wilhelm Ahlborn in seinem Gemälde "Die Bucht von Pozzuoli bei Neapel" (1832) zeigt. Das tiefe Blau des Wassers und die markante Silhouette des Vesuvs wurden zu den prägenden Wahrzeichen dieser Region. Doch auch aus einem anderen Grund faszinierte der damals aktive Vulkan. Ausgehend von einem empirisch-wissenschaftlich gelenkten Blick der Zeit, wurde er zu einem aufregenden Motiv. So führt etwa Johann Christian Dahls "Vesuvsausbruch" von 1826 dem Betrachter das Naturschauspiel als ästhetisches Spektakel vor Augen. Weitere, von Neapel aus gut erreichbare Orte waren Sorrent und die Insel Capri.

Das Schlusskapitel der Ausstellung schließlich bildet Sizilien. Von Palermo nahmen die meisten Reisenden den Weg zu den historisch bedeutsamen antiken Stätten wie Agrigent, Syrakus und Taormina. In Agrigent fanden sich zahlreiche gut erhaltene Tempelruinen, die durch ihre imposante Lage beeindruckten. Sowohl archäologische Forschungen wie auch künstlerische Arbeiten belegen das zu dieser Zeit von Winckelmann angeregte Interesse an der Antike. In Taormina schließlich war es vor allem das Griechische Theater, das für die Maler wegen seiner beeindruckenden landschaftlichen Lage zu einem häufig gewählten Motiv wurde.

Neue Pinakothek
Barer Straße 29
80799 München
Eingang: Theresienstraße

Öffnungszeiten
täglich außer Di. 10-17 Uhr
Mi. 10-20 Uhr
geschlossen: Dienstag, 1. Mai, Heiligabend, 1. Weihnachtstag, Silvester

[PA]

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