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Bayerisches Staatsschauspiel

„Warten auf Godot"

published: 14.12.2004

Ab dem 31. Dezember zeigt das Bayerische Staatsschauspiel den absurden Klassiker "Warten auf Godot" im Münchner Residenz Theater (Foto: Residenztheater München am Max-Joseph-Platz (eröffnet 1951) von AndreasPraefcke lizensiert durch CC BY 3.0) Ab dem 31. Dezember zeigt das Bayerische Staatsschauspiel den absurden Klassiker "Warten auf Godot" im Münchner Residenz Theater (Foto: Residenztheater München am Max-Joseph-Platz (eröffnet 1951) von AndreasPraefcke lizensiert durch CC BY 3.0)

Samuel Becketts „Warten auf Godot" ist das Drama des Wartens: Wladimir und Estragon warten, ohne sich über Ort und Zeit ihrer Verabredung mit einem gewissen Herrn Godot ganz sicher zu sein, ohne auch ganz sicher zu wissen, was sie eigentlich von diesem Herrn Godot wollten. Ab dem 31. Dezember zeigt das Bayerische Staatsschauspiel den absurden Klassiker im Münchner Residenz Theater.

Die Zeit wird ausgefüllt mit vagen Erinnerungen an eine zweifellos bessere Vergangenheit und wird ja auch schon irgendwie vergehen. Sie reden, weil sie nicht schweigen können, spielen sich Gefühle vor, die sie nicht mehr empfinden und freuen sich über alles, was die Zeit verstreichen lässt. Da ihr Warten so oft enttäuscht worden ist, gehört viel Mut dazu, dennoch weiterzumachen. Doch die Situation bleibt unsicher, dreht sich im Kreis, keine Sehnsucht wird erfüllt. Was bleibt, ist das Warten, ihre Zeit ist stehen geblieben.

"Warten auf Godot" ist eine Parabel ohne Handlung, weil sie vom nicht handelnden Leben berichtet; wenn sie sich herausnimmt, keine Geschichte mehr zu verfolgen, so, weil sie den geschichtslosen Menschen beschreibt. Die Unmotiviertheit der Geschichte ist motiviert durch den Gegenstand, und dieser Gegenstand ist das Leben, das keinen Motor und keine Motive mehr kennt.

Das Tragische an dem Dasein dieser beiden Helden besteht darin, dass ihnen nicht einmal mehr Tragik vergönnt ist. Die Zeit scheint nur für dasjenige Leben vorwärts zu gehen, das selbst einem Ziel, einer Aufgabe nachgeht. Wladimirs und Estragons Zeit ist stehen geblieben, ist verloren gegangen. Wo es keine Zeit gibt, kann es auch keine Erinnerung, Geschichte und Zukunft mehr geben. "Warten auf Godot" ist die Fabel vom sinnlosen Menschen, der in einer Welt lebt, die keine Moral und keine sozialen Strukturen mehr kennt.

"Warten auf Godot" hat am Freitag, 31. Dezember 2004, Premiere im Münchner Residenz Theater. Es spielen Rainer Bock, Lambert Hamel, Stefan Hunstein, Arnulf Schumacher und Marco Massafra. Regie führt Elmar Goerden. Das Bühnenbild stammt von Silvia Merlo und Ulf Stengl. Lydia Kirchleitner ist für die Kostüme zuständig.

[PA]

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