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Oscar als bester Film

Davon handelt "Spotlight"

published: 24.02.2016

"Spotlight"-Chef Walter Robinson (Micheal Keaton, l.) und Mitarbeiter Michael Rezendes (Marc Ruffalo) ermitteln gegen die Kirche (Foto: 2015 Paramount Pictures) "Spotlight"-Chef Walter Robinson (Micheal Keaton, l.) und Mitarbeiter Michael Rezendes (Marc Ruffalo) ermitteln gegen die Kirche (Foto: 2015 Paramount Pictures)

Dieser Film von Tom McCarthy hat den Oscar 2016 als bester Film gewinnen. Vor knapp 15 Jahren enthüllte ein Journalistenteam in Boston einen Skandal: Katholische Priester vergingen sich an Kindern. Die Kirche unternahm fast nichts dagegen. Und alle Mitwisser schauten weg. Die Dokumentation der Arbeit dieser Journalisten ist ab dem 25. Februar auf den deutschen Kinoleinwänden zu sehen. "Spotlight" hieß das Investigativteam des Boston Globe, das nach monatelanger Recherche mit der Geschichte an die Öffentlichkeit ging.

SPOTLIGHT | Offizieller Trailer | DE SPOTLIGHT – ab 25. Februar im Kino Mit Mark Ruffalo, Michael Keaton, Rachel McAdams und Liev Schreiber Im Jahr 2001 erhalten investigative Journalisten des „Boston Globes“ einen besonderen Auf SPOTLIGHT | Offizieller Trailer | DE

Trailer zu "Spotlight"

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Es ist das Jahr 2001: Marty Baron (Liev Schreiber) ist soeben neuer Chefredakteur der Tageszeitung "Boston Globe" geworden. Schon am ersten Tag fällt ihm ein aufgearbeiteter Artikel einer hausinternen Journalistin auf: Er handelt von einem katholischen Priester, der jahrelang Kinder missbrauchte. Marty wird schnell klar, dass hinter dieser Geschichte möglicherweise mehr als ein Einzelfall steckt. Also setzt er das Investigativ-Team seiner Zeitung an diesen Fall. "Spotlight", bestehend aus Walter Robinson (Michael Keaton), Michael Rezendes (Mark Ruffalo), Sascha Pfeiffer (Rachel McAdams) und Mark Carroll (Brian D´Arcy James,) recherchiert nun rund um die Uhr. Dabei fällt den Reportern schnell auf, dass es nicht nur einen einzelnen Missbrauchsfall in der katholischen Kirche in Boston gab. Im Austausch mit Opfern, Anwälten und Geistlichen enthüllt sich eine schockierende Systematik...


Regisseur Tom McCarthy schafft im Film eine besondere Atmosphäre. Sein Werk löst Mitgefühl und Verständnis für die Opfer des Missbrauchsskandals aus. Noch beeindruckender ist die Darstellung der Arbeit des Journalistenteams. Die Ruhe und Zielstrebigkeit von "Spotlight" ist beeindruckend. Man merkt diesen Reportern den unbedingten Willen an, eine Geschichte sauber und bis zum Ende zu recherchieren. Die Gespräche mit den am Skandal beteiligten Personen, die Fähigigkeit zuzuhören, der Kampf mit der Staatsanwaltschaft um die Herausgabe von belastenden Akten, das tagelange Analysieren von Daten: All dies wirkt stimmig und stellt realistisch dar, wie es wohl tatsächlich gewesen sein könnte. Nicht umsonst gilt der Film als heißer Kanditat für die Oscar-Preisverleihung.



Das Drama will aber nicht nur von Journalisten aus dem Jahr 2001 erzählen. Es möchte Aufrütteln in Zeiten, in denen Investigativjournalismus immer weniger Platz bekommt. Der kommerzielle Druck und der Rückgang der Printmedien macht sich hier genauso bemerkbar wie der steigende Quotendruck im Fernsehen. Es gibt weniger feste Arbeitsstellen für Journalisten, aber gerade im Onlinebereich den ständigen Zwang, Meldungen und Artikel möglichst schnell zu veröffentlichen. Teams wie "Spotlight", die lange an einem Thema recherchieren und in dieser Zeit keine Artikel verfassen können, sind seltener geworden. Gerade Lokalzeitungen fehlt das Geld - vier Arbeitskräfte, die monatelang nichts schreiben, sind da unvorstellbar.



Bezeichnend für die Krise der Printmedien ist auch der "Boston Globe" selbst: 1993 wurde die Tageszeitung für über eine Milliarde US-Dollar von der "New York Times" aufgekauft, nur 20 Jahre später musste John W. Henry, Eigentümer des Baseball-Teams Boston Red Sox, gerade einmal 70 Millionen für den "Globe" bezahlen. Dass die "Times" weiterhin die Pensionszahlungen in Höhe von 110 Millionen US-Dollar bezahlt, verdeutlicht den Wertverlust noch einmal. "Spotlight" soll Mut machen, wieder vermehrt investigativ zu arbeiten. Und bei einer guten Story lohnt sich das auch: Der "Boston Globe" konnte über 600 Folgeartikel zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche veröffentlichen.




[Jonas Bickel]

Links

"Spotlight" im Web
Boston Globe im Web

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