Lernen

Pausen machen schlau

published: 31.08.2012

Wer beim Lernen regelmäßig Pausen einlegt, macht schneller Fortschritte (Foto: disq/shutterstock.com) Wer beim Lernen regelmäßig Pausen einlegt, macht schneller Fortschritte (Foto: disq/shutterstock.com)

Egal, ob du Klavierspielen lernst oder eine Sportart trainierst – es sind die Pausen, die für den Erfolg sorgen. Wer sich zwischen den Übungseinheiten regelmäßig eine Auszeit gönnt, macht schneller Fortschritte. Das hat eine neue psychologische Studie der University of New South Wales in Sydney, Australien, ergeben.

Dem Gehirn Zeit geben

Der Studie von Soren Ashley und Joel Pearson zufolge geschieht in unserem Gehirn etwas, wenn wir neue Fähigkeiten erlernen: Es finden neue Verdrahtungen statt. Damit wir uns die Fertigkeiten langfristig aneignen, müssen sich die Veränderungen im Gehirn vertiefen und festigen. Sie werden vom Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis übertragen. Pausen unterstützen diesen Konsolidierungsprozess: Das Gehirn bekommt durch sie die Zeit, die es für das Verfestigen braucht.

Wie hältst du es mit Pausen?

  • Ich mache viel zu viele Pausen - meistens lerne ich nur so alle zwei Stunden für fünf Minuten.

  • Ich lerne etwa eine halbe bis eine Stunde und mache dann eine Pause.

  • Ich lerne bis zu zwei Stunden durch, bevor ich eine Pause mache.

  • Pausen finde ich überflüssig. Deshalb mache ich grundsätzlich keine.

Die Forscher untersuchten vor allem, wie sich regelmäßige Pausen während des Übens auf den Lernfortschritt auswirken. Hierfür stellten sie 31 Testpersonen eine schwierige Computeraufgabe: Die Probanden sollten u.a. Lichtpunkte auf einem Bildschirm mit zahlreichen visuellen Ablenkungen aufspüren. Hierfür teilten die Wissenschaftler die Probanden in drei Gruppen auf, die die Aufgabe auf drei verschiedene Arten bewältigen sollten.

Experiment mit drei Gruppen

Die erste Gruppe beschäftigte sich am ersten Tag eine Stunde lang mit der Aufgabe, die zweite dagegen gleich zwei Stunden ohne Pause. Die dritte Gruppe übte zwar auch zwei Stunden lang, machte zwischen den Übungseinheiten jedoch eine Stunde Pause, in der die Gruppenmitglieder alles machen durften, wonach ihnen der Sinn stand – außer schlafen.

Am zweiten Tag stellte sich heraus, dass die erste Gruppe die Aufgabe besser gemeistert hatte als die zweite, obwohl sich die erste Gruppe nur halb so lange damit beschäftigt hatte. Die Gruppe mit den regelmäßigen Pausen wies ebenfalls einen besseren Lernfortschritt auf als die zweite, obwohl die beiden Gruppen letztlich genauso viel Zeit mit dem Lösen der Aufgabe verbracht hatten.

Auch Schlafen hilft beim Lernen

Und nicht nur Pausen unterstützen den Erfolg: Sogar ein gesunder Schlaf trägt zum Lernen bei. Denn weitere Untersuchungen der Experten lassen darauf schließen, dass sich auch Schlafmangel negativ auf den Verarbeitungsvorgang auswirken kann. Ebenso verhält es sich, wenn man eine zweite Fähigkeit erlernen möchte, bevor man die erste tatsächlich verinnerlicht hat. "Viele Studien haben gezeigt, dass ein Lernfortschritt grundsätzlich ausbleibt, wenn man nach einem Übungstag nicht schläft. Ähnlich sieht es aus, wenn man zu viel übt und dem Gehirn nicht genug Zeit zur Konsolidierung gibt", so Dr. Pearson. Die Ergebnisse der Untersuchung erschienen in der Wissenschaftszeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlicht.

[idw/HK]

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