"Fit im Kopf"

Die Currywurst rutscht das Geländer herunter

published: 30.12.2008

Christiane Stenger (Foto: Public Address)Christiane Stenger (Foto: Public Address)

Hätte der Hörsaal der Hamburger Uni Augen, würde er diese wohl erstaunt aufreißen. In ihm sitzen nämlich ungefähr 400 Schüler und stellen sich einen Apfel vor. Einen schönen roten Apfel mit Stiel oder einen grünen verschrumpelten, das ist unterschiedlich und im Grunde auch egal. Hauptsache, er fällt auf und verschwindet nicht so schnell wieder aus dem Gedächtnis.

Mit ihrem Workshop "Fit im Kopf" bringt Christiane Stenger den Besuchern der "Uni Tage" in Hamburg an diesem November-Morgen bei, wie man stundenlanges Pauken vor Klassenarbeiten entspannt und kreativ umgehen kann. Eigentlich sieht die 21-Jährige am Rednerpult dabei aus wie eine ganz normale Studentin: Sie ist schlank, ihre dunkelblonden Haare fallen glatt über die Schultern und einer Zahnklammer blitzt hervor, wenn sie lacht.

Hinter diesem Äußeren verbirgt sich die mehrmalige Juniorengedächtnisweltmeisterin, die mit 16 Jahren als damals jüngste Schülerin Abitur machte. In nur fünf Minuten kann sich Christiane, deren IQ bei 145 liegt, 240 Begriffe merken. Eine Streberin war sie trotzdem nie, das macht die Hochbegabte gleich zu Beginn klar. Oft dachte sie sich Krankheiten aus, um nicht zur Schule zu müssen, schrieb auch mal Fünfen und blieb dadurch beinahe sitzen.

So anders ist sie also auch nicht, denkt jetzt so mancher im gut gefüllten Hörsaal. Doch diese Ansicht zerstört Christiane gleich wieder, indem sie sich ohne Probleme 20 aus dem Publikum gesammelte Wörter in der richtigen Reihenfolge merkt. Dabei machen es ihr die Schüler mit Begriffen wie "Desoxyribonukleinsäure" und "Banknotendruckmaschine" nicht gerade einfach. Hinter ihrer Leistung stecke eine Technik, die angeblich jeder von uns mit ein bisschen Training anwenden könne, meint Christiane. Noch schaut sie nach dieser Behauptung allerdings in zweifelnde Gesichter.

Eine wichtige Rolle bei ihrer Methode spielen Vorstellungsvermögen und Kreativität. Diese Fähigkeiten kommen Christianes Meinung nach im Schulalltag oft zu kurz und sind deshalb untrainiert. Das möchte Christiane ändern: Nach dem anfänglichen Apfel folgt die zweite Übung. Dafür sollen wir zwei Begriffe verknüpfen, zum Beispiel "Auto" und "Shampoo". Was kommt einem da in den Sinn? Christiane eine ganze Menge und den Schülern mit der Zeit auch so einiges. Man könnte das Auto mit Shampoo waschen oder mit dem Auto zum Shampookaufen fahren. Oder man fährt mit einem Auto über eine Shampooflasche, so dass das Shampoo in alle Richtungen spritzt.

Doch was bringt das "Bilder im Kopf entstehen lassen und verknüpfen" denn nun eigentlich in der Schule?

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