Carsharing

Lust auf "Schwarzfahren"?

published: 21.02.2014

Pointer hat sich die neuen schwarzen Limousinen des Carsharing-Anbieters Car2Go angeschaut (Foto: Public Address) Pointer hat sich die neuen schwarzen Limousinen des Carsharing-Anbieters Car2Go angeschaut (Foto: Public Address)

9,90 Euro pro Stunde für ein Auto. Solch günstige Preise bei Carsharing-Anbietern haben zum Siegeszug von Firmen wie Car2Go und DriveNow beigetragen. Mit Smartphones funktioniert das Anmieten eines Wagens ganz einfach und stationsungebunden. App auf, Fahrzeug in deiner Nähe suchen, reservieren und los. Nie war es so easy, spontan ein Auto zu mieten.

Am Freitag, 21. Februar, startete Car2Go Black den Pilotbetrieb von 200 B-Klasse-Limousinen in Hamburg und Berlin. Pointer-Mitarbeiter Kevin Hackert hat die Mercedes-Flotte schon am Vorabend ausprobiert. Zusammen mit rund 150 von 1000 Hamburger Testern war er im Edelfettwerk in Eidelstedt dabei, als die Firma das neue Projekt vorstellte. Weil er die Verantwortlichen mit Fragen löcherte, kann Pointer dir hier die wichtigsten Infos mitteilen.

Der BMW X1 gehört zur Flotte von DriveNow (Foto: Public Address)Der BMW X1 gehört zur Flotte von DriveNow (Foto: Public Address)

Was ist neu?

Mit Car2Go Black gibt es nun das erste stationsbasierte One-Way Carsharing. Während man bisher wie auch beim direkten Konkurrenten DriveNow das Fahrzeug meist zurück ins Geschäftsgebiet der Anmietungs-Stadt zurückfahren musste (Ausnahme: DriveNow mit Köln/Düsseldorf gegen Gebühr), kann man nun die Fahrt in beiden Teststädten beenden. Dies funktioniert allerdings nur an drei festgelegten Parkspots in Hamburg und fünf Parkspots in Berlin. Die neuen Fahrzeuge sind im Vergleich zu den Zweisitzer-Smarts, mit denen Car2Go normalerweise ausgestattet ist, sparsam mit Werbung beklebt. Lediglich ein kleiner Aufkleber auf der Heckklappe und das Display an der Windschutzscheibe enttarnen die sonst komplett schwarze B-Klasse als Carsharing-Auto.

Der Mietvorgang für ein solches Gefährt ist komplett Smartphone-basiert - eine Neuerung. Man benötigt also keine Karte und keinen Schlüssel, um die Miete zu beginnen oder zu beenden. Allerdings ist ein Smartphone unabdingbar! Für alle, die Angst haben, dass ihr Handy-Akku unterwegs schlapp macht, kann Pointer Entwarnung geben: In der Armlehne gibt es ein Ladekabel für die gängigen iOS- und Android-Smartphones. Bisher darf nur ein ausgewählter Kundenkreis von Car2Go die schwarzen Limousinen nutzen. Ab Frühjahr kommen dann alle, die wollen, in den Genuss. Wer nicht warten mag, kann sich über [email protected] für den Test registrieren.

Was kostet der Spaß?

Die Preise von Car2Go Black sind in der Pilotphase recht günstig. Die Stunde liegt bei 9,90 Euro, der Tag kostet 49 Euro. Die ersten 50 Kilometer sind pro Miete umsonst, jeder weitere Kilometer schlägt mit 29 Cent zu Buche. Eine Fahrt nach Berlin kostet demnach ungefähr 100 Euro. Dafür kann man in der B-Klasse mit bis zu fünf Personen unterwegs sein. Die Spritkosten sind in dieser Summe bereits enthalten - anders als beim klassischen Mietwagen, den man auf eigene Kosten vollgetankt zurückbringen muss.

Ein Fernbus kann eine noch günstigere Alternative zum Carsharing-Auto sein (Foto: Public Address)Ein Fernbus kann eine noch günstigere Alternative zum Carsharing-Auto sein (Foto: Public Address)

Welche Alternativen gibt es?

Die Bahn verlangt für dieselbe Strecke regulär 78 Euro pro Person. Ein Schnäppchen kann dagegen das Reisen mit Fernbussen sein. Auf der Strecke Hamburg - Berlin ist bereits seit Jahren der BerlinLinienBus unterwegs. Zuwachs gibt es seit 2013 mit Anbietern wie MeinFernbus.de, Flixbus oder dem ADAC Postbus. Für die Strecke Hamburg-Berlin solltest du mit 9 bis 27 Euro rechnen, je nachdem, wie kurzfristig du buchst. Bei Mitfahrzentralen zahlst du hier etwa 13 bis 20 Euro. Wer kein Problem damit hat, einem fremden, nicht-professionellen Fahrer zu vertrauen, kann bei mitfahrgelegenheit.de, MitfahrZentrale.de oder BlaBlaCar.de seine Fahrgemeinschaft finden.

Wie kam es zum Carsharing-Boom?

Im Oktober 2008 fiel der Startschuss für das Gemeinschaftsprojekt Car2Go von Daimler und Europcar in Ulm. Mit 50 Smarts und 500 Daimler-Mitarbeitern als Testern fing es an. Heute besitzt allein Car2Go über 10.000 Fahrzeuge in 25 Städten weltweit. Alle zwei Sekunden mietet jemand einen Wagen aus der Flotte an. Als direkter Konkurrent im flexiblen Carsharing entwickelte sich DriveNow, ein Zusammenschluss von BMW und Sixt. DriveNow begann im Juni 2011 mit 300 Fahrzeugen in München. Inzwischen ist die Firma in Deutschland in fünf Städten mit insgesamt 2400 Fahrzeugen vertreten. Im Unterschied zu Car2Go besteht die Flotte bei DriveNow aus BMWs wie dem 1er BMW oder dem BMW X1 sowie dem Mini Cooper in verschiedenen Variationen.

[Kevin Hackert]

Links

Car2Go
Car2Go Black
DriveNow
BerlinLinienBus
MeinFernbus.de
Flixbus
ADAC Postbus
mitfahrgelegenheit.de
MitfahrZentrale.de
BlaBlaCar.de

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