"Die Trojaner"

Deutsche Oper führt Berlioz auf

published: 17.10.2005

Hector Berlioz Oper "Die Trojaner" (Foto: Deutsche Oper/Straub)Hector Berlioz Oper "Die Trojaner" (Foto: Deutsche Oper/Straub)

Was würde wohl geschehen, wenn Osama Bin Laden unsere Angela Merkel entführte und sie anschließend in einer Festung am Hindukusch gefangen hielte? Würde der Stoiber dann seine Mannen um sich scharen und mit wehenden Fahnen um die halbe Welt und in den Krieg ziehen, um die „schöne Angela“ zu befreien?

Natürlich nicht, denn Osama ist nicht Paris, der Prinz von Troja. Und Edmund ist nicht Menelaos, König von Sparta. Und Angela ist nicht die schöne Helena. Deswegen halten wir uns lieber an die historischen Vorlagen und empfehlen Angela, Edmund und Osama, sich bei der Deutschen Oper Am Rhein Premierenkarten zu bestellen, um am 29. Oktober in Duisburg und Düsseldorf beim Saisonstart vor Ort zu sein – oder eine der späteren Vorstellungen von „Die Trojaner“ und „Carthago“ zu besuchen, einem Zweiteiler, der laut Intendant Prof. Tobias Richter „…alle unsere Kräfte fordern wird“.

Hector Berlioz Oper Hector Berlioz Oper "Die Trojaner" (Foto: Deutsche Oper/Straub)

„Was passiert, wenn man eine wunderschöne Frau entführt? Es kommt zum Krieg! Sollte man den Grund für den Trojanischen Krieg erklären, wäre das sicher eine der plausibelsten Sichtweisen. Denn diese Schöne Helena ist nicht nur Stein des Anstoßes, sie beschert uns auch eine der aufregendsten Geschichten der Menschheit“, so steht es in der Pressemitteilung der Deutschen Oper am Rhein. „Mit ihr beginnt der Trojanische Krieg, wir lernen Priamos und Odysseus kennen; auch seine Geschichte und die seines Sohnes wird von Homer in großartigen Versen in seiner Odyssee und der Illias geschildert. In diesem Herbst erzählt Ihnen die Deutsche Oper am Rhein diese Abenteuer der griechischen Mythologie aus der Sicht des Musiktheaters: von Helena über Kassandra, Dido und Aeneas, Odysseus und Penelope hin zu Kalypso und Telemach. Diese ineinander greifenden Geschichten haben Komponisten aus unterschiedlichen Epochen inspiriert: Von Monteverdi, über Scarlatti und Berlioz bis hin zu Offenbach – die griechische Mythologie ist offenbar von zeitlosem Interesse für die Musik.“

Die Oper „Die Trojaner – Les Troyens“ von Héctor Berlioz findet – an manchen Tagen am gleichen Abend - in zwei Teilen zeitversetzt an zwei Spielorten statt: Der erste Teil „Troja“ wird im Theater Duisburg aufgeführt, der zweite Teil „Carthago“ danach im Opernhaus Düsseldorf.

Das sei, so der Intendant, „…nicht nur eine künstlerische, sondern auch eine logistische Herausforderung für das ganze Haus. Bei einigen der Termine bieten wir Ihnen an, Sie als Publikum komfortabel und rechtzeitig von Troja nach Carthago zu transportieren…“.

Und Osama Bin Laden wollen wir doch lieber von einem Besuch im Ruhrpott abraten. Aber Angela und Edmund, das wären bestimmt gerne gesehene Premierengäste in Duisburg und Düsseldorf. Unterhaltsam wird’s allemal – und lehrreich vermutlich auch für große Koalitionäre.

[Karl Günter Rammoser]

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