Game-Tipp

"My Memory of Us"

published: 17.10.2018

Im Spiel "My Memory of Us" geht es um zwei Kinder im Zweiten Weltkrieg im nationalsozialistisch besetzten Polen (Foto: IMGN.PRO/Juggler Games) Im Spiel "My Memory of Us" geht es um zwei Kinder im Zweiten Weltkrieg im nationalsozialistisch besetzten Polen (Foto: IMGN.PRO/Juggler Games)

Der Zweite Weltkrieg wurde in Videospielen schon in etlichen Varianten verarbeitet. Das polnischen Entwicklerstudio Juggler Games macht dies im neuen Spiel "My Memory of Us" erfrischend anders. Das Sidescroll-Abenteuer erzählt die Geschichte von zwei polnischen Kindern, die in einer besetzten Welt leben müssen. Die Story und vor allem die Darstellung der damaligen Welt sind in ihrer ganz eigenen Art sehr gelungen. Pointer hat das Spiel getestet.

Trailer zu "My Memory of Us"


Die Story beginnt harmlos und in der heutigen Zeit. Ein kleines Mädchen findet in einem Laden ein altes, verstaubtes Buch und möchte dieses kaufen. Der alte Verkäufer erinnert sich an das Buch, welches Bilder aus seiner Jugend enthält. Er beginnt, aus seiner Kindheit zu erzählen. Diese Erzählung spielt man nun nach. In der Geschichte geht es um einen Jungen und ein Mädchen, die eine feste Freundschaft verbindet. Sie erleben viele Abenteuer zusammen, in einer Zeit, in der die Nationalsozialisten Polen besetzten. Für beide geht es ums Überleben.

Die Darstellung der Welt im 2,5D-Adventure ist durch die Augen der beiden Kinder erzählt. So werden die Nationalsozialisten beispielsweise als Roboter dargestellt, auch andere Teile sind etwas surreal. Vermutlich befinden sich die Protagonisten in Warschau. In der polnischen Hauptstadt erleben sie viel zusammen. Als Spieler kann man beide Figuren steuern, teilweise auch gleichzeitig. Ähnlich wie in Puzzle-Games muss man verschiedene Aufgaben und Rätsel lösen, um in der Geschichte weiterzukommen. Dazu muss man die Umgebung genau beobachten, um Hinweise zu erkennen und richtig deuten zu können.
 

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Man kann mit der Welt interagieren, Objekte verschieben oder aufsammeln. Oder man schießt beispielsweise mit einer Steinschleuder Äpfel von einem Baum, die sich im Verlauf der Story noch als nützlich erweisen. Oft müssen der Junge und das Mädchen auch zusammenarbeiten, um Aufgaben erledigen zu können. Die Rätsel sind in einem angemessenen Schwierigkeitsgrad und sehr abwechslungsreich. Die Protagonisten reden im Spiel nicht, beziehungsweise nur in einer unverständlichen Phantasiesprache. Die Geschichte wird von dem alten Mann aus dem Buchladen erzählt. Der Erzähler ist Schauspieler Patrick Stewart, dessen Stimme gut zur Atmosphäre passt. Deutsche Untertitel sind zum Glück auch vorhanden.

Was "My Memory of Us" so großartig macht, ist nicht das gesprochene Wort. Vielmehr ist es die comicartige Darstellung einer Welt, die im Zeichen des Kriegs steht. Die Atmosphäre ist düster, doch trotz dieser Finsternis wird immer noch das verspielte Wesen der beiden Kinder deutlich. Der Schrecken des Kriegs wird auf sehr subtile Art vermittelt, ist aber dennoch greifbar. Das Spiel verzichtet auf Gewaltszenen, verharmlost aber keineswegs den Horror der damaligen Zeit. Vielmehr wird durch tolle Zeichnungen und einen schönen Soundtrack ein Bild vom besetzten Warschau gezeichnet, welches in dieser Form individuell und stimmig erscheint. Beim Spielen fällt dieses Gesamtbild äußerst positiv auf.

"My Memory of Us" überzeugt mit einer schönen und gleichzeitig düsteren Erzählung aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Insbesondere der eigene Grafikstil zeichnet das Sidescroll-Abenteuer aus. Rätsel und Aufgaben sind knifflig, aber auch nicht frustrierend schwer. Leider passen einige Quests nicht in die Handlung und wirken etwas aus dem Kontext gerissen. Insgesamt gelingt es Juggler Games, ein Bild vom besetzten Warschau zu zeigen, das in dieser Form künstlerisch auf hohem Niveau angesiedelt ist. "My Memory of Us" kostet knapp 20 Euro und ist für Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch und PC erhältlich.
 

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Der Autor: Jonas Bickel

Der Autor: Jonas Bickel

Leben, wo andere Urlaub machen: Jonas ist auf der Nordseeinsel Föhr aufgewachsen. Jeden Tag am Meer zu sein, ist zwar schön. Früh war aber klar: Journalismus auf der Insel - da kommt man nicht weit. Also nach dem Abitur ab in die Medienstadt Hamburg, wo Jonas seit 2015 Politikwissenschaft studiert. Für Pointer schreibt er oft über seine großen Hobbys: Sport - insbesondere Fußball - und Gaming.

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