Kino-Tipp

"10 Fragen an den Dalai Lama"

published: 08.05.2008

Der 14. Dalai Lama gab Rick Ray nicht nur weise Antworten, er zeigte auch Humor (Foto: NFP)Der 14. Dalai Lama gab Rick Ray nicht nur weise Antworten, er zeigte auch Humor (Foto: NFP)

Weil er eine simple E-Mail schreibt, bekommt der amerikanische Filmemacher Rick Ray die Zusage für ein Interview mit dem 14.

Viele tibetische Mönche leben ebenfalls in Dharamsala im Exil (Foto: NFP)Viele tibetische Mönche leben ebenfalls in Dharamsala im Exil (Foto: NFP)

Dalai Lama. Das Oberhaupt der Tibeter werde ihm zehn Fragen beantworten, heißt es aus dessen indischem Exil in Dharamsala. Bis dahin hat Ray Zeit, Land und Leute auf dem "Dach der Welt" kennen zu lernen und sich mit der Geschichte des tibetischen Volkes vertraut zu machen.

Obwohl die Dokumentation auf die Audienz mit dem buddhistischen Führer als Höhepunkt ausgerichtet ist, liegt Rays größtes Verdienst woanders. Es muss unermesslich schwierig gewesen sein, das seltene Archivmaterial zusammenzutragen, das er über die Kindheit und Jugend des Dalai Lamas sowie der Zeit der so genannten Kulturrevolution präsentiert, in der China Tibet militärisch eroberte, Millionen Menschen ermordete und Tibet seitdem besetzt hält und als Provinz Chinas versteht. Erheiterung bietet dagegen die Szene, bei der man dem Dalai Lama beim Frühstück zusieht.

"10 Fragen an den Dalai Lama" läuft seit dem 8. Mai im Kino (Foto: NFP)"10 Fragen an den Dalai Lama" läuft seit dem 8. Mai im Kino (Foto: NFP)

Die zehn Fragen an das religiöse Oberhaupt sind klug gewählt und werden weise beantwortet. Muss eine Gesellschaft auf dem Weg in eine moderne Zukunft seine Traditionen aufgeben? Wie begegnet man Gewalt als jemand, der Gewalt ablehnt? Warum erscheinen uns arme Menschen oft glücklicher als reiche?

Angesichts der tibetischen Proteste gegen die chinesischen Besatzer vor den Olympischen Spielen ist das Thema hochaktuell. Doch "10 Fragen an den Dalai Lama" macht uns vor allem deutlich, dass dieses Suchen darüber hinaus universelle Bedeutung hat.

Stellenweise stört die Präsenz des Filmemachers als Erzähler und die mit sphärischer Musik unterlegten Close-ups tibetischer Gesichter drohen manchmal ins Pathetische oder Esoterische abzugleiten. Der Film krieg aber immer noch rechtzeitig die Kurve. Einen besseren Film über die Geschichte des Tibet-Konflikts und die Weltanschauung des Dalai Lama gibt es wohl nicht.

"10 Fragen an den Dalai Lama"; Dokumentarfilm USA 2006; Regie/Drehbuch/Kamera/Schnitt: Rick Ray; Musik: Peter Kater; Produzenten: Rick Ray, Sharon Ray; Länge: 86 Min.; FSK: ab 12; Verleih: NFP; Kinostart: 8. Mai 2008

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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Links

www.10fragenanden dalailama.de

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