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Hannelore Hoger im Interview

"Scharfe Biene"

published: 01.02.2005

Hannelore Hoger im Interview (Foto: Public Address) Hannelore Hoger im Interview (Foto: Public Address)

Am 12. Februar zeigt das ZDF den neuen „Bella Block“-Krimi „… denn sie wissen nicht, was sie tun“. Darin klärt die Kommissarin mit der Schwäche für Wodka und jüngere Männer den Mord an einem Entführer auf. Während der Ermittlungen lernt sie die komplizierten Probleme heranwachsender Menschen kennen. Ihr neuer Assistent Jan Martensen (Devid Striesow) steht ihr dabei zur Seite.

Neben Hannelore Hoger in der Titelrolle sind in „Bella Block - … denn sie wissen nicht, was sie tun“ Rudolf Kowalski, Suzanne von Borsody, Marek Harloff, Sophie Rogall und Barbara Nüsse zu 2005, um 20.15 Uhr.

Es gibt Gerüchte, Sie seien müde geworden, die Rolle der Bella Block zu spielen. Was ist da dran?
Hannelore Hoger: „Mit zunehmendem Alter wird man grundsätzlich müde - aber ich bin nicht wegen der Rolle müde geworden. Eine gewisse Ermüdung hängt vielleicht damit zusammen, dass ich noch außerhalb von `Bella Block` viel gearbeitet habe. Das muss ich ein bisschen eindämmen - ich bin ja nicht mehr zwölf. Aber sonst gibt es keine Ermüdungserscheinungen. Ich möchte nur, dass die Bücher immer gut sind und rechtzeitig vorliegen. Ansonsten gibt es keine Schwierigkeiten: Das ZDF will es, das Publikum will es, die neue Produktion will es und ich habe auch nichts dagegen.“

Sie haben in dem Film mit Devid Striesow als Ihr Assistent Jan Martensen einen neuen Partner. Wie finden Sie das?
„Das finde ich gut. Wir vertragen uns sehr gut“

Hätten Sie vielleicht lieber eine Frau als Partnerin gehabt?
„Nein. Aber ich habe das nicht entschieden, bitteschön. Das ist eine Entscheidung der Dramaturgen oder der Produktion. Ich bin nicht gefragt worden. Es war eine vollendete Tatsache - und die Besetzung auch. Ich mag den Devid Striesow privat und auch als Kollegen sehr. Aber es hätte außer einem Mann auch eine Frau, eine alte Frau oder eine junge Frau sein können – der Assistent muss auch nicht immer jung sein.“

Im Film wird auf verschiedenen Ebenen das schwierige Verhalten junger Menschen thematisiert, die sich selbst oder andere verletzen. Ist das ein Thema, das Sie persönlich berührt?
„Klar berührt es mich auch persönlich. Ich kenne Gott sei dank so jemanden nicht, ich habe persönlich solche Erfahrungen nicht mit Kindern, auch nicht mit meiner Tochter. Ich habe aber gehört, dass es sehr viele Leute gibt, die die Neigung haben, sich selbst zu verletzen. Und das heißt, sie sind nicht richtig angenommen. Sie sind vereinsamt oder haben psychische Schwierigkeiten. Vielleicht sind die Eltern geschieden… Wie das alles so ist. Wie kommt man dem auf die Sprünge? Indem die Erwachsenen sich mehr um ihre Kinder kümmern. Es hat ja heute keiner mehr Zeit für seine Kinder. Wir sehen ja, wie die Welt heutzutage aussieht.“

Wie sieht die Welt denn aus?
„Schlimm. Oder finden sie die Welt in Ordnung? Also ich nicht.“

Die Welt hat auch schöne Seiten.
„Ja und deswegen gilt es, sie zu erhalten, und den Kindern zu vermitteln, dass es sich lohnt zu leben. Nicht, dass sie schon mit zwölf Selbstmord begehen, weil die Noten in der Schule schlecht sind oder sie Angst haben, dass der Vater sie wieder schlägt!“

Hannelore Hoger (Foto: Public Address)Hannelore Hoger (Foto: Public Address)


War die Teenagerzeit auch für Sie eine schwierige Zeit?
„Nein. Ich bin in einem sehr großzügigen Elternhaus aufgewachsen. Wir waren vier Kinder und wir konnten machen, was wir wollten. Unsere Eltern hatten immer Verständnis für uns.“

Als Bella Block beeindrucken Sie durch eine resolute Persönlichkeit, durch Stärke und manchmal auch Härte.
„Ja, das stimmt. Ich beeindrucke natürlich auch durch meine Weichheit und mitfühlende Art.“

Ach ja?
„Ja. Ich habe sehr viel Verständnis für andere Menschen und verstehe gar nicht, wieso immer diese resolute Seite hervorgehoben wird. Auch Vorstellungsvermögen, sich in andere hineinzudenken, ist für die Rolle wichtig. Natürlich kann ich nicht mit Verbrechern, die schwerwiegende Taten begehen, so reden, als wenn sie nette Leute wären. Aber zu meinem Freund Simon bin ich sehr liebenswürdig. Und ich lache mit meinem neuen Kollegen. Finden sie, dass Iris Berben nicht resolut ist in ihrer Rolle? Oder Ulrike Folkerts? Die ist doch eine scharfe Biene, die kann sogar Karate. Komischerweise wird bei denen das Resolute nie betont – nur bei mir.“

Finden sie, dass das in den Medien überbewertet wird?
„Ich kriege immer diese Fragen gestellt. Wie soll ich denn sonst sein, wie hätten sie mich denn gerne als Kommissarin?“

Ich glaube, die Leute wollen Sie schon so haben wie Sie sind. Das Resolute kommt wohl deswegen als Thema auf, weil es nicht typisch ist für eine Frauenrolle im Fernsehen.
„Das finde ich nun gar nicht. Gucken sie sich mal den Schimanski an, wie der sich aufführt!“

Der ist ja nun ein Mann...
„Aber eine Kommissarin, die muss ja auch hinter Verbrechern herjagen. Die kann doch nicht wie ein Weichei immer durch die Gegend eiern!“

Welches sind denn die starken und die empfindsamen Seiten der Privatperson Hannelore Hoger?
„Wenn mir einer blöd kommt, kriegt er mich zu spüren. Gefallen lasse ich mir kaum etwas. Das habe ich von meiner Mutter, die hat sich auch nichts gefallen lassen.“

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