Pokémon Go im Test

Draußen Monster jagen

published: 19.07.2016

Mit dem Smartphone Monster im Freien fangen: Pokémon Go ist der neue Augmented-Reality-Hit Matthew Corley / Shutterstock.com Mit dem Smartphone Monster im Freien fangen: Pokémon Go ist der neue Augmented-Reality-Hit Matthew Corley / Shutterstock.com

Pokémon Go ist in aller Munde. Das Augmented-Reality-Spiel sorgt für einen unfassbar großen Hype. Die Straßen sind voll mit Menschen, die mit ihrem Handy die virtuellen Monster fangen. Was macht das Game so besonders? Und welche Vor- und Nachteile bringt der Hype mit sich? Pointer-Autor Jonas hat den Test gemacht.

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Trailer zu Pokémon Go


Für alle, die in den letzten Tagen keine Nachrichten mehr gelesen haben, fasse ich zuerst kurz das Spielprinzip von Pokémon Go zusammen: In dem Handyspiel geht es darum, Monster zu fangen, die über die Kamera des Smartphones sozusagen in der realen Welt auftauchen. Das besondere an dem Spiel: Um effektiv zocken zu können, musst du draußen rumlaufen. Eine Karte, die eine Abbildung von Google Maps ist, hilft bei der Orientierung. Sie zeigt unter anderem auch sogenannte Pokéstops an. Dabei handelt es sich um Sehenswürdigkeiten, wo Items gesammelt werden können, die deine Skills und die der Monster verbessern. Du findest dort teilweise auch Eier. Diese kannst du ausbrüten, indem du eine gewisse Strecke zu Fuß zurücklegst. Dadurch erhältst du auch Pokémon. In Arenen, ebenfalls besondere Orte in der realen Welt, kämpfst du gegen andere Teams um Ehre und Ruhm. Denn sobald du Level 5 erreicht hast, kannst du einem von drei Teams beitreten: Weisheit, Intuition oder Wagemut.


In einer Großstadt macht das Spiel besonders viel Spaß. In Hamburg beispielsweise gibt es Pokéstops wie Sand am Meer und es ist sehr leicht, an viele Items zu gelangen. Auch Pokémon findet man hier sehr viele. Da fällt es schwer, mal nicht aufs Smartphone zu schauen. Es gibt immer etwas zu tun und ein Spielfortschritt ist schnell erreicht.
Auch ein anderer Faktor spielt eine entscheidende Rolle - der Hype. Weil derzeit so viele Menschen Pokémon Go spielen, treffe ich auf den Straßen oft andere Spieler. Häufig bin ich schon mit anderen ins Gespräch gekommen und habe mit diesen sogar gemeinsam Pokémon gefangen. In Städten nimmt das unglaubliche Ausmaße an. So treffen sich abends hunderte Spieler, um gemeinsam auf die Jagd zu gehen. Der soziale Aspekt ist also sehr groß - und das bei einem Handyspiel! Ansonsten kennt man Interaktionen mit anderen Spielern nur aus integrierten Chats in anderen Spielen. Nun trifft man sich persönlich in der realen Welt.


Auf dem Land gestaltet sich die Monsterjagd allerdings deutlich schwieriger. Die nächsten Pokéstops liegen oft mehrere Kilometer entfernt. Das liegt vor allem an der Entstehung der Stops. Denn Entwickler Niantic brachte bereits 2014 ein AR-Spiel auf den Markt: Ingress. Dort gibt es ebenfalls bestimmte Orte, an denen besondere Aktionen möglich sind. In der Beta-Phase konnten Spieler solche besonderen Orte einreichen, die dann übernommen wurden. In Pokémon Go wurde ein Großteil davon ebenfalls integriert. Dass auf dem Land weniger eingeschickt wurde, ist angesichts der Bevölkerungszahl nur logisch. Aber auch die Entwickler sind sich dieser Problematik bewusst und arbeiten bereits an einer Lösung. So können Nutzer der App ab sofort Adresse und Bild von einer Sehenswürdigkeit oder ähnlichem einsenden, die dann eventuell als Pokéstop oder Arena Einzug in das Spiel erhalten. Ansonsten macht Pokémon Go aber eigentlich überall Spaß - und die Monster lauern an (fast) jeder Straßenecke.


Da ist es nicht verwunderlich, dass der Handyakku leidet. Denn das Spiel braucht durchgehend eine Internetverbindung und GPS. Wer also eine längere Tour plant, sollte dringend eine Powerbank mitnehmen, um das Smartphone unterwegs aufzuladen. Und momentan muss leider davon abgeraten werden, abends oder am Wochenende auf die Jagd zu gehen. Denn der große Hype bringt auch Nachteile mit sich. Entwickler Niantic hatte mit einer so großen Spielerzahl nicht gerechnet. Pokémon Go ist wird mittlerweile mehr genutzt als Twitter - und gerade zu Zeiten, wo viele Spieler gleichzeitig zocken wollen, gehen die Server in die Knie. Am Wochenende sind die Server mehr offline als online. Das kann natürlich sehr frustrierend sein. Vor allem, wenn gerade ein seltenes Pokémon erscheint und zwei Sekunden später wegen eines Serverfehlers wieder verschwindet. Auch einige Bugs beeinträchtigen das Spielerlebnis. Es liegt also noch ordentlich Arbeit vor den Entwicklern. Bis dahin gilt: Am besten erst nach 23 Uhr losgehen oder am Vormittag. Zu diesen Zeiten sind die Server meistens nicht überlastet.


Insgesamt kann ich Pokémon Go aber nur empfehlen. Es ist ein lustiges und revolutionäres Spiel, das außerdem einfach zu verstehen ist. Die Spieltiefe fehlt demzufolge noch ein wenig. Aber es sind bereits Updates angekündigt, die beispielsweise Tauschgeschäfte zwischen Spielern ermöglichen sollen. Man lernt neue Leute kennen und kommt in Situationen, in die man ohne Pokémon Go wohl nie gekommen wäre. Und wenn ich so auf meinen Schrittzähler schaue, muss ich zugeben: Seit ich das Game zocke, ist die Zahl doch deutlich nach oben geschossen. Im Sommer ist Pokémon Go also fast schon ein Muss. Wenn dann aber der erste Frost kommt und man bei Minusgraden sein Handy in den Händen halten muss, wird der ganz große Hype wohl verfliegen.




[Jonas Bickel]

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