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Kino-Tipp

"Amy"

published: 16.07.2015

Die Dokumentation "Amy" zeichnet das tragische Leben der Soulsängerin Amy Winehouse nach (Foto: Prokino) Die Dokumentation "Amy" zeichnet das tragische Leben der Soulsängerin Amy Winehouse nach (Foto: Prokino)

"Ich glaube nicht, dass ich je berühmt sein werde. Ich könnte auch gar nicht damit umgehen. Ich würde wahrscheinlich verrückt werden." Diese Worte spricht Amy Winehouse zu Beginn ihrer Karriere in einem Homevideo und Regisseur Asif Kapadi verewigt sie in seiner Doku "Amy". Dem Kinobesucher verursachen sie einen Kloß im Hals. Denn der weiß selbstverständlich, welch tragisches Ende die Laufbahn des Soul-Stars nehmen wird. Die Sängerin selbst schien ihre Zukunft in einigen Momenten ebenfalls zu erahnen. Trotzdem gelang es der ungeheuer tatlentierten, aber eben auch erschreckend instabilen jungen Frau nicht, ihr Leben verantwortungsvoll in den Griff zu kriegen.

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Kinotrailer - "Amy"


Doch der Reihe nach: Als 14-Jährige trällert die Londonerin Amy Winehouse unbeschwert Geburtstagsständchen für eine Freundin. Möglichst schnell will sie zuhause ausziehen, wo sie unter der Trennung ihrer Eltern leidet. "Ich will den ganzen Tag Gras rauchen", tut sie kund, und das könne man nun einmal besser in der eigenen WG. Drogen spielten von Beginn an eine Rolle in ihrem Leben. Marihuana taucht schon in frühen Privatvideos und backstage bei ersten Auftritten auf. Ihr Alkoholkonsum wird so extrem, dass ihr Manager und ihre Freundinnen sie bereits vor ihrem Durchbruch mit dem zweiten Album "Back To Black" und vor ihrer Bekanntschaft mit harten Drogen zu einem Entzug bewegen wollen. Die Maßnahme scheitert, so behauptet der Film, letztlich an der mangelnden Einsicht von Mitch Winehouse, Amys Vater, in die Schwere des Problems. Jedenfalls entscheidet sich die Sängerin zu diesem Zeitpunkt, an dem sie noch relativ unbekannt ist, gegen die Kur. Jahre später werden die Zeilen "They tried to make me go to rehab / I said no no no / I ain't got the time / And if my daddy thinks I'm fine / He's tried to make me go to rehab / I won't go, go, go" zum Refrain ihres größten Hits, "Rehab." Spätere Versuche, der Alkohol- und Drogensucht beizukommen, mißlingen zumeist im Blitzlichtgewitter der Medien.


Der intensive und erschütternde Eindruck, den der Doku-Film hinterlässt, basiert zum großen Teil auf dem enormen Fundus an privatem Videomaterial, aus dem der Film geschnitten wurde - und auf der Offenheit, die Winehouse darin an den Tag legt. Hinzu kommen die berührenden Zitate von Verwandten, engen Freunden, Weggefährten, Ärzten und Kollegen. Die effektiv montierten Szenen geben dem Zuschauer das Gefühl, quasi im Beifahrersitz mitzuerleben, wie Amy Winehouse von Unfall zu Unfall auf den fatalen Crash zusteuert. Man kann Amys wildes Lebensgefühl in Camden miterleben und dann ihre Verliebtheit in Blake Fielder-Civil, der ihr harte Drogen gibt. Man wird Zeuge, wie schwer die Musikerin für ihre spektakulär guten Songs mit den großartigen Texten arbeiten muss - und wie sie dies zunehmend nicht mehr schafft. Der Einblick, den dieser Film in Winehouse' Leben erlaubt, erfüllt mit tiefer Trauer. Eine Antwort auf die Frage, warum Winehouse am Leben scheitert und im Alter von 27 Jahren nach exzessivem Alkoholmissbrauch starb, findet man letztlich nicht: Denn weder die Medien noch Mitch, weder das Musikgeschäft noch der gerne dämonisierte Blake sind letztlich verantwortlich für die vielen falschen und tragischen Entscheidungen, die Winehouse traf. Sie hat all dies selbst getan.

Szenenbilder aus "Amy" (9 Bilder)

Szenenbilder aus "Amy"
Szenenbilder aus "Amy"
Szenenbilder aus "Amy"
Szenenbilder aus "Amy"


Originaltitel: "Amy"; Doku; UK 2015; Regie: Asif Kapadia; Produzent: James Gay-Rees; Ausführende Produzenten: David Joseph, Adam Barker; Schnitt: Cgris King; Kostümbild: Susan Matheson; Musik: Antonio Pinto; Mitwirkende: Andrew Morris, Blake Fielder-Civil, Nick Shymansky, Juliette Ashby, Janis Winehouse, Mitchel Winehouse, Tyler James, Yasiin Bey, Tony Bennett etc.; Laufzeit: 128 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; Verleih: Prokino; Kinostart: 16. Juli 2015

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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