Hauterkrankungen und Allergien

Besonders gefährdete Berufe

published: 16.11.2005

Ständiges Haarewaschen kann trockene Haut weiter reizen (Foto: Public Address) Ständiges Haarewaschen kann trockene Haut weiter reizen (Foto: Public Address)

Die richtige Ausbildung?
Nach der Schule ist die Berufswahl eine wichtige Entscheidung, da sie dein weiteres Leben mitbestimmt. Berufliche Allergien und Hauterkrankungen sind jedoch immer wieder dafür verantwortlich, dass man seine Ausbildung oder den Beruf aufgeben muss. Neben Allergien der Atemwege, wie der Mehlstauballergie, treten in vielen Handwerksberufen häufig sogenannte allergische Kontaktekzeme auf. 90% der berufsbedingten Hauterkrankungen sind Kontaktekzeme der Hände.

Damit dir das nicht passiert, solltest du dich intensiv mit deiner Berufswahl auseinandersetzen, im Vorstellungsgespräch gründlich über Risiken aufgeklärt werden, eventuell einen Hautarzt um Rat fragen und dich an deinem Arbeitsplatz schließlich vor Hauterkrankungen ausreichend schützen.

Vorsicht!
Besonders gefährdete Berufe solltest du meiden, wenn du unter extrem trockener Haut leidest oder bereits allergische Erkrankungen der Haut (Neurodermitis) oder der Atemwege (Heuschnupfen, Asthma) hast. Schutzmaßnahmen bei der Arbeit sind für dich besonders wichtig. Bevor du einen Beruf auswählst, solltest du dich von einem Dermatologen oder Allergologen beraten lassen.

Also: Lieber einen Berufswunsch aufgeben, als nach einigen Jahren aus Krankheitsgründen umschulen müssen!

Was ist ein Kontaktekzem?
Kontaktekzeme sind Entzündungen der Haut, die durch die Berührung mit schädigenden Stoffen oder bei Allergien gegenüber bestimmten Stoffen ausgelöst werden. Die Hände sindgerötet und es bilden sich juckende, trockene, schuppige Stellen zwischen den Fingern. Es können sogar Bläschen oder Schwellungen auftreten, die Haut kann einreißen, nässen und es bilden sich Krusten.

Wie entsteht es?
Durch häufiges Händewaschen, besonders wenn die Hände nicht ausreichend abgetrocknet werden, oder durch das Tragen von feuchtigkeitsdichten Handschuhen, weicht die Haut auf und der Schutzmantel wird angegriffen. So können Allergie auslösende Stoffe in tiefere Hautschichten eindringen und dort die Symptome des Ekzems auslösen. Neben Feuchtigkeit sind Hitze und Kälte, aggressive Reinigungsmittel, Säuren und Laugen, Keime und Pilze zusätzliche Risikofaktoren.

Wer ist besonders gefährdet?
Besonders häufig betroffen sind Friseure, Bäcker und Maler. Friseur-Azubis übernehmen in erste Linie das Haarewaschen und haben so ständig feuchte, aufgeweichte Hände. Aber auch Metallschleifer, Fräser, Lackierer, Kfz-Mechaniker, Floristen, Zahntechniker, Maurer, Fliesenleger, Köche, Metzger, Drucker, Schreiner, Kranken- und Altenpfleger, Laboranten, Masseure usw. zählen zu den gefährdeten Berufen.

Welche Gefahrenstellen gibt es in welchen Jobs?
· Friseurhandwerk (Dauerwellmittel, Farben, Shampoo, Gummihandschuhe ...)
· Bäckerei/Konditorei (Aromen, Konservierungsmittel, Reinigungsmittel ...)
· Baugewerbe/Malerhandwerk (Zement, Kunstharze, Farben ...)
· Metallgewerbe (Metalle, Metallkleber ...)
· Gummiindustrie (Gummichemikalien)
· Elektroindustrie (Lötmittel, Metalle ...)
· Holzgewerbe (Klebestoffe, Beize, Holzschutzmittel, Holzstaub ...)
· Kunststoffindustrie (Kunstharze ...)
· Kfz-Handwerk (Abgase, Motoröl, Brems- und Kühlflüssigkeit ...)

So schützt du dich!
· Zum Schutz vor Chemikalien, Reinigungsmitteln oder auch Wasser solltest du immer Handschuhe tragen. Unterziehhandschuhe aus Baumwolle können den Schweiß aufnehmen.
· Wenn es in deinem Beruf andere vorgeschriebene Schutzkleidung gibt (falls erforderlich Atemschutzmaske), solltest du diese immer tragen tragen.
· Vor, während und nach der Arbeit gilt es, die Hände mitHautcreme zu schützen. Möglichst eine Creme ohne Duft- und Konservierungsstoffe benutzen. Wichtig: Die besonders empfindlichen Fingerzwischenräume mit berücksichtigen.
· Hände nur so oft waschen, wie es wirklich nötig ist.
· Hände nur mit möglichst milder, unparfümierter, seifenfreier Waschlotion reinigen.
· Möglichst keinen Schmuck tragen, denn darunter können sich Bakterien ansammeln.
· Auch in der Freizeit die Haut mit Pflegecreme verwöhnen.
· Den Hautschutzplan am Arbeitsplatz unbedingt beachten. Ein Hautschutzplan für Friseure gehört (in Form eines Plakates) in jeden Betrieb!

Was tun, wenn der Beruf krank macht?


Treten bei dir in der Ausbildung Handekzeme oder Atemnot auf, solltest du sofort einen Arzt (Betriebsarzt, Allergologen, Hautarzt) aufsuchen. Jeder Kontakt mit der Allergie auslösenden Substanz sollte ab sofort vermieden werden! Zur Behandlung werden meist spezielle Salben, Cremes oder Bäder angewendet. Im schlimmsten Fall musst du dir einen anderen Beruf suchen.

[TK]

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