Videospiele

Lootboxen in Belgien illegal

published: 27.04.2018

Lootboxen können frustrieren. Jetzt sind sie in Belgien und den Niederlanden illegal (Foto: SG SHOT/Shutterstock) Lootboxen können frustrieren. Jetzt sind sie in Belgien und den Niederlanden illegal (Foto: SG SHOT/Shutterstock)

Nachdem schon die Niederlande Lootboxen in Videospielen als Glücksspiel eingestuft haben, ist nun die Glücksspiel-Kommission in Belgien in einem Bericht zum gleichen Ergebnis gekommen. Den Firmen drohen Bußgelder und Haftstrafen. Von den vier untersuchten Spielen wurden "FIFA 18", "Overwatch" und "Counter-Strike: Global Offensive" bezichtigt, lediglich "Battlefront 2" wurde als unbedenklich angesehen.
 

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Was sind Lootboxen?

Man kann es sich so vorstellen: Lootboxen sind Wundertüten im Spiel, die man entweder durch Spiel- oder Echtgeld kaufen kann. Spielgeld verdient man nach einer gewissen Zeit oder indem man Herausforderungen im Game erfüllt. Der Inhalt der Boxen ist zufällig und kann sowohl seltene wie auch gewöhnliche Gegenstände enthalten. Dabei setzen Games wie "Overwatch" auf rein kosmetische Objekte, die keine Auswirkung auf das Spielerlebnis haben. In anderen Videospielen wie "FIFA 18" bringen die selteneren Gewinne einen echten Vorteil und sind somit wertvoller für die Gamer. Unerwünschte Gegenstände kann man in manchen Games verkaufen, was allerdings oftmals mit Geldverlust einhergeht.
 

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Was ist das Problem?

Begonnen hatte die Diskussion um die Lootboxen mit dem Game "Battlefront 2", das letztes Jahr veröffentlicht wurde. Die Inhalte der Boxen konnte man zwar auch ohne Echtgeld erspielen, dies verlangte jedoch einen massiven zeitlichen Aufwand. Nach einer Welle von Empörung entfernte der Entwickler schließlich sogar vorübergehend die Lootboxen aus dem Spiel. Diese Spieländerung führte vermutlich auch zur Unbedenklichkeitseinstufung in Belgien. Mit der Debatte um das Spiel entbrannte dann auch eine Diskussion darüber, ob die Boxen als Glücksspiel einzustufen seien. Laut einem Bericht der Zeitung "Welt am Sonntag" fanden Forscher heraus, dass Computerspiele in Sachen Suchtvermögen Glücksspielen immer ähnlicher werden. Die meisten Einnahmen der Spiele stammen von einer geringen Anzahl an Spielern.
 

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Sind Lootboxen Glücksspiel?

Die Gerichte in Deutschland haben bisher kein abschließendes Urteil über die Spiele getroffen. Es gibt verschiedene Faktoren, von denen eine Bewertung abhängt. Dazu zählen vor allem, ob Spieler die Boxen auch unentgeldlich erhalten können und ob die Gegenstände anschließend wiederverkaufbar sind. Laut Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) sind die Gewinne der Lootboxen von geringem Wert, sodass sie wie Jahrmarktslose als Gewinnspiele zu verstehen sind. Lassen die Objekte sich jedoch verkaufen, wird ihnen ein realer Wert zugeschrieben, was sich auf die Einstufung auswirkt.
 

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Da die Debatte noch gesetzliches Neuland ist und sich die Systeme nicht direkt auf andere Glücksspielfälle beziehen lässt, sind sich die beteiligten Instanzen zum Teil uneinig. So erklärte die USK die Lootboxen zu Gewinnspielen, während die Kommission für Jugendmedienschutz laut einer Stellungnahme in Einzelfällen urteilen will. Es bleibt abzuwarten, ob andere Länder dem Beispiel der Niederlande und Belgiens folgen.

[Finn Wischer]

Links

Der Bericht der belgischen Glücksspiel-Komission
Die USK über Lootboxen
Zum Bericht der "Welt am Sonntag"
Die Stellungnahme der Kommission für Jugendmedienschutz

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