Ausstellungs-Tipp

"Digital Islands"

published: 04.03.2007

Fabrizio Plessis Installation "Water Circles" im Wilhelm-Hack-Museum (Foto: Stadt Ludwigshafen/Joachim Werkmeister)Fabrizio Plessis Installation "Water Circles" im Wilhelm-Hack-Museum (Foto: Stadt Ludwigshafen/Joachim Werkmeister)

Im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen wird erstmals eine Ausstellung mit frühen Werken des Installationskünstlers Fabrizio Plessi gezeigt. Die 20 Installationen waren in dieser Zusammenstellung noch nie zu sehen. Die Ausstellung, die ursprünglich nur bis zum 25. Februar zu sehen sein sollte, findet beim Publikum so viel Anklang, dass sie jetzt einen Monat länger für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Die ausgestellten Werke stammen aus der Zeit zwischen 1970 und 1990. Die Videoskulpturen und Installationen werden auf Wunsch des Künstlers alle in einem streng geometrischen Grundriss präsentiert. Dies soll den Bezug zum Sammlungsschwerpunkt des Museums, der Kunst des Konstruktivismus´, herstellen. Jedes einzelne Ausstellungsstück befindet sich in einem abgedunkelten Raum, sodass eine Reihe von digitalen Inseln entsteht.

Das Leitmotiv aller Werke ist das Wasser, aber auch andere Elemente setzt Plessi spannend ein. Von Wind erzeugenden Ventilatoren, die Luft symbolisieren, über rote Monitore, die das Feuer vertreten, und Erde, die sich in verschiedensten Materialien manifestiert - mal als Stein oder Sand, dann wieder in Form von Draht oder Marmor - spiegeln Plessis Werke alle Elemente wider. Die Kombination von einfachen Baustoffen und innovativer Videokunst ergibt ein intensives Wechselspiel der Materialien.

In der Ausstellung finden sich auch Zeichnungen Plessis, die als Vorstufen zu seinen Installationen verstanden werden können, aber durchaus als selbstständige Werke gelten. Das Zusammenspiel aller Teile erzeugt eine Synthese von Wirklichkeit und Virtualität, spricht von Grenzen und deren Überschreitungen und spannt Bögen zwischen ihnen, nur um sie wieder zu zerreissen. Dies spiegelt die Problematik der Wahrnehmung in einer Zeit, in der Realität und digitalisierte Fantasie immer mehr verschmelzen und klassische Unterscheidungskriterien nicht mehr greifen.

Mit elementaren Mitteln hält der Wahl-Venezianer einerseits fest, wie technische Notwendigkeiten und Spielereien das Leben beeinflussen, andererseits aber auch, wie beständig die Grundlagen des Lebens sind. So schafft er es, den Betrachter in einer irritierenden Schwebe zu fixieren.

[Birte Frey]

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Wilhelm-Hack-Museum

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