\"Hart aber Fair\" ab Oktober im Ersten

Keine Angst vor Anne Will

published: 30.09.2007

Frank Plasbergs Talkshow "Hart aber fair" zieht vom WDR in die ARD um (Foto: Public Address) Frank Plasbergs Talkshow "Hart aber fair" zieht vom WDR in die ARD um (Foto: Public Address)

Die Polit-Talkshow "Hart aber fair" von Frank Plasberg zieht ab Mittwoch, 24. Oktober, vom WDR in die ARD um. Trotz der Kürzung von 90 auf 75 Minuten soll am bewährten Konzept mit politischen und "ganz normalen" Gästen sowie Einspielfilmen festgehalten werden. Jeweils um 21.45 Uhr werden 20 Sendungen aus Berlin und 20 aus Köln gesendet.

Plasbergs Konzept "Politik trifft Wirklichkeit" hat sich bewährt: Die Sendung erreichte eine Zuschauerquote von vier Millionen deutschlandweit und gilt daher als neuer Favorit für die ARD. Den Wechsel vom dritten zum ersten Programm sieht der Moderator als "Sahnehäubchen aber auch als Herausforderung", so Plasberg bei einer Pressekonferenz in Hamburg. Trotzdem gab er sich gelassen: "Außer, dass ich mittwochs nun später ins Bett komme, bleibt alles wie immer."

Auch in der ARD will Plasberg unnachgiebig freche Fragen stellen. Bei seinem innovativen Sendeformat werden während der Interviews und Diskussionen etwa 15 kurze Filme eingespielt. Zynisch und unterhaltsam bieten sie wichtige Hintergrundinformationen oder auch überraschende Rückblicke. Politiker sollen so etwa daran erinnert werden, dass sie vor kurzem noch ganz anderer Meinung waren. Damit gelingt es Plasberg, inhaltslose politische Schmeicheleien aufzudecken und politische Schönredner zurück auf den Boden zu holen.

Günter Struve (links) zeigte sich zuversichtlich, dass Frank Plasbergs (rechts) Format auch im ersten Programm funktioniert (Foto: Public Address)Günter Struve (links) zeigte sich zuversichtlich, dass Frank Plasbergs (rechts) Format auch im ersten Programm funktioniert (Foto: Public Address)

Günter Struve, ARD-Programmdirektor, zeigte sich sehr zuversichtlich, dass das Format auch in der ARD funktionieren werde. Plasberg habe ein unverwechselbares Talkmagazin entwickelt, dessen Konzept den Nerv der Zeit treffe. "Hart aber fair" verdrängt den Platzhirsch Harald Schmidt auf Donnerstagabend.

Auch WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn hatte viel Lob übrig. "Nach 75 Minuten wissen die Zuschauer mehr als vorher - was beim Fernsehen heute ja keineswegs selbstverständlich ist." Die Themen der Talkshow würden für jeden gleichermaßen verständlich erklärt.

Die politischen Gäste sollen unter Druck gesetzt werden, aber nicht so, dass sie später "rausrobben und nie mehr wiederkommen", so Plasberg. Ziel der Sendung sei allerdings immer, aus der Warte der Wirklichkeit "und nicht aus der Berliner Käseglocke" Urteile und Vorurteile zu widerlegen.

Aus deisem Grund lädt Plasberg auch Normalbürger ein, die von ihren persönlichen Erfahrungen etwa mit Hartz IV oder der Gesundheitsreform erzählen. Plasberg empfindet vor allem den nicht-politischen Gästen gegenüber eine große Fürsorgepflicht: "Ich habe meist einen Schwitzfleck auf dem Hemd, wenn eine normale Person zu mir in die Sendung kommt."

Angst, neben seinen Kolleginnen Anne Will und Sandra Maischberger nicht zu bestehen, hat Frank Plasberg nicht. Erst einmal werde "Hart aber fair" ja mittwochs ausgestrahlt und gehöre daher nicht zur direkten Konkurrenz. Und wenn auf einmal alle sein Konzept übernähmen und hart würden? - "Dann lernen sie eben meine weibliche Seite kennen", sagt er. Denn die hat er nach eigenen Angaben auch.

[Hana Scheltat]

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