Tobi Schlegl im Interview

TV-Rock'n'Roller

published: 30.08.2007

Donnerstags um 23 Uhr ist Tobi Schlegl als Moderator von "extra 3" im NDR Fernsehen zu sehen  (Foto: Public Address) Donnerstags um 23 Uhr ist Tobi Schlegl als Moderator von "extra 3" im NDR Fernsehen zu sehen (Foto: Public Address)

Als 17-Jähriger startete er seine TV-Karriere beim deutschen Musikkanal VIVA. Ab sofort hat Tobi Schlegl anstelle von Rockstars und Popsterchen Politiker vor dem Mikrofon. Der inzwischen 29-Jährige ist der neue Moderator des traditionsreichen NDR-Satiremagazins "extra 3", das donnerstags um 23 Uhr ausgestrahlt wird. Mit 30 Sendejahren ist das Format älter als er selbst. Wie findet Tobi den neuen Job? Unikosmos hat ihn gefragt.

Ab sofort moderierst Du das Satiremagazin "extra 3" des NDR. Ist das nicht ein viel zu spießiger Sender für Dich?
Tobi Schlegl: "Mir ist der Sender egal. Hauptsache, das Format stimmt! Da ich selber immer Fan von 'extra 3' war, entspricht das meiner Idealvorstellung. Es ist genau das, was ich immer moderieren wollte. Es ist in etwa so, als ob man als Fußballfan irgendwann bei seinem Lieblingsverein spielen darf."

Weltverbesserung durch Satire? "extra 3" versucht das jetzt mit Tobi Schlegl als Aushängeschild (Foto: Public Address)Weltverbesserung durch Satire? "extra 3" versucht das jetzt mit Tobi Schlegl als Aushängeschild (Foto: Public Address)

Wie kommst Du mit dem Team klar?
"Super. Es hat auch in der Redaktion und im Team ein Generationswechsel stattgefunden. Wir sind alle auf einer Wellenlänge. Man muss sich das so vorstellen: Es ist beim NDR die gut versteckte letzte Bastion, das letzte Rock'n'Roll-Format bei den Öffentlich-Rechtlichen. Man hält uns den Rücken frei, sodass wir die nötige kreative Freiheit haben, das zu produzieren."

Inwieweit kannst Du als Moderator auch redaktionell Einfluss nehmen?
"Erstaunlich viel – das wird sogar verlangt. Ich kriege nicht etwa kurz vor der Sendung die fertigen Karten in die Hand gedrückt, sondern bin selbst auch als Autor unter Vertrag. Was da aus meinem Mund kommt, ist wirklich von mir. Zusätzlich werde ich auch aus dem Studio herausgehen und bei Einspielern dabei sein."

Wie würdest Du den Leuten, die mit VIVA und ProSieben aufgewachsen und noch nicht auf den Geschmack von "extra 3" gekommen sind, beschreiben, was das für eine Sendung ist?
"'extra 3' kämpft sich satirisch, sehr subjektiv und manchmal auch ein bisschen gemein durch den politischen Alltag. 'extra 3' hat noch eine Haltung. Diese Meinung ist manchmal nicht schön und auch nicht gerne gehört, aber wir sagen sie trotzdem."

Mischst Du Dich gerne ein?
"Ich habe vor zwölf Jahren mit VIVA angefangen und finde, es ist eine logische Entwicklung, dass man sich einmischen will. Ich bin über die letzten drei, vier Jahre immer politischer geworden und wollte etwas verändern. Ich war ja auch im Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung und habe dort gesehen, wie das System Politik funktioniert. Da habe ich sozusagen meine politische Schulbank gedrückt. Ich finde es schade, dass es für junge Menschen kein Format mehr gibt, in dem sie sich einbringen können und in dem sie Politikern auch mal die Köpfe waschen können – ähnlich wie früher 'Live aus dem Schlachthof', 'Live aus dem Alabama' oder 'Moskito'."

"extra 3" ist aber nicht wirklich ein Jugendformat, oder?
"Nein, aber wir sind schon auch böse. Und zu uns kommen die Politiker! Man fragt sich manchmal, wieso überhaupt… Wirklich die Minister und die hochrangigen Politiker auf Bundesebene. Die nehmen wir dann hart ran in unserem kleinen Boxring."

Kannst Du Dir auch vorstellen, selbst in die Politik zu gehen?

Nächste Seite

Seite: 1 | 2

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung