Game-Tipp

"Gauntlet - Seven Sorrows"

published: 23.04.2006

„Gauntlet - Seven Sorrows“ ist für PS2 und Xbox erhältlich. (Foto: Midway)„Gauntlet - Seven Sorrows“ ist für PS2 und Xbox erhältlich. (Foto: Midway)

Das Heldenleben ist nicht leicht. Da schuftet man sich durch dreckige Dungeons, entrümpelt einen Keller nach dem anderen von Ghoulen, Spinnen, Orks und sonstigem Gekreuche und findet unterdessen auch noch Omas Lieblingsamulett in einer schleimigen Riesenameisenhöhle. Und dann geht man zum Auftraggeber zurück - einem hohen Tier in der Adelsschicht - und was ist? Der schrumpelige Blaublüter hat nichts Besseres zu tun als die eigene Seele und das Leben des Helden zu verkaufen, um sich unsterblich zu machen. Na toll! Die Ewigkeit als steinerne Dekoration in einer völlig überdimensionierten Kultstätte zu verbringen war nicht gerade die erste Karriereoption.
So geschehen mit den vier Helden von Gauntlet, die sich unversehens als Gipsabbild ihrer selbst wieder fanden. Nicht nett. Und leider so kurzfristig gedacht. Der große Chef bemerkte nämlich schnell, dass er damit seine erste schwere Sünde begangen hatte. Doch wie die feine Gesellschaft so ist, eine Sünde reicht da bei weitem nicht, der Herr musste gleich sechs weitere begehen. Jetzt sitzt er da, als Herrscher über ein chaotisches Land aus Trümmern und will alles wieder gut machen. Die einzige Sünde jedoch die er beheben kann, ist die erste. So verwandelt er die Helden zurück und bittet demütig, ob sie nicht helfen könnten, die restlichen Sünden auch zu beheben. Na klar, jetzt auf einmal...

Der Rest der Storyeinbindung von „Gauntlet – Seven Sorrows“ ist dann nicht mehr so wichtig, weil er total gerade heraus ist: da heißt es Äxte geschwungen, Zauberstäbe angespitzt und kräftig aufgeräumt, bis alle sechs Sünden gesühnt sind. Das Spielkonzept mag zwar alt sein, das auf ein Minimum reduzierte Gameplay ist aber auch nach Jahrzehnten noch witzig und fesselnd. Hier gibt es kaum Rollenspiel-Elemente, keine Tauschbörsen für tolle Gegenstände, dafür aber klare und zielgerichtete Action - Und davon nicht zu wenig, denn gerade in höheren Schwierigkeitsgraden hagelt es Armeen von Gegnern. Zwischendrin sammelt man Gold und einige Upgrades. Doch genau da wird das Spiel dann aber mit der Zeit langweilig. Denn nach bereits drei Stunden ist man durch, alle Sünden sind getilgt und man muss von vorne loslegen. Die Charaktere unterscheiden sich in ihren Fähigkeiten kaum, eine Entwicklung ist nur minimal möglich und auch das von „Baldur’s Gate“ bekannte Jagen und Sammeln funktioniert hier nicht. Es gibt keine Waffen oder Rüstungen, die es auszuprobieren gilt. So ist „Gauntlet – Seven Sorrows“ leider ein wenig zu minimalistisch geraten und kann auf lange Sicht nicht fesseln. Der kurzfristige Spaß ist zwar enorm, nur eine Dauermotivation fehlt völlig. Schade eigentlich, denn gerade das sehr simple Gameplay und die aufpolierte 3D-Grafik machen das Spiel zu einem tollen Genre-Vertreter. Ein wenig mehr Entwicklung und Rollenspiel hätten das Spiel über Tage interessant gemacht. Aber für 50 Euro nur maximal ein bis zwei Spielabende zu haben ist halt zu wenig…

[Lars]

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www.gauntletseven sorrows.com

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