Stellenanzeigen

Das Kleingedruckte durchschauen

published: 16.11.2005

Stellenanzeigen scheinen oft ziemlich undurchsichtig (Foto: Stellenanzeige von dirkvorderstrasse lizensiert durch CC BY 2.0) Stellenanzeigen scheinen oft ziemlich undurchsichtig (Foto: Stellenanzeige von dirkvorderstrasse lizensiert durch CC BY 2.0)

Stellenanzeigen scheinen oft ziemlich undurchsichtig. Aber man kann das Kleingedruckte durchschauen...

Fast jede Zeitung und Zeitschrift hat heute einen Stellenmarkt. Oft ist es gar nicht so einfach, sich im Anzeigen-Dschungel zurecht zu finden und passende Angebote herauszufiltern. Aber oft können dir die Anzeigen schon etwas über die jeweilige Firma sagen. Schaltet eine Firma beispielsweise mehrere Anzeigen, könnte das darauf hinweisen, dass sich hier etwas im Aufbau befindet. Andererseits könnte dies aber auch ein Zeichen dafür sein, dass viele Mitarbeiter die Firma verlassen.

Stellenanzeigen sollte man deshalb genau unter die Lupe nehmen:

Sachliche Ebene
* Wie präsentiert sich das Unternehmen? (”Wir sind...”)


Branche
* Größe/Marktstellung (Mitarbeiterzahl, Umsatz...)
* Produktionsprogramm/Dienstleistungsspektrum
* Zukunftsperspektiven der Firma/Branche
* Image/Firmenphilosophie
* Führungsstil
* Firmensitz (ist ein Umzug erforderlich?/Verkehrsanbindung)

2. Infos zur Position und zum Aufgabengebiet (”Wir suchen...”)
* Bezeichnung der ausgeschriebenen Stelle
* Aufgabenbeschreibung
* Kompetenzen und Verantwortungsbereiche
* Aufstiegsmöglichkeiten
* Einarbeitungsmaßnahmen
* Beginn des Ausbildungsverhältnisses
* Befristetes Arbeitsverhältnis/Teilzeitarbeit/Telearbeit
* Aussagen zur Vergütung und Zusatzleistungen
* Eintrittstermin

3. Anforderungen an den Bewerber (”Sie sind...”)
* Sprachkenntnisse
* Alter
* Charaktereigenschaften
* Bereitschaft zur Teamarbeit
* Anforderungen an Mobilität
* evtl. Praxis- oder Berufserfahrung/ Berufsausbildung
* Bei Formulierungen wie beispielsweise ”möglichst mit Berufserfahrung” sind durchaus auch Berufsanfänger gefragt!

4. Infos zum Bewerbungsverfahren
* Inhalt und Umfang der Bewerbungsunterlagen
* Wird telefonische Vorabinformation angeboten?
* Bewerbungsfrist
* Aussagen zum Auswahlverfahren (Einzelgespräch, Einstellungstests)


Emotionale Ebene
* Spricht dich die Anzeige an?
* Welche Erwartungen weckt die Anzeige bei dir?
* Was erwartet wohl das Unternehmen von dir?


Abgleich
* Vergleiche die Anforderungen mit deinem Bewerberprofil
* Kannst du die geforderten Qualifikationen erfüllen und sie in deiner Bewerbung schlüssig belegen? (Welche Pluspunkte kannst du dem Unternehmen präsentieren, wenn du nicht alle angegebenen Vorstellungen mitbringst?)
* Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von dir gefordert und kommen zum Einsatz? (Fallen Fähigkeiten von dir unter den Tisch?)
* Bietet die Stelle einen sinnvollen Einstieg in das Berufsleben bzw. eine konsequente Weiterentwicklung deiner Kenntnisse und Fähigkeiten?
* Welche Vorteile bietet diese Stelle gegenüber anderen Angeboten in der gleichen Branche?


Entscheidungshilfen
Die Größe der Anzeige...
...kann Auskunft über das zu erwartende Gehalt geben. Dies muss nicht unbedingt so sein, deshalb solltest du auch kleine, eher unspektakuläre Anzeigen ernst nehmen.

”Verdienen Sie bis zu...”
Hohe Gehälter beschreiben oft nur die oberste Grenze von dem, was einmal erreicht werden kann. Selten ist es der Betrag, den du vom ersten Tag an bekommst. Teilweise sind es Jobs, bei denen das Gehalt ”Schmerzensgeld” ist: wenig Arbeitsqualität, ein schlechtes Arbeitsklima und Unseriösität können dahinter stecken. Gerade am Anfang einer beruflichen Karriere solltest du mehr auf Lern- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten Wert legen.

Zwischen den Zeilen lesen
Der Stil, in dem die Anzeige verfasst ist, sagt oft etwas über die Firmenphilosophie aus. Ist der Wortlaut eher distanziert oder locker? Passt er zu dem, was du dir vorstellst? Du kannst versuchen, deine Bewerbung dem Stil der Anzeige anzupassen. Dabei solltest du aber aufpassen, dass es nicht nach ”Phrasendrescherei” aussieht.

Chiffre-Anzeigen
Ein in dieser Form werbendes Unternehmen ist offensichtlich an Diskretion und Distanz zu den Bewerbern interessiert. Dies muss nicht unbedingt unseriös sein, ist jedoch ein Hinweis darauf, dass irgendwas geheim bleiben soll.

Fachvermittler


Beratung beim Arbeitsamt
Niemand sollte sich bei der Jobsuche allein auf das Arbeitsamt verlassen. Doch zur Orientierung sollte man das Amt durchaus zu Rate ziehen. Oft werden auch Seminare und Vorträge angeboten, die man sich schon während der Ausbildungszeit ansehen sollte. Arbeitsvermittler haben Kontakte zu Firmen mit freien Stellen und können dir auch bei deiner Bewerbung helfen. Unter www.arbeitsagentur.de findest du nähere Informationen zu Ausbildungsmöglichkeiten- und stellen, beispielsweise beim Ausbildungs-Stellen-Informations-Service (ASIS).

[TK]

Links

www.arbeitsagentur.de
ASIS

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