Game-Tipp

"Top Spin 2"

published: 19.05.2006

"Top Spin 2" ist für Xbox 360 erhältlich  (Foto: Take 2) "Top Spin 2" ist für Xbox 360 erhältlich (Foto: Take 2)

Es ist ein Phänomen, dessen sich die Wissenschaft noch nicht angenommen hat: der Spaß hinter dem Zuschauen beim Sport. Er ist mir ein Rätsel. Warum sollte ich 22 Jungs dabei zuschauen, wie sie hinter dem runden Leder herrennen, oder zwei in Weiß bekleideten Damen, wie sie eine gelbe Filzkugel hin und her jagen? Nein, mal ehrlich, wenn schon, dann will ich doch selber da stehen und loslegen. Da ich jedoch nicht zu den begnadetsten Sportlern gehöre, blieben meine Ausflüge auf den Tennisplatz eher unspektakulär. Doch dank meiner Spielekonsole kann ich jetzt viele Dinge besser als die Helden des jeweiligen Sports. Ich skate besser als Tony, mache Dunkings, die Mike alt aussehen lassen, und putze die Williams-Schwestern locker vom Platz. Danke, Xbox und PlayStation.
Um zeitgemäß zu bleiben, bedurfte es nun eines neuen Tennisspieles für die neueste Generation - damit der Schwungarm nicht einschläft, sozusagen. Mit „Top Spin 2“ gibt es endlich diesen Vertreter. Doch schon nach der ersten Stunde war meine Begeisterung dahin. Okay, ich bastele mir also einen Spieler für den Karrieremodus. Das ist mittlerweile Standard und erfordert eine Menge Geduld, sieht dafür aber auch schön aus.
Dann der erste Schock: kein Tutorial. Ich mag es nicht, wenn ein Spiel mir so gar nicht erklärt, was ich tun soll. Im Karrieremodus von „Top Spin 2“ wird man nämlich der Realitätsnähe wegen an einzelnen Tagen trainiert und immer in einzelnen Lektionen. Da es auch Tage gibt, an denen mein Trainer frei hat, bleibe ich lange Zeit ohne Plan, wie ich was zu tun habe. Und da jede Lektion einzeln geladen wird - das dauert vielleicht! – bin ich nach einer geschlagenen Stunde des Spielens gerade mal soweit, sichere Schläge, Lobs, Slices und Spins zu schlagen. Na toll.
Richtig ätzend wird es dann, wenn das Spiel versucht, mir die Risiko-Schläge beizubringen. Okay, ich bin ein virtueller Spiele-Opa, aber das mit dem Timing und dem gleichzeitigen Drücken von Tasten ist mir im Training gelungen. Nur im Spiel versemmel ich die Bälle damit grundsätzlich. Leider gibt es keine Möglichkeit, diese Bälle zu retten oder irgendwie zu beeinflussen.
Alles das mag an mir liegen, weil ich in die Seniorenliga gehören, aber Ladezeiten von mehreren Minuten sind einfach unmöglich. Ebenso wie schwach animierte Hintergründe, Balljungen, die keinen einzigen Ball holen, und ein von Übersetzungsfehlern durchzogenes Spiel.
Mit diesem Spiel konnte ich mich leider gar nicht anfreunden. Auch wenn ich mir von Profis habe sagen lassen, dass sich eine nähere Beschäftigung lohne, habe ich nach drei Stunden und diversen verlorenen Matches frustriert aufgegeben. Sorry, ich brauche einfach mehr Spielfreude zum „Eingrooven“. Ich warte auf den nächsten „Virtua Tennis“-Teil, der für die PS3 angekündigt wurde.

[Lars]

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