Ausstellungs-Tipp

Fußbälle in Vitrinen

published: 18.05.2006

Eine für 1934 ungewöhnliche Hintertor-Perspektive: Der belgische Torwart André Vandeweyer (vorne) verfolgt einen Angriff der deutschen Mannschaft. (Foto: Sportbild Schirner/Deutsches Historisches Museum)Eine für 1934 ungewöhnliche Hintertor-Perspektive: Der belgische Torwart André Vandeweyer (vorne) verfolgt einen Angriff der deutschen Mannschaft. (Foto: Sportbild Schirner/Deutsches Historisches Museum)

Das Völkerkundemuseum verwandelt sich in ein Fußballstadion. In Köln stehen Frachtkisten mit Fußballkram aus Übersee. Das Stadtmuseum präsentiert eine buddhistische Beckham-Tempelstatue. Sind Deutschlands Museen balla-balla?

Auch die Museen haben sich zur WM mit dem Fußball-Fieber angesteckt. Durch originelle Ausstellungen zeigen sie, dass Fußball mehr ist als nur ein Sport: Fußball ist Kultur. Unikosmos hat sich fünf Ausstellungen rund um´s Kicken genauer angschaut - in ganz Deutschland.

WM in Frankreich, 1998, Viertelfinale: Nach dem entscheidenden Elfmeter stürmt der französische Torwart Fabien Barthez jubelnd seinen Mitspielern entgegen. Luigi di Biagio liegt verzweifelt am Boden. Sein Schuss ist von der Latte zurückgeprallt. (Foto: Associated Press)WM in Frankreich, 1998, Viertelfinale: Nach dem entscheidenden Elfmeter stürmt der französische Torwart Fabien Barthez jubelnd seinen Mitspielern entgegen. Luigi di Biagio liegt verzweifelt am Boden. Sein Schuss ist von der Latte zurückgeprallt. (Foto: Associated Press)

"Das Spiel" - Deutsches Historisches Museum, Berlin
Große Spieler, berühmte Tore, besondere Ereignisse und starke Emotionen. Das alles gibt es im Deutschen Historischen Museum in Berlin zu sehen. Rund 150 Fotografien aus 17 Weltmeisterschaften führen durch 72 Jahre Fußballgeschichte. Die Aufnahmen stammen aus dem Fundus von Sportfotografen, von internationalen Pressebildagenturen sowie aus Archiven von Sportzeitungen.

Nicht die Chronologie, sondern der Ablauf eines Fußballspiels bestimmt die Reihenfolge der Bilder. Der Rundgang durch das Museum beginnt mit den Ritualen vor dem Spiel: den Fans auf dem Weg zum Stadion, dem Einlaufen der Mannschaften, dem Spielen der Nationalhymnen und der Seitenwahl. Es folgen Aufnahmen aus der regulären Spielzeit, die Verlängerung und das Elfmeterschießen. Schließlich die Verabschiedung: Trikottausch, Siegerehrung, Tränen über Sieg oder Niederlage.

Die Ausstellung läuft vom 29. April bis 30. Juli 2006.


Mit diesem Plakat wirbt das Museum für Völkerkunde in Hamburg für seine Ausstellung „Faszination Fußball“ (Foto: Museum für Völkerkunde, Hamburg)Mit diesem Plakat wirbt das Museum für Völkerkunde in Hamburg für seine Ausstellung „Faszination Fußball“ (Foto: Museum für Völkerkunde, Hamburg)

„Faszination Fußball“ - Museum für Völkerkunde, Hamburg
Was ist Fußball? Woher kommt dieses Spiel, das Millionen von Menschen rund um den Erdball fasziniert? Wer hat das Fußballspiel erfunden?
Ist der Ball immer rund?

Um all diese Fragen zu beantworten, hat sich das Museum fur Völkerkunde in Hamburg in ein Fußballstadion verwandelt. Durch einen engen Tunnel bahnt sich der Besucher seinen Weg ins Stadion und wird in die Rolle des Spielers versetzt. Johlende Fans und ein Ball in der Mitte des Spielfeldes begrüßen den Besucher. Es gibt viele Möglichkeiten zum Mitmachen: Man kann seine Fähigkeiten am Kicker beweisen, im Fanwohnzimmer entspannen, seine Schusskraft messen oder im Fanblock sitzen und die Trommeln schlagen.

Die Ausstellung läuft vom 30. April bis 26. November 2006.

“Ballkünstler“ - Museum der bildenden Künste, Leipzig
22 Kunstwerke rund um den Ball sind im Museum der bildenden Künste in Leipzig zu sehen. 22 Ausstellungsstücke, die 22 Spieler repräsentieren. "Ballkünstler" konfrontiert spielerisch zwei Mannschaften miteinander: Elf internationale künstlerische Beiträge werden gegenüber elf deutschen Beiträgen gezeigt. So verschieden diese zwei Mannschaften aufgestellt sind, so vielfältig ist auch der künstlerische Blick auf den Fußball.

Die Ausstellung läuft vom 10. Juni bis 13. August 2006.


Der deutsche Torwart Bert Trautmann wurde als erster ausländischer Spieler 1956 in England "The Footballer Of The Year" (Foto: Copyright: Sport & Olympiamuseum Köln)Der deutsche Torwart Bert Trautmann wurde als erster ausländischer Spieler 1956 in England "The Footballer Of The Year" (Foto: Copyright: Sport & Olympiamuseum Köln)

„Global Players" - Deutsches Sport & Olympiamuseum, Köln
Ein Nationaltrainer, der seine Spieler mit einem Pick-up einsammelt? Ein Kreisliga-Torwart, der sich in der englischen Premier-League wiederfindet? Ein Botschafter, der jeden Abend Krawatte und Schreibtisch gegen Fußballschuhe und Trainingsanzug tauscht? Spieler, die lieber auf Walfang gehen als bolzen?

Gibt’s nicht? Gibt’s doch! All diese und noch mehr spannende, lustige und emotionale Geschichten erzählt die Sonderausstellung „Global Players - Deutscher Fußball in aller Welt“ des Deutschen Sport & Olympiamuseums in Köln. Die Ausstellung folgt den Spuren deutscher Spieler, Trainer und Funktionäre rund um den Globus. Dabei kommen sowohl die prominenten Vertreter der deutschen Kicker wie Jürgen Klinsmann und Otto Rehhagel zu Wort als auch solche, die im Schatten der glamourösen Welt des Profifußballes stehen. Begleitet wird die Ausstellung von Talkrunden und Filmvorführungen.

Die Ausstellung läuft vom 4. März bis 5. Juni 2006.


„Fußball: Ein Spiel - viele Welten“ - Stadtmuseum, München
Während der Weltmeisterschaft vereint Fußball mehr Menschen aller Kontinente vor dem Bildschirm als alles andere. Die Fußball-Ausstellung im Münchner Stadtmuseum präsentiert das Fußballspiel als einen Spiegel der Gesellschaften, in denen es gespielt wird. Mit ethnologischem Blick erkennt man hier, dass das vermeintlich einheitliche Spiel auf verschiedenen Teilen der Erde unterschiedliche Bedeutung hat. Siege werden mit anderen Strategien zu erreichen versucht, Niederlagen auf viele Weisen verarbeitet.

Unbekanntes und Fremdes, aber auch Vertrautes zeigen über 500 Unikate aus allen Erdteilen. Ausstellungsstücke wie eine buddhistische Beckham-Tempelstatue, ein westafrikanischer Sarg in Form eines Fußballschuhs, Graffiti, Videoinstallationen und Präsentationen vermitteln einen lebendigen Eindruck vom Fußball in seiner kulturellen Vielfalt.

Die Ausstellung läuft vom 19. Mai bis 3. Oktober 2006.

[Judit Scharowsky]

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