Game-Tipp

"Astonishia Story"

published: 10.07.2006

"Astonishia Story“ ist für die PSP erhältlich.  (Foto: Ubisoft) "Astonishia Story“ ist für die PSP erhältlich. (Foto: Ubisoft)

Manchmal muss man sich einfach mal wieder ins Gedächtnis rufen, dass es auch simple Freuden im Leben gibt. In einer Welt, in der alles immer komplexer und verzweigter wird, da braucht der Mensch Dinge, die geradlinig und einfach sind. Im Falle von Rollenspielen ist die Welt furchtbar komplex geworden, wie Spiele à la "Oblivion" beweisen: Tausende von Gegenständen, nicht lineare Handlungsverläufe, in denen man sich völlig verzetteln kann, Charakterentwicklung mit diversen Fähigkeiten und Attributen. Das ist toll, wenn man stundenlang Zeit hat, nicht jedoch, wenn man im Abistress steckt und einfach mal eine kurzfristige Pause sucht, oder überhaupt keine Lust auf strategische Karriereplanung einer virtuellen Figur hat.

Abhilfe dagegen verspricht "Astonishia Story", ein Rollenspiel der ganz anderen Art. Klassisch japanisch nämlich, und mit klassisch ist in diesem Fall so ziemlich alles gemeint. Das Spiel wartet mit 2D-Grafik auf (das ist das flache Pixel-Geschiebe), mit ein paar simplen Synthieklängen als Musik (das sind die Bleeps und Clongs), mit einem mythischen Handlungsstrang und klarer Gut-gegen-Böse-Logik. Ihr spielt einen Ritter, dem ein mächtiger und magischer Gegenstand abhanden kommt, und der diesen dann flugs aus den Klauen des Bösewichts zurückerobern muss. Dabei gibt es keine hinderlichen Nebenquests und auch keine Sackgassen. Der stringenten Logik folgend erfüllt man seine Aufgaben, besiegt die antanzenden Gegner und schon bald gehört einem der verloren gegangene Stab wieder.
Das Konzept ist so simpel und die Handlung so klar gegliedert, dass sich hier selbst blutige Rollenspielanfänger wohl fühlen werden. Und da auch keine großartige Charakterentwicklung vollzogen werden muss, hat das Spiel ein ordentliches Tempo. Doch leider bedeutet das alles im Gegenzug auch, dass sich ein erfahrener Spieler schnell langweilen wird, und wegen der linearen Handlung ein erneutes Spielen ganz bestimmt nicht lohnt. Als riesiges Manko, insbesondere für die jüngeren Spieler, kommt hinzu, dass man sich wieder einmal nicht die Mühe gemacht hat, das Spiel aus dem Englischen zu übersetzen. So was ist in letzter Zeit zu einer echten Unsitte geworden. Schelte an die Entwickler!

"Astonishia Story" ist bestimmt kein Highlight, und der Innovativ-Preis geht sicherlich an ein anderes Spiel, aber für den nostalgischen Klischee-Spaß ist das Spiel allemal gut. Also, nicht ganz so ernst nehmen das Ganze und ein paar Stunden sinnfrei drauflos zocken... Das Leben kann so simpel sein!

[Lars]

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