Ausstellungs-Tipp

100 Jahre „Die Brücke“

published: 28.12.2005

Ernst Ludwig Kirchner: Akt in Orange und Gelb, 1929 (Foto: Stiftung Saarländischer Kulturbesitz) Ernst Ludwig Kirchner: Akt in Orange und Gelb, 1929 (Foto: Stiftung Saarländischer Kulturbesitz)

Wer den Ausdruck "Brücke" hört, wird wohl zuerst an ein Bauwerk denken, das zwei Landstriche über einen Fluss miteinander verbindet. Kunstinteressierte ordnen dem Namen noch etwas anderes zu: "Die Brücke" war eine der berühmtesten Künstlergemeinschaften in der Geschichte Deutschlands.

Vor über 100 Jahren, am 7. Juni 1905, gründeten die Architekturstudenten Eric Heckel, Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl und Karl Schmidt-Rottluff "Die Brücke" in Dresden. Verantwortlich für den Namen war der junge Karl Schmidt, er sah dahinter eine Verbindung zwischen verschiedenen Stilen der bildenen Kunst, eine Brücke von einem zum anderen Ufer. 1906 schlossen sich Max Pechstein und Emil Nolde an, 1907 trat Nolde jedoch wieder aus. 1910 fand auch Otto Müller den Weg in die Künstlergruppe. Mit ihren Ideen wollten die Studenten die Malerei revolutionieren, neue Ideen finden und sich vom herkömmlichen Stil der Akademien lösen.

Der von den Mitgliedern der "Brücke" entwickelte Stil ging als Expressionismus in die Kunstgeschichte des 20 Jahrhunderts ein. Beim Expressionismus versuchte der Künstler, sein Erlebtes und seine Empfindungen auszudrücken, wobei die expressive Ebene gegenüber der sachlichen und ästhetischen überwog. Es zählte weniger die wahrheitsgetreue Darstellung von Dingen in schöner Form. Manchmal zeichneten sich die Bilder gerade durch Abstraktion aus. So war es auch bei vielen Werken, die in der "Brücke" im Laufe der Jahre entstanden. Damit wollten die Expressionisten weg von der Norm und aufrütteln.

Erich Heckel: Sitzender Mann (Selbstbildnis), 1912 (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe)Erich Heckel: Sitzender Mann (Selbstbildnis), 1912 (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe)

„Die Brücke“ ist eine der ältesten deutschen Vereinigungen, die entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der klassischen Moderne hatte. Sie löste sich 1913 auf, die einzelnen Künstler arbeiteten jedoch alleine über Jahre an verschiedenen Werken weiter. In der Nazizeit wurden diese als "entartet" geächtet.

Seit Juni 2005 feiert "Die Brücke" nun ihr 100jähriges Jubiläum mit zahlreichen erfolgreichen Ausstellungen in Deutschland und Europa. Auch 2006 können Kunstliebhaber weitere Schauen der Werke der "Brücke" in verschiedenen Museen und Kunsthallen erleben.

Ausstellungsorte- und Termine:

Berlinerische Galerie Berlin Kreuzberg
Brücke - die Geburt des deutschen Expressionismus
Bis zum 15. Januar 2006
Öffnungszeiten: Mo-Sa 10-20 Uhr, So 10-18 Uhr
www.berlinischegalerie.de

Brücke-Museum Berlin
Bis zum 15. Januar 2006
www.bruecke-museum.de

Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie
100 Jahre Brücke
24. Februar bis 21. Mai 2006
www.smb.spk-berlin.de

Max Pechstein: Frauenkopf (Kremios, Paulau) 1917 (Stiftung Saarländischer Kulturbesitz)Max Pechstein: Frauenkopf (Kremios, Paulau) 1917 (Stiftung Saarländischer Kulturbesitz)


Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
100 Jahre Künstlergruppe "Die Brücke"
Bis zum 26. Februar 2006
www.kunsthalle-karlsruhe.de

Saarland Museum Saarbrücken
Die Brücke in der Südsee- Exotik der Farbe
Bis zum 8. Januar 2006
www.saarlandmuseum.de

Hamburger Kunsthalle
"Die Brücke" in Hamburg
Bis zum 13. Januar 2006
www.hamburger-kunsthalle.de

Kunsthalle Bielefeld
Kirchner und "Die Brücke": Selbstbildnisse- Künstlerbildnisse
Bis zum 26. Februar 2006
www.kunsthalle-bielefeld.de

Schweinfurter Museum Georg Schäfer
"Die Brücke"
Bis zum 15. Januar 2006
www.museumgeorgschaefer.de

[Laura Zangl]

Links

www.berlinischegalerie.de
www.bruecke-museum.de
www.smb.spk-berlin.de
www.kunsthalle-karlsruhe.de
www.saarlandmuseum.de
www.hamburger-kunsthalle.de
www.kunsthalle-bielefeld.de
www.museumgeorgschaefer.de

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung