Game-Tipp

"Fallout 76"

published: 20.11.2018

Im Game "Fallout 76" erkundest du online das Ödland (Foto: Bethesda) Im Game "Fallout 76" erkundest du online das Ödland (Foto: Bethesda)

Mit "Fallout 76" wagt sich Entwickler Bethesda an einen reinen Online-Ableger der beliebten Action-Rollenspiel-Serie. Was das Game kann und wo sich das Online-Prequel von den Singleplayer-Teilen unterscheidet, erfährst du in diesem Artikel. Da das Online-Abenteuer noch nicht lange draußen ist, handelt es sich bei diesem Bericht nur um einen ersten Eindruck nach einigen Spielstunden. Dass "Fallout 76" mir noch unbekannte Aspekte aufzeigen kann und sich mit der Zeit sowieso weiterentwickelt, ist an dieser Stelle wichtig zu wissen.

Trailer zu "Fallout 76"


Die große, runde Tür öffnet sich vor mir. Den Blick ins gleißende Sonnenlicht gerichtet, verlasse ich Vault 76. Vor mir liegt die große, weite Landschaft von West Virginia in den USA - doch die Apokalypse ist schon in den ersten Momenten greifbar. Kaputte Straßen, verfallene Häuser, Leichen am Wegesrand und mutierte Kreaturen: Wie "Fallout 4" vermittelt auch "Fallout 76" die Auswirkungen eines Nuklearschlages in beeindruckender Art und Weise. Wer die "Fallout"-Serie liebt, dürfte sich also direkt zu Hause fühlen. Der neue Online-Ableger spielt im Jahr 2102 und wie gewohnt im US-Bundesstaat West Virginia. Als Bewohner des Bunkers Vault 76 kehrt man 25 Jahre nach einem vernichtenden Atomschlag zurück in die verstrahlte Welt.

Dort geht es ums nackte Überleben. Dazu entdeckt man die riesige offene Spielwelt und sammelt alles ein, was man finden kann. Looten war schon immer ein wichtiger Bestandteil der "Fallout"-Serie, das ist hier nicht anders. In schön inszenierten verfallenen Häusern können wichtige Materialien gesammelt werden, um beispielsweise Waffen herzustellen. Auch Nahrung kann man finden oder aber jagen. Später steht auch das Erbauen von eigenen Häusern und Schutzwällen auf dem Programm. Das Baumenü ist äußerst umfangreich: Viele Stunden können alleine in die Errichtung einer neuen Behausung gesteckt werden.
 

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Änderungen im Online-Game

Das alles sind Gameplay-Elemente, die man von früheren Ablegern der Serie bereits kennt. Tatsächlich hat sich in dieser Hinsicht nicht viel geändert. Doch anstatt alleine durch die postapokalyptische Welt zu laufen, kann man das jetzt auch mit seinen Freunden tun. Denn zum ersten Mal bringt Bethesda mit "Fallout 76" ein reines Online-Spiel der Serie auf den Markt. Mit bis zu drei Freunden kann man gemeinsam auf einem Server durch das Ödland streifen. Dieses ist übrigens in sechs unterschiedliche Regionen aufgeteilt und damit die größte Welt im Fallout-Universum. Das neue, radioaktiv verseuchte West Virginia ist nämlich viermal so groß wie im Vorgänger "Fallout 4". Zusammen diese Welt zu entdecken, sich gegen böse Kreaturen und andere Spieler zu verteidigen und große Festungen zu bauen: Das alles macht in jedem Fall Spaß. Aber auch alleine ist das Überleben im Ödland gut möglich. Auf Mitspieler ist man in "Fallout 76" nicht angewiesen.

Einsamkeit im Ödland

Eine interessante Komponente des Spiels ist, in welcher Form der Multiplayer umgesetzt wurde. Denn die Begegnungen mit anderen Spielern sind wirklich besonders – im Gegensatz zu vielen anderen Online-Titeln mit Open World. Durch die Größe der Karte und der relativ kleinen Spieleranzahl von maximal 24 auf den jeweiligen Servern, kommen Begegnungen mit menschlichen Spielern nämlich gar nicht so häufig vor. Das trägt sichtlich zur Atmosphäre des Spiels bei, denn die weite Einsamkeit im Ödland wird eindringlich vermittelt. Interaktionen mit anderen Spielern finden trotzdem oft genug statt. Etwas schade ist die komplette Abwesenheit von menschlichen NPCs.

Das heißt zwar im Umkehrschluss, dass jede menschliche Figur, die man trifft, gleichzeitig auch ein realer Spieler ist. Eigentlich eine sehr schöne Grundidee, die aber auch Probleme mit sich bringt. Gerade für bestimmte Storyelemente wären NPCs sicherlich förderlich gewesen. Denn jetzt bekommt man fast alles von der Story nur über alte Zeitungen, Audio- oder Videomedien mit, die in der Welt verteilt sind. Die Open World wird dadurch einfach zu leer, es passiert zu wenig. Das mag nicht für jeden Spielertypen schlimm sein, doch im Vergleich zu früheren "Fallout"-Teilen fällt die Leere deutlich auf.
 

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Die Grafik fällt ab

Problematisch wird es auch, wenn man sich der technischen Seite zuwendet. "Fallout 76" sieht auf keinen Fall schlecht aus, die Welt bringt optisch oft genug schöne Momente mit sich. Doch im Vergleich zu neuen Open-World-Titeln wie "Assassin's Creed Odyssey" oder "Red Dead Redemption 2" fällt das Bethesda-Spiel deutlich ab. Grafisch ist das Game nicht auf dem neuesten Stand. Das sieht man nicht nur an den vielen schwammigen Texturen. Außerdem nutzt das Game die alte Engine, die bereits bei "Fallout 4" zum Einsatz kam. Schon damals galt sie als fehleranfällig, und das kann auch beim neuen Spiel bestätigt werden. Bugs sind keine Seltenheit, bleiben aber in einem akzeptablen Rahmen. Die Server liefen auf der Playstation 4 relativ gut. Verbindungsabbrüche oder Lags kamen bisher nur selten vor.

Potenzial für Weiterentwicklung

Insgesamt ist mein erster Eindruck zwiegespalten. Im "Fallout"-Universum zusammen mit Freunden durchs Ödland zu ziehen, war immer der Wunsch von vielen, und dieser wurde nun endlich erfüllt. Auch alleine kann man auf den Online-Servern viel Spaß haben, da die Zusammenarbeit mit anderen Spieler nicht viele Vorteile hat und deswegen auch nicht unbedingt erforderlich ist. Doch gerade deswegen erschlägt die Leere der Open World den Spieler. Begegnungen oder gar Kooperationen mit anderen Spielern sind selten. Ansonsten trifft man nur auf mutierte Tiere. Technisch ist "Fallout 76" nicht auf dem neuesten Stand, was an vielen Stellen auffällt.

Doch das Game braucht natürlich Zeit, um sich weiterzuentwickeln. Die Grundidee ist jedenfalls stark. Entwickler Bethesda hat eine jahrelange Unterstützung des Games mit regelmäßigen, kostenlosen Updates angekündigt. Das Spiel steht also ganz am Anfang - und kann mit einigen Anpassungen noch richtig gut werden. Man muss also abwarten, was die Zukunft bringt. "Fallout 76" ist für Windows PC, Playstation 4 und Xbox One erhältlich und kostet je nach Plattform etwa 40 bis 60 Euro. In dem Spiel gibt es außerdem die weniger beliebten Mikrotransaktionen. Für echtes Geld können so Zusatzinhalte freigeschaltet werden. Hier beschränkt sich das auf kosmetische Upgrades. Unfaire Vorteile kann man sich nicht erkaufen.
 

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Der Autor: Jonas Bickel

Der Autor: Jonas Bickel

Leben, wo andere Urlaub machen: Jonas ist auf der Nordseeinsel Föhr aufgewachsen. Jeden Tag am Meer zu sein, ist zwar schön. Früh war aber klar: Journalismus auf der Insel - da kommt man nicht weit. Also nach dem Abitur ab in die Medienstadt Hamburg, wo Jonas seit 2015 Politikwissenschaft studiert. Für Pointer schreibt er oft über seine großen Hobbys: Sport - insbesondere Fußball - und Gaming.

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