"Speed Racer - The Videogame"

published: 11.06.2008

"Speed Racer - The Videogame" ist exklusiv für die Wii und Nintendo DS erhältlich  (Foto: Nintendo)"Speed Racer - The Videogame" ist exklusiv für die Wii und Nintendo DS erhältlich (Foto: Nintendo)

Liebe UserInnen, auch wenn die meisten von euch es sich kaum vorstellen können, es gab in Deutschland eine Zeit, da existierten nur zwei Fernsehsender (und einige regionale Dritte) und damals hatten wichtige Männer mit ernsten Gesichtern zu bestimmen, was in der Flimmerkiste laufen sollte. Ja, unvorstellbar aber wahr. Damals, so in etwa 1971, wagte eine mutige Frau einen Versuch. Sie kaufte in Japan eine TV-Serie, die zuvor dort und in den USA alle Rekorde schlug und absoluter Kult war: "Mach Go Go Go" oder auf Englisch: "Speed Racer". Als man die Serie dann ausstrahlte, waren die Kids von damals (also so in etwa eure Eltern) mächtig begeistert, doch die wichtigen Männer waren schockiert. Protestbriefe hagelten auf die ARD ein, die Serie sei gewalttätig, blutig und völlig unpädagogisch. So etwas könne man wohl kaum Kinderfernsehen nennen. Die erste Anime-Serie, der Urahn von Yugi-Oh und Digimon sozusagen, war nach nur drei Folgen wieder von der deutschen Mattscheibe verschwunden.

Wie gut, dass die Brüder Wachowski ("The Matrix") ihre Lieblingsserie jetzt als Realverfilmung in die Kinos brachten. Die Story um eine Rennfahrerdynastie und den jungen Helden Speed Racer, der in halsbrecherischen Autoschlachten durch fantastische, neonbunte Städte rauscht, ist aber auch hier recht simpel. Im Endeffekt geht es nämlich um das, was die Amerikaner eye candy nennen: Naschwerk für die Augen. Die Spezialeffekte sind atemberaubend, die Rennen so schnell und genial animiert, dass man mit dem Gucken nicht mehr nach kommt. Und da der Film mit Matthew Fox, Susan Sarandon, Cosma Shiva Hagen, Christina Ricci... auch noch voller Stars steckt, gibt es da kaum noch etwas zu sagen.

Klar, dass es ein Spiel zum Film zur Serie gibt. Und das könnt ihr jetzt zu Hause auf der Wii spielen, oder auch unterwegs auf dem DS. Die Wii-Version bietet sicherlich mehr Optik und flüssigeres Spielvergnügen, aber auch der DS macht eine gute Figur. Das Spiel ist (für Wii-Verhältnisse) noch mehr eye candy. Klar, mit den anderen Next-Gen-Konsolen ist es nicht zu vergleichen, aber das Spiel holt jede Menge Farbenrausch und Geschwindigkeit aus der kleinen weißen Wii. Da stört auch die leichte Verwischung der Hintergründe nicht wirklich, denn im Rennen hat man sowieso keine Zeit dorthin zu schauen. Somit ist der Spielspaß bei den Rennen durch leuchtende Stadtstrecken mit Loopings, Korkenziehern und Steilkurven sehr nett anzusehen. Da man auf so ziemlich jeden Charakter der Verfilmung auch im Spiel zugreifen kann, egal ob Speed Racer, Grey Ghost, Trixie oder Racer X, dürfte für jeden Fan unter den 19 spielbaren Charakteren schon der geeignete Fahrer dabei sein. Die dazugehörigen Wagen sind zwar optisch keine echten Highlights, aber in den Rennen werden die Boliden zu wahren Schlachtrössern, da es hier um fiese Ausmanövrierungen, waghalsige Stunts und das Ausbremsen der anderen Fahrer geht. Leider ist das nur auf einer begrenzten Anzahl an Strecken möglich (fünf Umgebungen), die irgendwann zu wenig Abwechslung bieten. Dafür reicht dann auch der Karrieremodus nicht, der einen durch die Strecken jagt und am Ende zum World Racing League Champion kürt.

Spaß macht das Spiel, ebenso wie der Film oder die Serie. Ob es sich hier bei allen dreien jedoch um ein echtes Highlight handelt, muss schon jeder für sich entscheiden. Die Substanz hinter der Story jedenfalls ist gering, die Optik dafür umso wichtiger. Und das passt ja irgendwie dann doch besser in unsere Zeit, als in die 70er Jahre.



Link zum Spiel

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