Kino-Tipp

"Mackie Messer - Brechts 3Groschenfilm"

published: 13.09.2018

Lars Eidinger spielt Bertolt Bercht in "Mackie Messer - Brechts 3Groschenfilm" (Foto: Wild Bunch Germany/Stephan Pick) Lars Eidinger spielt Bertolt Bercht in "Mackie Messer - Brechts 3Groschenfilm" (Foto: Wild Bunch Germany/Stephan Pick)

Lars Eidinger als Bertolt Brecht - das ist nur eine der genussvollen Inszenierungen in Joachim A. Langs schillerndem Film "Mackie Messer - Brechts 3Groschenfilm". Der gefeierte Theaterschauspieler und "Tatort"-Bösewicht gibt den Dramatiker ungerührt, selbstzufrieden und spitzzüngig. Deutschland hat keinen Oscar Wilde - da muss halt Brecht herhalten.

MACKIE MESSER - BRECHTS DREIGROSCHENFILM | Offizieller deutscher Trailer | Ab 13.09. im Kino!


Nicht nur bis in jede Nebenrolle hervorragend besetzt, sondern auch höchst ambitioniert ist "Mackie Messer - Brechts 3Groschenfilm", und äußerst unterhaltsam will er zudem sein. Inhaltlich verwebt er mehrere Ebenen: Der Film behandelt sowohl die Handlung der Dreigroschenoper und den Hintergrund ihrer Inszenierung 1928 als auch die Arbeiten an der Filmversion. Auch die wunderbare Musik von Kurt Weill, ohne die das Musiktheater Brechts nie so populär geworden wäre, lässt der Film hochleben. Der Evergreen "Die Moritat von Mackie Messer" schaffte es übrigens in der englischen Version "Mack The Knife" ins Repertoire von Louis Armstrong, Frank Sinatra, Ella Fitzgerald, Robbie Williams und Michael Bublé.
 

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In "Mackie Messer - Brechts 3Groschenfilm" erhalten die Auseinandersetzungen zwischen Dramatiker und Schauspielern sowie zwischen Künstlern auf der einen und dem Theaterbetreiber, dem Filmproduzenten oder den Behörden auf der anderen Seite breiten Raum. In dieser Spätphase der Weimarer Republik clashen in allen dargestellten Figurenkonstellationen Vergnügungssucht und Prüderie, Kapitalismus und christliche Werte, Idealismus und Zynismus, Machismo und starke Frauen. Brecht darf dabei Bonmots und Aphorismen von sich geben, die den Menschen als von der Umwelt bestimmte Kreatur dastehen lassen und den Kapitalismus fundamental angehen. Selbstverständlich fehlen auch Verfremdungseffekte nicht - auf keiner Ebene. Der Spagat, den der Film zwischen realen Begebenheiten und buntem Entertainment versucht, funktioniert in weiten Teilen erstaunlich gut - zumindest als Amüsement und Zerstreuung. Ein Vergnügen!

Szenenbilder aus "Mackie Messer - Brechts 3Groschenfilm" (9 Bilder)

Szenenbilder aus "Mackie Messer - Brechts 3Groschenfilm"
Szenenbilder aus "Mackie Messer - Brechts 3Groschenfilm"
Szenenbilder aus "Mackie Messer - Brechts 3Groschenfilm"
Szenenbilder aus "Mackie Messer - Brechts 3Groschenfilm"


"Mackie Messer - Brechts 3Groschenfilm"; Genre: Historisches Drama; Regie und Drehbuch: Joachim A. Lang; Literaturvorlage: "Die Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht und Kurt Weill unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann sowie weitere Texte von Bertolt Brecht; Kamera: David Slama; Maskenbild: Jeanette Latzelsberger; Kostümbild: Lucia Faust; Szenenbild: Benedikt Herforth; Darsteller: Lars Eidinger, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, Joachim Król, Claudia Michelsen, Britta Hammelstein, Robert Stadlober, Peri Baumeister, Christian Redl, Meike Droste, Godehard Giese, Max Raabe; Laufzeit: 130 Minuten; FSK: 6; Wild Bunch Germany; Kinostart: 13. September 2018

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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