Buch-Tipp

„Conceptual Art“ von Daniel Marzona

published: 24.03.2006

„Conceptual Art“ von Daniel Marzona (Foto: Taschen) „Conceptual Art“ von Daniel Marzona (Foto: Taschen)

Was bedeutet "Conceptual Art", also "Konzeptkunst"? „In der Konzeptkunst ist die Idee oder das Konzept der wichtigste Aspekt des Werkes.(...)die Ausführung ist nur noch nebensächlich. Die Idee wird zur Maschine, die die Kunst macht“(Sol LeWitt). Die Konzeptkunst ist die Bezeichnung für einen Kunststil, welcher in den 60er Jahren durch den amerikanischen Künstler Sol LeWitt geprägt wurde. Er ist eine Weiterentwicklung der abstrakten Malerei, deren Merkmal ist, nach Objektivität, Klarheit und Entpersönlichung zu streben. Damit bildet der abstrakte Künstler nicht die naturgemäße Wirklichkeit des Objekts ab, sondern beschränkt seine Abbildung auf Formen, Bewegungen und Muster.

In der Konzeptkunst steht der Entwurf im Vordergrund. Das führt dazu, dass anstelle von Bildern Skizzen, Schriftstücke oder Künstlerbücher treten. Durch diese Abstraktion wird das Ziel angestrebt, den Betrachter selbst in die Entstehung des entmaterialisierten Kunstwerks mit einzubeziehen.

Allerdings werden durch die Abstraktion, die aus dieser Strömung hervorgegangen Werke für den Laien auch schwer zugänglich. Ohne die Auseinandersetzung mit dem Künstler und seinem Denken bleibt das Werk oftmals wenig greifbar. Genau an diesem Punkt setzt der Auto Daniel Marzona an. Mit seinem Buch „Conceptual Art aus der preiswerten „Basic Art“-Reihe von Tachen, gibt er dem Kunstinteressierten einen ansprechend illustrierten Überblick über die prägenden Künstler dieser Richtung an die Hand.

Nach einer ausführlichen geschichtlichen Einführung in den Kunststil, der von anderen bedeutenden Ereignissen der Zeit ergänzt wird, folgt eine alphabetisch geordnete Beschreibung von Künstlern wie John Baldessari („Trying to photograph a ball so that it is in the center of the picture“), Bruce Nauman („Window or wall sign“) und Adrian Piper („Catalysis IV“).

Das Besondere, das dieses Buch von anderen Kunstführern unterscheidet, ist die Gestaltung der persönlichen Seiten der Künstler. Das übersichtige Layout besteht neben dem Text aus jeweils einem Foto des Künstlers, einem ins Auge stechenden Zitat („Ich bin kein Poet, und ich betrachte die mündliche Kommunikation als eine Skulptur“ - Ian Wilson) und einer Abbildung des bedeutendsten Werkes, auf welches sich Daniel Marzona in seinen Ausführungen dann bezieht.

Dieses Buch ist nicht nur für Konzeptkunst-Spezialisten zu empfehlen, sondern auch für Interessierte, die einen ansatzweise wissenschaftlichen und ansprechenden visuellen Überblick über diese Kunstrichtung der 60er und 70er Jahre bekommen wollen.

[Alexandra Lauck]

Amazon

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung