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Sprechstunde mit Dr. Karin Anderson

Achtung, hochbegabt!

published: 10.04.2009

Durch größere Herausforderungen können Hochbegabte ihre Leistungen oft stark verbessern (Foto: Public Address)Durch größere Herausforderungen können Hochbegabte ihre Leistungen oft stark verbessern (Foto: Public Address)

Nicht immer sind mittelmäßige oder schlechte Noten ein Zeichen von Überforderung. Im Gegenteil, manche Schüler sind vom Lernstoff so unterfordert, dass ihr Gehirn sozusagen auf "Sparmodus" schaltet - schlechte Zensuren lassen nicht lange auf sich warten. Scoolz-Userin Katja bittet Expertin Dr. Karin Anderson um Rat.

Katja2010: "Mein Problem ist, dass ich im Unterricht sehr schnell abschalte, vor mich hinträume; wenn wir Texte lesen, muss ich erstmal für mich alleine lesen, um den Kontext zu erfassen. Wenn Fragen gestellt werden, ist es so, als hätte ich eine Denkblockade, als ob mein Kopf einfach nur leer wäre und ich mich keinen Zentimeter gedanklich vorwärts bewegen würde. Werden andere drangenommen, frage ich mich, woher sie die Antworten wissen. […]

Autodidaktisch klappt alles bei mir besser! Während andere die Schule brauchen, um zu verstehen, sehe ich sie als reine Zeitverschwendung. Ich habe schon oft bemerkt, dass es mir keine Schwierigkeiten bereitet, den Stoff eines halben Jahres Schule innerhalb eines Tages zu lernen, behalten und zu begreifen […]. Erstaunlicherweise erfasse ich zwar im Unterricht nie die logischen Zusammenhänge durch diese ´Denkblockade´, jedoch kam schon bei einigen Tests (Eignungstests für Ausbildung bzw. ein Test, in dem man seine persönlichen Stärken herausfinden konnte) heraus, dass ich angeblich mehr als überdurchschnittlich gut logisch denken könne. Leider merke ich nichts davon, ich fühle mich einfach nur dumm […]. Frau Dr. Anderson, könnten Sie sich vielleicht vorstellen, was mit mir los ist?"

Dr. Karin Anderson: "Hallo Katja, mir kommt Dein Problem sehr bekannt vor. Eine meiner Patientinnen berichtete mir das Gleiche von ihrem Teenage-Sohn. Seine Schulleistungen waren sehr mäßig und er war ein sehr lustloser Schüler, der den Lehrern durch sein Stören und seine offensichtliche Faulheit auf die Nerven ging. Nur zu einer Lernveranstaltung ging er freiwillig und gern, nämlich in eine Art Mathe-Schnupper-Kurs für Schüler an der Universität. Auf Veranlassung des kursleitenden Professors wurde dieser Junge dann einem Intelligenztest unterzogen - und erwies sich als hochbegabt!

Der Psychologe, der den Test durchführte, wollte dann auch die ältere Schwester des Jungen sehen, die mit mittelmäßigen Leistungen an der Schule völlig unauffällig war. Auch sie war hochbegabt, hatte ihre Unterforderung in der Klasse aber besser überspielen können als ihr jüngerer Bruder. Sie wollte ihren Freunden gegenüber nicht auffallen und hatte deswegen gewissermaßen auf geistiges ´Sparprogramm´ geschaltet.

Was Du von Dir schilderst, Dein situationsabhängiges geistiges Abdriften und die selektive Unkonzentriertheit, die Diskrepanz zwischen guten Leistungen, wenn Du Dich mehr gefordert fühlst, und Abschalten, wenn es um weniger interessante Themen geht, könnte sehr wohl die gleiche Ursache haben. Ist Dein Intelligenzquotient eigentlich jemals getestet worden? Wie ich in vielen Publikationen gelesen habe, fallen Hochbegabte nämlich meist nicht durch ihre tollen Zensuren auf, sondern ganz im Gegenteil (besonders, wenn es sich um Jungen handelt). Die Unterforderung, die sie schon früh erleben, lässt die Motivation zur Leistung schwinden und ihr Gehirn schaltet dann auf ´Durchzug`, wenn es nichts wirklich Interessantes zu denken gibt.

Die beiden Jugendlichen, deren Geschichte ich in meiner Praxis miterlebt habe, sind schließlich auf ein Internat für Hochbegabte umgeschult worden. Dort verbesserten sich ihre Leistungen rapide, hier gab es ja Wettbewerb und Herausforderung durch ihre Mitschüler und Lehrer, die sie an ihren alten Schulen nicht gewohnt waren. Ich würde Dir daher unbedingt empfehlen, Deinen IQ testen zu lassen. Falls Du zu den Hochbegabten zählen solltest, müsstest Du eine entsprechende Förderung erhalten, damit Du Dein Potenzial nicht weiter unter den Scheffel stellst. Liebe Grüße, Dr. Karin Anderson"

[TK]

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