Game-Tipp

"Memento Mori - Die Spur des Todesengels"

published: 10.01.2009

"Memento Mori" ist für PC erhältlich (Foto: DTP)"Memento Mori" ist für PC erhältlich (Foto: DTP)

Dan Browns "Da Vinci Code" und "Akte X" belegen seit Jahren den Reiz von Mystery-Geschichten mit Hang zum Okkulten. Da wundert es nicht, dass das Genre auch in Sachen Gaming in vielen Varianten Einzug gehalten hat. Die besten Umsetzungen für die mysteriösen Geschichten, dunklen Atmosphären und enigmatisch verschachtelten Storylines bieten wohl Adventure, da gerade dieses Spielprinzip stark von der Story und der Atmo lebt.

Einen Spagat, den Adventure-Entwickler dabei versuchen müssen, ist der zwischen Erzählstrang und Handlungen des Spielers. Denn es gilt, gerade im Bereich Adventure: Wenn ein Spiel erzählt, dann gibt es keine Interaktion und umgekehrt.

Diesem kleinen, aber feinen Problem ist auch der aktuelle Versuch von DTP aufgesessen, denn "Memento Mori - Die Spur des Todesengels" bietet eine exzellente Erzählung. Fast schon wie im Film sind hier runde, ausgefeilte Charaktere zu finden, die einer realistischen – wenn auch dem Mystery-Genre entsprechend mit stereotypen Aktionen behafteten – Story folgen. Es geht um den Einbruch in einem Kunstmuseum, einige vertauschte Originale und viele Geheimbundler, Sekten und ähnliches.

Das Spiel bietet dabei jede Menge filmisches Erzählen, lange, grandios gerenderte Sequenzen, tolle Effekte, einen großartigen Musiksoundtrack und die Creme de la Creme der deutschen Synchronsprecher. Eben alles wie im Film – und tatsächlich kann aus cinematografischer Sicht das Spiel zumindest bei so banalen Hollywood-Schinken wie "Da Vince Code" recht gut mithalten.

"Memento Mori" kommt cinematografisch an Hollywood-Filme heran (Foto: DTP)"Memento Mori" kommt cinematografisch an Hollywood-Filme heran (Foto: DTP)

Aber das ist ja die Crux an der Sache, denn "Memento Mori ist kein Film, sondern ein Spiel. Und genau da versagen die schöne Optik, die tolle Atmo und die Mystery-Story. Denn wenn ich eine halbe Stunde brauche, um am Anfang meinen Charakter anzukleiden und aus dem Haus zu schaffen, dann ist die ganze Atmo umsonst – mir wird dabei nämlich stinklangweilig.

Das Spiel ist realistisch animiert, braucht aber dadurch ewig, bis es in Fahrt kommt. Einfache Handlungen brauchen Zeit, die Rätsel werden zäh und meine Handlungsfähigkeit im Spiel arg eingeschränkt. Da das Spiel Hilfestellungen bietet – die zwar die typischen Frustmomente bei uneinsichtigen Rätseln eliminieren, aber eben auch den Rätselspaß hemmen – ist kaum wirkliche Herausforderung dabei. Der Fluss der Story ist hier wichtiger als die Handlungen des Charakters, die Atmosphäre zentraler als die Interaktivität.

Wer also einen optisch reizvollen, leicht interaktiven Film sehen möchte, der ist mit "Memento Mori" richtig bedient. Bei einer Spielzeit von 15-20 Stunden ist das vollends befriedigend. Aber ein echter Adventure-Fan wird wohl nicht auf seine Kosten kommen. Schade.

[Lars]

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Links

www.mementomori-game.de

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