Nach der Klage von "Fortnite"-Entwickler Epic Games gegen die Abgaben für den Download über den App Store geht Apple nun zum Gegenangriff über (Foto: Koshiro K / Shutterstock.com) Nach der Klage von "Fortnite"-Entwickler Epic Games gegen die Abgaben für den Download über den App Store geht Apple nun zum Gegenangriff über (Foto: Koshiro K / Shutterstock.com)
Schadensersatz-Forderung

"Fortnite"-Streit: Apple mit Gegenklage gegen Epic Games

Es gibt neue Entwicklungen im Streit zwischen "Fortnite"-Entwickler Epic Games und Apple. Ersterer hatte sich geweigert, auf Apple-Geräten vertraglich festgelegte Gebühren für In-App-Käufe in seiner App zu zahlen. Daraufhin verbannte Apple "Fortnite" aus seinem App Store. Dagegen ging der Spielentwickler vor Gericht. Jetzt holte Apple zum Gegenschlag aus - und klagt auf Schadensersatz.
 


Der Streit begann damit, dass Epic Games sich weigerte, für In-App-Käufe, die Kunden innerhalb der "Fortnite"-App tätigen können, vertraglich festgelegte Gebühren zu zahlen. Es ist in den Geschäftsbedingungen des App Stores festgelegt, dass diese Käufe nur über das Apple-eigene System abgewickelt werden dürfen und 30 Prozent der Einnahmen an das Unternehmen abzugeben sind.
 


Nachdem der Tech-Gigant Apple Änderungen dieser Bedingungen ablehnte, nutzte der Spieleentwickler eine versteckte, von Apple unentdeckte Funktion der App, um diese Abgaben zu umgehen. Die Reaktion folgte prompt: "Fortnite" wurde aus dem App Store ausgeschlossen. Epic Games zog dagegen vor Gericht. Epic Games begründete die Klage mit unfairem Wettbewerb, da Apple eine Monopolstellung ausnutze.
 


Nun droht dieser Angriff nach hinten loszugehen: Der iPhone-Entwickler holte zum Gegenschlag aus und klagt auf Schadensersatz für den Vertragsbruch. Nicht nur seien rechtswidrig Einnahmen hinterzogen worden, außerdem wolle Eric Games nur einen "Schleichangriff" auf den App Store ausüben. Und daran könnte etwas dran sein.
 


Tatsächlich könnte das Urteil in diesem Fall große Auswirkungen darauf haben, wie hoch die Gebühren für die Vorteile des App Stores tatsächlich sein dürfen. Dies könnte auch auf den Google Play Store Einfluss nehmen, der es Apple gleichtut.
 


Hinter der vordergründig entwicklerfreundlichen Agenda des "Fortnite"-Konzerns steckt allerdings wohl mehr als nur der Wunsch nach mehr Profit aus dem eigenen Spiel. Ende 2018 war Epic Games mit einem eigenen Game Store bereits in Konkurrenz zu Online-Spielemarktplätzen wie Steam gegangen. Im Gegensatz zur Konkurrenz fordert der Konzern beim Kauf über seine Plattform lediglich 12 Prozent des Kaufpreises als Gebühr ein. Und bereits damals meinte das "Wall Street Journal", dass man dasselbe auch mit einem eigenen App Store vorhabe. Es ist also nur wahrscheinlich, dass es den "Fortnite"-Machern mit dieser Klage nicht nur um weniger hohe Abgaben geht.

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Der Autor: Jakob Baumgardt
Der Autor: Jakob Baumgardt

Der Autor: Jakob Baumgardt

Als gebürtiger Hamburger ist Jakob manchmal etwas kurz angebunden. Er brennt schnell für ein Thema, wenn es um Sport oder Musik geht. Jakob probiert sich gerne kreativ aus und in seiner Freizeit geht ihm nichts über entspannte Abende und laute Boxen. In seinem Studium lernt er neben Journalismus und PR auch die negativen Seiten der Medien kennen. Er kann sich durchaus vorstellen, später einmal auszuwandern.