Blackout

Auf einmal ist alles weg

published: 17.01.2008

Wenn der Körper zu viele Stresshormone produziert, kann es zum Blackout kommen (Foto: Public Address)Wenn der Körper zu viele Stresshormone produziert, kann es zum Blackout kommen (Foto: Public Address)

"Marie, hast du nicht gehört, was ich gesagt habe?" Vorwurfsvoll schaut ihr Lehrer Marie an, so schwer war die Frage doch nun wirklich nicht. Leider herrscht in Maries Kopf totale Leere, ihr Herz schlägt bis zum Hals und ihre Finger fühlen sich schweißnass an.

Lena kommt quer über den Schulhof direkt auf Jan zu. Schon monatelang hat er darauf gehofft, dass sie ihn endlich einmal anspricht, jetzt nur nichts falsch machen. "Hast du Lust, mal mit mir ins Kino zu gehen? Hallo, Jan?" Lena guckt ihn verwundert an, doch Jan druckst nur herum und bringt keinen vernünftigen Ton heraus.

Kennt ihr auch die Angst, dass es euch, wie Marie und Jan, bei einer wichtigen Prüfung oder einem aufregenden Date einfach die Sprache verschlägt? Die Techniker Krankenkasse erklärt das Phänomen und verrät euch, wie ihr aus dem Horrorszenario "Blackout" das Beste macht.

Blockade im Hirn
Zum Blackout kommt es, wenn ihr euch in einer extremen Stresssituation befindet. Euer Körper produziert dann viele der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin, die zunächst einen positiven Effekt auf den Organismus haben. So sorgen sie dafür, dass ihr wach und aufmerksam seid, was in gesunder Dosierung durchaus wünschenswert ist.

Setzt ihr euch aber zu sehr unter Druck, produziert der Körper eine "Überdosis" an Hormonen. Diese behindern die Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen im Gehirn, da sie die Schaltstellen, auch Synapsen genannt, blockieren. Die Folge ist, dass ihr euch an nichts von dem erinnert, was ihr zuvor gelernt habt, oder euch schlicht kein sinnvoller Satz mehr einfällt: Blackout.

Die richtige Atmung entspannt
Ein Blackout bewirkt zwar, dass ihr kurzfristig nicht mehr auf vorhandene Informationen zugreifen könnt – gelöscht sind sie aber nicht. So paradox es klingt: Das einzige, was gegen ein Blackout wirklich hilft, ist sich zu entspannen. Leichter gesagt als getan, wenn man sich gerade in einer total peinlichen Situation befindet? Zum Glück gibt es ein paar Techniken, die dazu beitragen, den Stresspegel etwas zu senken.

Einfach und effektiv ist es, tief und gleichmäßig durchzuatmen. Häufig setzt nämlich bei Stress eine sehr flache Atmung ein. Dadurch wird der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, was ihn in noch höhere Alarmbereitschaft versetzt. Um das Luftholen zu kontrollieren, legt ruhig eine Hand auf die Bauchdecke.

Zeit gewinnen
Um so mehr ihr euch bemüht, wieder einen klaren Gedanken zu fassen, umso stärker setzt ihr euch unter Druck. Versucht, ganz bewusst eine entspannte Körperhaltung anzunehmen. Wenn ihr den Faden verloren habt, gewinnt ihr Zeit, indem ihr zuvor Gesagtes wiederholt oder euer Gegenüber bittet, euch auf die Sprünge zu helfen oder die Frage zu wiederholen. In Tests bittet den Prüfer zur Not, euch eine Ersatzfrage zu geben.

Während eines Dates könnt ihr euch andere Tricks einfallen lassen, um euch wieder zu sammeln, notfalls verschwindet ihr einfach kurz auf die Toilette.

Gute Vorbereitung beruhigt
Um so ruhig wie nur möglich in eine aufregende Situation zu gehen, könnt ihr euch vorbereiten. Dazu gehört bei einer Prüfung, das Gefühl zu haben, den Stoff wirklich zu beherrschen. Wer schon von vornherein weiß, dass er oder sie zu wenig gelernt hat, wird wesentlich größere Problem haben, sich zu entspannen.

Auf ein Date könnt ihr euch natürlich nicht so vorbereiten wie auf eine Prüfung. Allerdings ist es möglich, sich beispielsweise Themen auszudenken, über die ihr reden könnt, wenn das Gespräch so gar nicht in Schwung kommen will. Überlegt euch einige Fragen, die ihr eurem Schwarm stellen wollt oder eine lustige Geschichte, die euch passiert ist.

In Gedanken üben
Es kann auch helfen, euch das schlimmste Szenario einfach einmal auszumalen. Spielt dann verschiedene Möglichkeiten durch, darauf zu reagieren. So seid ihr im Ernstfall nicht mehr ganz unvorbereitet und euch fällt schneller ein, wie ihr euch verhalten könntet.

Manchen hilft es auch, sich entspannende Bilder auszudenken, die die Blackout-Situation relativieren. Vielleicht sind das Erinnerungen an eure letzte Reise, an gute Freunde oder eure Familie – ganz egal, Hauptsache, es lässt die momentane Situation etwas weniger wichtig erscheinen. Bei einem Date könnt ihr zum Beispiel auch an euren Lieblingsstar denken, vielleicht macht das euer Gegenüber ein bisschen weniger "überirdisch".

Lampenfieber ist okay
Umso öfter ihr eine knifflige Lage gut übersteht, umso mehr wächst auch euer Selbstvertrauen. Lampenfieber kennen fast alle Menschen. Denkt am besten immer daran, dass ein Blackout zwar kurzfristig etwas unangenehm ist, aber bestimmt kein Weltuntergang. Seid also einfach ehrlich und sagt, wenn ihr gerade nicht weiter wisst. Die meisten werden Verständnis für euch aufbringen – und euer Schwarm findet eure Nervosität vermutlich eher charmant, schließlich ist sie ja auch ein Kompliment für ihn oder sie.

[TK]

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