[Weiße Flecken]

Journalistische Arbeit von Schülern

published: 21.02.2006

Logo [Weiße Flecken] (Foto: STEP 21 - Jugend fordert! gGmbH)Logo [Weiße Flecken] (Foto: STEP 21 - Jugend fordert! gGmbH)

[Weiße Flecken]? Zugegeben, dieser Zeitungstitel klingt zuerst ein wenig gewöhnungsbedürftig. Denkt man doch dabei eher an verschüttete Milch als an die deutsche Geschichte zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Doch hinter [Weiße Flecken] verbirgt sich ein großartiges Projekt, das von der gemeinnützigen Jugendinitiative STEP 21 ins Leben gerufen wurde: Eine Zeitung von Schülern, die journalistische Lücken aus der NS-Zeit füllen soll - die sogenannten “weißen Flecken”.

In 15 Teams analysierten Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Polen 2005 rund acht Monate lang mit der Unterstützung von ehrenamtlichen Coaches Tageszeitungen aus den Jahren 1933 - 1945 zu einem lokalen Ereignis und interviewten dazu Zeitzeugen. Aus den Gesprächen und Hintergrundinformationen entstanden eigene Zeitungsartikel, die auch dazu dienen sollen, Geschichten, die seinerzeit in der Presse durch die Nazis verfälscht wurden, neu zu berichten.
Die wichtigsten Themen waren: Zwangsarbeit, “Arisierung”, Euthanasie und Konzentrationslager.

Am 23. Januar übergaben die Jugendlichen [Weiße Flecken] dem Bundespräsidenten Horst Köhler. (Foto: STEP 21 - Jugend fordert! gGmbH)Am 23. Januar übergaben die Jugendlichen [Weiße Flecken] dem Bundespräsidenten Horst Köhler. (Foto: STEP 21 - Jugend fordert! gGmbH)

Rund 80 Nachwuchsredakteure arbeiteten an der Entstehung dieses Schüler- und Geschichtsprojektes. Wichtig zu erwähnen ist, dass gerade polnische Jugendliche mit einbezogen wurden, da ihr Land extrem unter der Verfolgung durch die Deutschen im zweiten Weltkrieg gelitten hat. Mit dieser Geste wollen die jungen Zeitungsmacher die Gemeinschaft zwischen den Deutschen und den Polen aufzeigen.

Unterstützt wird [Weiße Flecken] von vielen Prominenten, wie Iris Berben oder der Band Virginia Jetzt. Schirmherr von STEP 21 ist kein Geringerer als Bundespräsident Horst Köhler. Ihm überreichten die Jugendlichen am 23. Januar in Berlin feierlich ihre fertige Zeitschrift. Es folgten Präsentationen und Podiumsdiskussionen.

STEP 21 hat die [Weiße Flecken]-Zeitung in hoher Auflage gedruckt und stellt sie Schulen und Jugendeinrichtungen in ganz Deutschland und in Polen zur Verfügung.
Besonders gut eignet sich die Zeitung auch als Material für den Geschichtsunterricht an Schulen! Denn ein Projekt, das von Jugendlichen entwickelt wurde, wird sicher mehr Interesse bei Schülern wecken als dröge Bücher, die sie schon zu Genüge kennen.

[Laura]

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