Game-Tipp

"Dungeons"

published: 26.02.2011

"Dungeons" erinnert stark an die beliebte Strategie-Reihe "Dungeon Keeper", dessen erster Teil bereits 1997 erschien (Foto: Kalypso Media)"Dungeons" erinnert stark an die beliebte Strategie-Reihe "Dungeon Keeper", dessen erster Teil bereits 1997 erschien (Foto: Kalypso Media)

"Be Evil and Feel Good" - wer würde bei so einem Slogan nicht Lust verspüren, mal wieder die Axt aus der Kiste zu holen und den guten alten Dungeon zu entmotten. Denn: Es ist wieder Jagdzeit auf dicke, dumme Helden. Ja, wie vor 14 Jahren, als Bullfrog mit seinem "Dungeon Keeper" die Sword-and-Sorcery-Welt auf den Kopf stellte und dem Spieler nicht etwa die übliche Rolle des Helden übertrug, der in dunklen Gemäuern nach Schätzen suchen musste, sondern die Rolle des Kerkermeisters, dem das ewige heroische Treiben richtig gegen den Strich ging. Und wie damals beim Original, so entsteht auch in Kalypsos Kopie der Reiz durch das Vertauschen der erwartungsgemäßen Rollen, in der fiesen Erwartung, als Bösewicht endlich mal die rechtschaffenen Helden zu besiegen.

Spaß beim Kerkerbau

Und so basteln wir auch in "Dungeon" nette Fallen und Folterräume, verteilen in unserem Kerker Edelsteintruhen, Goldhaufen und Bibliotheken mit geheimen Büchern und locken damit die Helden in Scharen an. Dabei ist es wichtig auf die Interessensgebiete unserer Freunde zu achten, denn wer ein guter Magier ist, den interessiert doch nicht der schnöde Mammon, aber mit Büchern, ja das ist was anderes, da kann man ihn locken. Und so gilt die Spielprämisse, das Dungeon so interessant wie möglich zu gestalten und Held um Held seiner Energie zu berauben. Mit dieser kann man dann wiederum größere, düsterere und modrigere Dungeons bauen. Die Motivation mag zwar ein bisschen schwach sein, aber Spaß macht der Kerkerbau allemal – erlaubt er doch die dunkle Seite der Fantasy auszuleben und mit Schadenfreude und schwarzem Humor die Helden in der Falle zu sehen.

Blasse Kopie eines Kultspiels

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt aber doch, denn obwohl 14 Jahre seit "Dungeon Keeper" vergangen sind, wartet "Dungeons" nicht gerade mit einer Steigerung in Sachen witziger Ideen, schwarzen Humors oder auch nur grafischer Detailverliebheit auf. Überall dort, wo es ans Eingemachte des Genres ginge, wo man mit Liebe hätte programmieren müssen, bei der Atmosphäre und beim Witz des Spiels, da bleibt "Dungeons" weit hinter dem Vorgänger zurück. Das ist schade, denn wenn ein 14 Jahre altes Spiel nicht wirklich viel schlechter aussieht als "Dungeons" und bei aller Nostalgie sogar noch mehr Spaß macht, dann ist die Kopie eine äußerst blasse geworden. Das nächste Mal sollte man sich also bei Kalypso lieber mehr Zeit nehmen und auch der Kopie die Liebe des Originals vergönnen.

[Lars]

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