Game-Tipp

"Wolfenstein: Youngblood"

published: 08.08.2019

In "Wolfenstein: Youngblood" verschlägt es dich in ein nationalsozialistisch besetztes Paris (Foto: Bethesda) In "Wolfenstein: Youngblood" verschlägt es dich in ein nationalsozialistisch besetztes Paris (Foto: Bethesda)

Im Grunde ist "Wolfenstein: Youngblood" ein ziemlich durchschnittlicher Ego-Shooter. Doch das Videospiel aus dem Hause Bethesda setzt eine Zäsur im deutschen Spielemarkt: Erstmals darf in Deutschland auch ein Videospiel verkauft werden, welches verfassungsfeindliche Symbole wie Hakenkreuze beinhaltet. Daneben sorgt der neue "Wolfenstein"-Ableger mit einem neuen Spielkonzept für frischen Wind. Pointer hat das Game getestet.

Trailer zu "Wolfenstein: Youngblood"


Zwillingsschwestern auf Nazi-Jagd

In der "Wolfenstein"-Reihe war es bislang Tradition, dass William Joseph Blazkowicz der steuerbare Charakter war. Doch der Serienheld ist verschwunden - im fiktiven, von Nazis besetzten Paris Anfang der 80er-Jahre. Nun machen sich seine Zwillingstöchter Jessie und Zofia auf die Suche. Du steuerst dabei eine der beiden Töchter. Die andere wird von der KI kontrolliert - oder von einem zweiten menschlichen Spieler. Denn "Wolfenstein: Youngblood" ist ein Koop-Spiel. So suchst du mit einem Freund oder einem zufälligen Online-Spieler gemeinsam nach deinem Vater. Welche Tochter du wählst, ist übrigens für den weiteren Spielverlauf irrelevant, die Unterschiede sind marginal.

Wie aus der Reihe gewohnt, geht es auch dieses Mal blutig zu in der fiktiven Nazi-Welt. "Youngblood" ist ein solider Shooter mit ausgeprägter Gewaltdarstellung. Im Kampf gegen Nazis spritzt Blut, und Körperteile fliegen durch die Gegend. Dass das Spiel erst ab 18 ist - eine logische Folge. Die Kämpfe sind im Vergleich zu den Vorgängern taktischer geprägt. Das liegt zum einen an den Gegnern, die sich verbessert haben. Diese besitzen nun sogenannte Barrieren, die du nur mit bestimmter Munition durchbohren kannst. Das sorgt für Abwechslung und verhindert wildes Geballere.
 

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Gemeinsam durch Paris

Viel bedeutender ist aber der neue Koop-Aspekt, der in vielen Missionen benötigt wird. Zeitgenaue Absprachen mit deinem Mitspieler sind gerade in schwierigen Lagen von Nöten. So könnt ihr gleichzeitig Gegner erledigen ohne aufzufallen oder die Gegner flankieren und euch damit einen taktischen Vorteil im Kampf sichern. Wenig überraschend funktioniert das alles mit der KI nicht so gut. Diese agiert in vielen Situationen dämlich und sorgt für Frust. Deswegen entfaltet "Wolfenstein: Youngblood" vor allem im gemeinsamen Spiel mit einem Freund sein volles Potenzial.

Die Missionen des Games sind auch mit einem guten Mitspieler anspruchsvoll. Gerade gegen Ende benötigt man mehrere Versuche, um die späten Bosse zu bezwingen. Die Missionsvielfalt lässt dabei zu wünschen übrig. Ist das Befreien von Geiseln oder das Ausschalten von Zielpersonen zu Beginn noch spannend, wiederholen sich einige Missionsziele leider mit längerer Spieldauer.
 

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Paris - schön und leer

Das fiktive Paris sieht gut aus und besteht aus vier verschiedene Stadtteilen. Die Nazi-Symbole wirken bedrohlich, auch in der zensierten Variante des Spiels. Ein großes Manko gibt es aber: Paris ist menschenleer und daher wenig authentisch. Eine lebendige Spielwelt wird einem nicht geboten. Dadurch wird viel Potenzial verspielt. Denn so lohnt sich das ausführliche Erkunden der Spielwelt kaum - auch wenn die Gebäude und Straßenzüge beeindruckend aussehen. Einen Anreiz dafür gibt es dann aber doch. Denn Paris ist voll mit Loot: Kisten wollen geöffnet und Silbermünzen aufgesammelt werden. Man wird von den vielen sammelbaren Objekten beinahe erschlagen, sie nerven auf Dauer etwas. Andererseits lädt die Spielwelt sonst nicht wirklich zum mehrfachen Erforschen ein - vielleicht ist das Konzept unter diesen Umständen doch die richtige Entscheidung.
 

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Hakenkreuz-Version auch in Deutschland

Bei den bisherigen "Wolfenstein"-Ablegern mussten deutsche Spieler auf die Originalversion verzichten. Denn in den "Wolfenstein"-Spielen werden verfassungsfeindliche Symbole wie das Hakenkreuz abgebildet. Das war in Games in Deutschland lange Zeit nicht erlaubt. So gab es für den deutschen Markt immer eine eigene Fassung des Games, in der beispielsweise Hakenkreuze durch Dreiecke ausgetauscht wurden. 2018 lockerte die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) diese Regelung. So darf die internationale, unzensierte Version von "Wolfenstein Youngblood" nun auch in Deutschland legal verkauft werden.

Parallel dazu wird eine weitere Version des Spiels angeboten, die auf verfassungsfeindliche Symbole verzichtet. Nur letztere Version lässt sich auf Deutsch spielen - die internationale Ausgabe muss auf Englisch gezockt werden. Die unzensierte Version wird in Deutschland trotz Legalität kontrovers diskutiert. So wird sie von der Elektronik-Fachmarktkette Media-Saturn nicht verkauft, auch Microsoft Deutschland bietet nur die zensierte Fassung an. Bei vielen anderen Anbietern kannst du dagegen beide Versionen erwerben. Das Spielen und Besitzen des Games ist legal.
 

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Fazit

"Wolfenstein Youngblood" ist ein solider Shooter, der mit seiner Koop-Mechanik zusammen mit einem Freund sehr viel Spaß macht. Das Spiel stellt einen gerade am Ende vor große Herausforderungen. Das Setting ist, wie in der Reihe üblich, sehr bedrohlich. Dabei spielt es eher eine untergeordnete Rolle, ob man nun die zensierte oder originale Version des Games zockt. Die Spielwelt selbst ist allerdings nur Durchschnitt, was vor allem an dem fehlenden Leben in den Straßen von Paris liegt. "Wolfenstein: Youngblood" kostet um die 30 Euro und ist für PC, Playstation 4, Xbox One und Nintendo Switch erhältlich.

Pointer hat das Spiel auf der Playstation 4 getestet. Das Game wurde uns vom Publisher zur Verfügung gestellt.

Der Autor: Jonas Bickel

Der Autor: Jonas Bickel

Leben, wo andere Urlaub machen: Jonas ist auf der Nordseeinsel Föhr aufgewachsen. Jeden Tag am Meer zu sein, ist zwar schön. Früh war aber klar: Journalismus auf der Insel - da kommt man nicht weit. Also nach dem Abitur ab in die Medienstadt Hamburg, wo Jonas seit 2015 Politikwissenschaft studiert. Für Pointer schreibt er oft über seine großen Hobbys: Sport - insbesondere Fußball - und Gaming.

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"Wolfenstein: Youngblood" im Web

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