Effektiv arbeiten

Motivation ist individuell

published: 11.10.2010

Manchen hilft frisches Obst, anderen eine wohlige Atmosphäre beim Lernen (Foto: Public Address)Manchen hilft frisches Obst, anderen eine wohlige Atmosphäre beim Lernen (Foto: Public Address)

Johann Wolfgang von Goethe konnte nur arbeiten und seiner Kreativität freien Lauf lassen, wenn er den Geruch von faulen Äpfeln in der Nase hatte. Klingt ungewöhnlich, aber der Dichter und Denker wusste eben, in welcher Atmosphäre er am besten arbeiten konnte. Manager von heute laufen über Scherben oder durch züngelnde Flammen, um sich für den Alltag und die harte Arbeit zu motivieren. Sie wollen Kraft schöpfen und sich selbst ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten bewusst werden. Das heißt nicht, dass du jetzt alte Äpfel Zuhause lagern oder deine Fußsohlen ins Feuer halten musst, um motiviert zu lernen; aber es ist ein Anstoß, für dich selbst herauszufinden, wann und unter welchen Umständen du besonders motiviert bist.

Was ist Motivation?

Laut Lexikon bezeichnet Motivation "die innere Bereitschaft zu einer Handlung, die durch Kern- oder Schlüsselreize ausgelöst wird". Im Klartext heißt das: Du musst etwas finden, dass dir hilft, Spaß am Lernen zu bekommen, denn dann schüttet der Körper Hormone aus, die dich weiter motivieren. Wissenschaftler unterscheiden zwischen zwei Formen der Motivation. Die extrinische Motivation (oder auch Motivierung) bezeichnet Faktoren, die dich von außen motivieren. Das können beispielsweise äußere Umstände, die Kollegen oder auch das Lesen dieses Textes sein. Bei der intrinischen Motivation geht es um dich selbst, deinen eigenen Antrieb, etwas zu Lernen oder in Angriff zu nehmen. Dass deine eigene Motivation Motor und Schlüssel aller Erfolge ist, ahnst du bestimmt schon. Stimmen aber dazu noch die äußeren Motivationsfaktoren, erzielst du die besten Ergebnisse und das in der Ausbildung Gelernte prägt sich viel besser ein.

Scoolz wollte wissen, wofür und in welcher Umgebung ihr am liebsten lernt

Scoolz-Umfrage zum Thema Motivation


Motivation beginnt im Kopf

Und dafür ist ein ganz bestimmter Teil des Gehirns von entscheidender Bedeutung: Das limbische System entscheidet darüber, ob Informationen wichtig sind und für lange Zeit im Gehirn gespeichert werden oder nicht. Informationen bekommt das limbische System von der rechten und der linken Gehirnhälfte. Dabei ordnet man der linken Gehirnhälfte rationales Denken zu, der rechten gefühlsbetonte Züge und Emotionen.
Nur wenn das limbische System Informationen von beiden Gehirnhälften bekommt, sorgt es mit einer speziellen Ausschüttung von Hormonen dafür, dass Gelerntes im Langzeitgedächtnis abgelegt wird. Damit sich der Stoff gut einprägt, musst du also möglichst viele Sinne stimulieren, um schnellere und bessere Fortschritte zu erzielen – und Erfolge sind immer eine Motivation, weiter zu machen.

Schaff´ dir ein Anfangsritual

Ein voller Bauch arbeitet nicht gern, ein leerer auch nicht. Deswegen ist es sinnvoll, wenn du morgens eine bekömmliche Mahlzeit zu dir nimmst. Außerdem solltest du dir ein Anfangsritual schaffen, damit dein Geist sich auf den Arbeitstag einstellt. Dazu beitragen kann beispielsweise das Aufbrühen einer Kanne Tee oder ein bunter Teller, welchen du mit Obst dekorierst und mit dessen Leckereien du dich in den Pausen belohnst. Auch einen hübschen Becher, den du nur zur Arbeit benutzt und in dem du den Tee servierst, ist eine schöne Idee, sich auf den Tag einzustimmen. Dieses Ritual sollte allerdings nicht länger als 15 Minuten dauern.

Ohne Pause gibt es Stress

Manchmal merkt man es schon nach wenigen Minuten, manchmal auch erst nach einer Stunde – die Gedanken schweifen ab, man muss mal zur Toilette oder der Magen meldet sich mit einem Knurren. Zeit, eine Pause einzulegen, damit die frische Motivation nicht wieder flöten geht. Mit solchen Signalen verlangt dein Körper nach einer Unterbrechung. Gibst du sie ihm nicht, schüttet das Gehirn Stresshormone aus, um weitermachen zu können. Manchmal muss das einfach sein, aber dauerhafter Stress ist ein absoluter Motivations-Killer. Es gibt nämlich "guten" und "bösen" Stress. Im gewissen Maße erzeugt Stress Spannung und ist anregend; er kann dich also motivieren, noch mehr zu leisten. Gefährlich wird es, wenn er in "bösen" Stress umschlägt. Das passiert dann, wenn der Stress deinen Tagesablauf dominiert und der Körper permanent unter Strom steht. Also musst du regelmäßig Pausen einlegen!

Sinnvolle Pausenfüller

Du solltest in deiner Pause etwas Obst essen, neuen Tee kochen oder eine Entspannungsübung machen. Experten raten auch zum Malen von Strichmännchen. Dabei kannst du deine Gedanken treiben lassen und schulst gleichzeitig deine Kreativität. Eine Entspannungsübung kann beispielsweise so aussehen: Setze dich aufrecht hin, schließe die Augen und stell dir vor, du bist am Strand. Versuche dabei, den Sand unter deinen Füßen zu spüren, das Rauschen des Meeres zu hören und begib dich auf einen Spaziergang am Wasser entlang. Solche Tagträume machen schnell wieder fit für den Alltag, deswegen werden sie auch bei Autogenem Training und Tiefenentspannungen angewendet. Sie versetzen den Körper in einen sogenannten Alpha-Zustand, in welchem das Gehirn besonders aufnahmefähig ist.

[TK]

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