Dokumenten-Dschungel

Haben Dokumente ein Verfallsdatum?

published: 17.01.2008

Oft hebt man viel zu viele alte Dokumente auf (Foto: Elena Elisseeva/shutterstock.com) Oft hebt man viel zu viele alte Dokumente auf (Foto: Elena Elisseeva/shutterstock.com)

Der Dokumenten-Dschungel
Wenn auf dem Schreibtisch wieder das absolute Chaos herrscht und Ordner überquellen, ist es allerhöchste Zeit auszumisten. Oft fallen einem bei solchen Aufräumaktionen Dokumente in die Hände, bei denen man nicht sicher ist, wie man vorgehen soll. Wenn sich bei dir auch die Kassenbons und Kontoauszüge stapeln, dann heißt es aussortieren und unnötigen Papierballast abwerfen, um die wirklich wichtigen Dinge ausreichend lange aufbewahren zu können.

Scoolz hat sich einen Weg durch den Dokumenten-Dschungel gebahnt.

Ich-Dokumente
Fangen wir mit dem an, was du ein Leben lang brauchst. Dokumente, die deine ewigen Begleiter sind, nennt man Ich-Dokumente. Dazu gehören: die Geburtsurkunde, dein Taufschein (sofern du einen besitzt), dein Reisepass, alle Zeugnisse und Ausbildungsurkunden, ärztliche Gutachten und später eventuell auch deine Heiratsurkunde.Außerdem solltest du unbedingt Kopien von deinem Personalausweis und deinem Führerschein aufbewahren.

Arbeits-Dokumente
Arbeitsverträge und Gehaltsabrechnungen musst du bis zur Rente aufbewahren. Das Gleiche gilt auch für Sozialversicherungsnachweise, Nachweise über Arbeitslosengeld und alle deine Uni-Unterlagen.

Mietverträge, Nebenkostenabrechnungen etc.
Alles was zu einer Wohnung gehört (Mietvertrag, Nebenkostenabrechnung etc.), kann in den Papierkorb, wenn das Mietverhältnis beendet und alles abgewickelt und bezahlt ist.

Rechnungen
Drei Jahre solltest du Rechnungen bei dir lagern, denn so lange kann die Gegenseite noch Forderungen stellen. Mit der Rechnung in deinen Unterlagen bist du auf der sicheren Seite. Dazu gehören übrigens auch Telefonrechnungen. Für Rechnungen, die vor dem 1. Januar 2002 ausgestellt wurden, beträgt die Frist nur zwei Jahre.

Kreditverträge
Einträge bei der Schufa bestehen drei Jahre lang, deswegen solltest du Unterlagen zu Kreditverträgen auch so lange aufbewahren – zumindest, bis die letzte Rate gezahlt ist.

Kassenbons
Kaum zu glauben, aber wahr: Kassenbons solltest du bis zu zwei Jahre aufbewahren. Wichtig ist das bei Produkten, auf die es Garantie gibt, denn nur mit Kassenbon ist eine Reklamation möglich.

Kontoauszüge
Deine Bankbelege solltest du mindestens drei Jahre oder länger aufbewahren, da sie ein Beweis dafür sind, welche Beträge du an wen gezahlt hast. Fehlen dir Auszüge, kannst du sie dir gegen eine Gebühr von der Bank besorgen.

Versicherungen
Unterlagen zu Versicherungen sowie Verträge musst du solange aufbewahren, wie die Versicherung läuft. Ist sie ausbezahlt oder gekündigt, solltest du die Unterlagen vernichten. Übersichtlichkeit ist gerade bei Versicherungspapieren sehr wichtig.

Strafzettel, Urteile etc.
Strafzettel, Gerichtsurteile und Ähnliches mussten früher dreißig Jahre lang aufbewahrt werden. Heute kannst du solche Unterlagen aber guten Gewissens aussortieren, wenn sie rechtskräftig geworden oder bezahlt worden sind. Allerdings könnten diese Unterlagen dir helfen, wenn Jahre später ein Verfahren wieder aufgenommen wird.

Dokumente wiederbeschaffen
Stehen dir jetzt die Haare zu Berge, weil du wichtige Unterlagen nicht mehr hast? Das ist eigentlich kein großes Problem - nur ein kostspieliges. Du solltest fehlende Unterlagen möglichst schnell wiederbeschaffen, damit es im Ernstfall nicht unnötigen Stress gibt. Deine Geburtsurkunde kannst du beispielsweise beim Standesamt deiner Geburtstadt bekommen (gegen Gebühr), Steuerkarten gibt es bei dem Einwohnermeldeamt, bei dem du am 20.09. des Vorjahres gemeldet warst, und Zeugnisse gibt es bei deiner Schule oder, falls die Schule nicht mehr existiert, bei der Schulbehörde. Schulen sind nämlich verpflichtet, Zeugnisse 55 Jahre lang aufzubewahren. Fehlen dir Unterlagen zur Sozialversicherung, solltest du dich bei der Landesversicherungsanstalt (LVA) oder der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) melden. Einen Führerschein-Ersatz gibt es beim Verkehrsamt.

[TK]

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