Eine Tradition der Universität Cambrige ist die jährliche Verleihung akademischer Ehrentitel, die im Rahmen eines Festaktes durch den Kanzler der Universität, Prinz Philip, vorgenommen wird (Foto: ZDF/Vidicom)Eine Tradition der Universität Cambrige ist die jährliche Verleihung akademischer Ehrentitel, die im Rahmen eines Festaktes durch den Kanzler der Universität, Prinz Philip, vorgenommen wird (Foto: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Philip,_Duke_of_Edinburgh#mediaviewer/File:Duke_of_Edinburgh_33_Allan_Warren.jpg" target="_blank">Prinz Philip (1992)</a> von <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/User:DrKiernan" target="_blank">DrKiernan</a> lizensiert durch <a href="CC BY-SA 3." target="_blank">http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/</a>)"Black & White 2" ist nur für PC erhältlich.  (Foto: EA)Spielt das Schlitzohr Frank Abagnale Jr. - Leonardo DiCaprio (Foto: Public Address)Matti und Niila gründen eine Rock-Band  (Foto: Piffl Medien)Judas Priest - "Rising In The East"  (Foto: Warner Music Vision)Spielt die Hauptrolle in "Ein ganz gewöhnlicher Jude" - Ben Becker (Foto: Public Address)Ben Becker (Foto: Public Address)

Theater-Tipp

„Der zerbrochene Krug“

published: 24.01.2006

Das Maxim Gorki-Theater in Berlin (Foto: Maxim-Gorki-Theater von Beek100 lizensiert durch CC BY-SA 3.0) Das Maxim Gorki-Theater in Berlin (Foto: Maxim-Gorki-Theater von Beek100 lizensiert durch CC BY-SA 3.0)

Als niemand Geringeres als Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe persönlich 1808 „Der zerbrochene Krug“ am Weimarer Nationaltheater uraufführte, rieb sich Heinrich von Kleist schon die Hände. Hatte er sich den großen Dichter doch extra als Regisseur gewünscht. Zudem schien allein der Name des großen Goethe Erfolg versprechend. Doch hier irrte von Kleist, denn obwohl er sein Stück in guten Händen glaubte, geriet die Premiere zu einem gehörigen Desaster.

Eine Szene aus Eine Szene aus "Der zerbrochene Krug" in der Inszenierung von Alexander Lang (Foto: Marion Bührle)

Zwar hatte der Herr Geheimrat die komischen Passagen des Stücks hervorheben wollen und seine Schauspieler sogar zu Lachpausen für das Publikum angehalten. Trotzdem strich der Dichterfürst die Handlung auf ein unverständliches Maß zusammen und baute andererseits am Ende einige Längen ein. Die Kritiken waren vernichtend, das Publikum enttäuscht, Kleist als Theaterautor erledigt. Von einem Schießduell mit dem Dichterfürsten konnte der ehemalige Soldat gerade noch abgehalten werden, heißt es.

So viel Pech wird der kommenden Aufführung am Berliner Maxim Gorki Theater hoffentlich nicht beschieden sein. Immerhin schadete der große Misserfolg der Premiere dem Stück über die Jahre nicht. Heute zählt „Der zerbrochene Krug“ zu den Klassikern und war in vielen führenden Bühnenhäusern der Republik im Programm. Das liegt sicher an der Zeitlosigkeit der Handlung, die sich um den Dorfrichter Adam (gespielt von Götz Schubert) dreht.

Der hat seiner Angebeteten Eva (Anna Kubin) einen nächtlichen Besuch abgestattet, wurde dabei aber von ihrem Verlobten Ruprecht (Felix Rech) erwischt. Bei dem anschließenden Handgemenge in der Dunkelheit gelang dem Richter die Flucht, ein wertvoller Krug ging jedoch zu Bruch. Da Frau Martha Rull (Rosa Enskat) Ruprecht für den Täter hält, bringt sie den zerbrochenen Krug zur Anzeige.

Ab dem 26. Januar ist Ab dem 26. Januar ist "Der zerbrochene Krug" in Berlin zu sehen (Foto: Marion Bührle)

Nun soll Dorfrichter Adam bei der öffentlichen Verhandlung Recht sprechen. Das ist kein Problem für den Richter, denn mit geschickten Strategien lenkt er von sich selbst ab und will die Tat jemand anderem anhängen. Damit Eva nichts ausplaudert, hat er damit gedroht, Ruprecht in den Krieg zu schicken. Der Fall scheint nach Adams Wünschen auszugehen, wäre da nicht der unerwartete Besuch vom Gerichtsrat Walter (Klaus Chatten) aus Utrecht. Der beobachtet den Prozess und kommt dem bauernschlauen Richter schnell auf die Schliche. Doch mit einem Schuldeingeständnis des Dorfrichters wäre auch sein eigenes Rechts-System angegriffen...

Es beleibt abzuwarten, wie Regisseur Alexander Lang die kleistsche Provinzposse in die heutige Zeit transponiert. Genügend Ansatzpunkte bietet das Stück allemal.

Die Premiere von „Der zerbrochene Krug“ findet am Donnerstag, den 26. Januar 2006, um 19.30 Uhr, im Maxim Gorki Theater in Berlin statt. Dann ist der klassizistische Schinkel-Bau hoffentlich bis auf den letzen Platz gefüllt.

[Jörg Römer]

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www.gorki.de

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